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Handball-Bayernliga

30.04.2018

Sternstunde mit Schönheitsfehler

Raphael Groß als Überflieger: Dem Günzburger (hier im Heimspiel gegen Anzing) gelang zum Saisonabschluss in Friedberg einmal mehr eine überragende Vorstellung. Zum Sieg und zur Vizemeisterschaft reichte es freilich nicht.
Bild: Ernst Mayer

Spielern und Fans gelingt zum Saisonfinale eine überragende Leistung. Die Vizemeisterschaft schnappt sich Friedberg. Günzburg ist stolz auf das Erreichte.

Eine derart sagenhafte Werbung hatte der schwäbische Handball schon lange nicht mehr. Zum Saisonfinale der Bayernliga boten der gastgebende TSV Friedberg und der VfL Günzburg ein ungewöhnlich stimmungsvolles Spiel mit serienweise sehenswerten Aktionen. Das Spiel um die Vizemeisterschaft verloren die Weinroten zwar 31:33 (14:14), am Ende freuten sich aber auch die Unterlegenen über das Erreichte. Trainer Stephan Hofmeister beglückwünschte die Seinen mit den Worten: „Am Ende einer phänomenalen Saison wird die jüngste Mannschaft der Liga starker Fünfter. Fans, Spieler und Abteilungsleitung sind stolz darauf.“

Großartige Stimmung herrschte in der Friedberger Halle, es war eine Sternstunde des Handball-Amateursports. Die TSV-Jugend, ein Erfolgsmodell, trommelte eifrig und feuerte ihre Farben begeistert an. Aus Günzburg waren zwei Busse vorgefahren. Die Reservemannschaft und engste Handballfreunde kamen mit dem Zug, andere mit dem Auto. Es war ein auffälliges Plädoyer für den Günzburger Weg.

Das 0:1 erzielte ein entfesselt spielender Stefan Knittl. Als echtes Friedberger Handball-Kind erlebte er das komplette Derby als super-besonderes Spiel.

Der Auftakt gehörte allerdings den Torhütern Patrick Bieber und Benjamin von Petersdorff, später wurde es zu einem Spiel der Angriffsreihen. Zunächst erarbeitete sich der Günzburger Jugendstil Vorteile. 3:7 konnten lautstarke Fangruppen von der Tribüne lesen, verstehen konnte man den engagierten Hallensprecher kaum, so laut war es. Bis zum 5:10 – das Tor erzielte der erneut überragende Raphael Groß, der hinten wie vorne die schwierigsten Aufgaben zu absolvieren hatte und dabei ohne Zeitstrafen blieb – feierten die Gäste besten Jugendstil. Eine Auszeit und eine Zeitstrafe später stand es ruckzuck 8:10 und bis zum Seitenwechsel hatten die Friedberger, die mehrfach von Überzahl-Situationen profitierten, den Rückstand komplett egalisiert. Überhaupt war die erste Hälfte von erfolgreichem Überzahl-Spiel geprägt, denn auch die frühe und deutliche Günzburger Führung war bereits so zustande gekommen.

Der von erwartungsvoll-lautstarken Anfeuerungen begleitete Wiederbeginn war ein Spiegelbild der ersten Halbzeit. Bis zum 18:19 wurde hart gerungen. Dann erarbeiteten sich die VfL-Spieler Vorteile. Das 19:23 (41.) war der deutlichste Spielstand zu ihren Gunsten nach der Pause. Jetzt aber veränderte sich das Spiel. Fabian Abstreiter mischte die VfL-Deckung nun auf und musste teilweise in Manndeckung genommen werden. Der VfL bekam in einem Abwehrbereich Probleme, in dem sie zuletzt eher selten auftraten, nämlich bei den Vorne-Verteidigern. Das 26:25 durch Abstreiter (49.) bedeutete die erste TSV-Führung überhaupt.

Jetzt wurde es dramatisch, minutenlang stand das Spiel auf des Messers scharfer Schneide. Der VfL glich aus, die Friedberger legten vor. Nico Jensen schaffte noch einmal das Tor zum 29:29. Dann schlugen innerhalb von 100 Sekunden Felix Augner, Paul Thiel und Andreas Dittiger nach Angriffsfehlern der Gäste erbarmungslos zu. Es waren die entscheidenden Würfe zum Derby-Heimsieg – und zur Vizemeisterschaft.

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