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Fair-Play-Liga

16.04.2013

Spielerlebnis statt Spielergebnis

Anstoß im Auwald: Zum Eröffnungsspiel der neuen Fair-Play-Liga trafen sich die F-Juniorenfußballer von FC Günzburg und TSG Thannhausen mit (hinten von links) FCG-Trainer Maximilian Lamatsch, Günzburgs Co-Trainer Dietmar August, Jugend-Spielgruppenleiter Holger Ardelt, TSG-Trainer Harry Pfleger, Jugend-Spielgruppenleiter Peter Miller und dem FCG-Vorstandsvorsitzenden Alexander Schmucker.
Bild: Ernst Mayer

Die Idee, Kinder ohne Schiedsrichter und überehrgeizige Fans kicken zu lassen, erreicht die Region. Das Pilotprojekt für F-Junioren wird in Günzburg angestoßen

Landkreis Kinderfußball ist kein Erwachsenenfußball. Weil das zu viele überehrgeizige Erwachsene immer wieder vergessen, wurde vor geraumer Zeit die Idee für einen neuen, einen kreativeren Rahmen geboren, in dem Fußball kindgerecht und mit Betonung des Spielerischen stattfinden kann. Ein Name war schnell gefunden: Fair-Play-Liga. Erstmals wird sie nun auch im Landkreis Günzburg angeboten – als Pilotprojekt für die F-Junioren in den Frühjahrsrunden der Gruppen 1 und 6.

Zum Eröffnungsspiel standen sich nun im Auwaldstadion die Teams von FC Günzburg und TSG Thannhausen gegenüber. Wobei der Begriff „gegenüberstehen“ ebenso wie die Nennung des Ergebnisses (9:1 für die Gastgeber) schon verraten, worum es in der Fair-Play-Liga genau nicht gehen soll – nämlich um wettkampforientierten, von Taktik geprägten und allein am Ergebnis gemessenen Fußball. Dagegen setzt das neue Konzept das pure Vergnügen oder eben das Spielerlebnis, das statt des Spielergebnisses die Basis bilden soll.

Aus dieser Vorgabe wurde für die Fair-Play-Liga eine Struktur entwickelt, die in Zukunft im Kinderfußball gelten soll. Wichtig ist: Die eigentlichen Regeln des Fußballspiels bleiben damit unangetastet; die folgenden drei Bedingungen jedoch stehen im Gegensatz zu den gewohnten Mustern, nach denen Fußball normalerweise beurteilt wird:

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Trainer-Regel: Die Trainer der beiden Mannschaften begleiten das Spiel aus der Coaching-Zone heraus. Sie sollen den Fair-Play-Gedanken aktiv vorleben, die Kinder motivieren und bei strittigen Situationen gemeinsam schlichten. Das ist wichtig, denn es gibt auch die

Schiedsrichter-Regel: In der Fair-Play-Liga wird ohne Unparteiische auf dem Platz gespielt. Die Kinder sollen innerhalb der Fußball-Regeln selbst entscheiden. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Kinder ohne Einmischung oder Anleitung von außen in aller Regel einfach mehr Spaß haben. Um die allzu häufig unnötige und unwillkommene Einflussnahme durch Zuschauer auf ein Minimum zu begrenzen, gilt zudem die

Fan-Regel: Alle Augenzeugen mit Ausnahme der Trainer müssen mindestens 15 Meter Abstand zum Spielfeld einhalten. Die Fans sollen für eine positive Atmosphäre sorgen, indem sie unter anderem lernen, die Entscheidungen der Kinder auf dem Spielfeld zu akzeptieren.

Erfahrungen sammeln und andere daran teilhaben lassen

Während die Konstruktion in Nachbar-Landkreisen wie Dillingen und Augsburg bereits installiert ist, betreten die hiesigen Fußballer und Fußball-Verantwortlichen damit Neuland. Umso wichtiger wird es in der Entwicklungsphase sein, Erfahrungen zu sammeln und andere daran teilhaben zu lassen.

Die beim Anstoß im Auwaldstadion beteiligten Trainer äußerten sich fürs Erste positiv. Maximilian Lamatsch (FCG) fand es gut, dass die Zuschauer nicht mehr unmittelbar am Spielfeldrand stehen und von dort aus versuchen, ihre eigenen Vorstellungen aufs Spiel oder auf ihre Sprösslinge zu übertragen. „Ich hoffe, dass sich das System weiter entwickelt“, sagte er. Harry Pfleger (TSG) will sich überraschen lassen, „ob das mit den jungen Spielern so läuft und ob die beiden Trainer immer der gleichen Meinung sind“.

Die nächsten Spiele in den heimischen Fair-Play-Ligen: SV Münsterhausen – FC Reflexa Rettenbach (Mittwoch, 17.30 Uhr), FC Reflexa Rettenbach – VfR Jettingen, SpVgg Wiesenbach – SV Münsterhausen (beide Freitag, 17 Uhr), TSV Wasserburg – FC Günzburg und TSG Thannhausen – TSV Krumbach (beide Freitag, 18 Uhr)

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