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Handball

06.11.2017

Stolze Sieger, schwache Schiedsrichter

Kein Leichtes war es für den Niederraunauer Trainer Udo Mesch, zur gleichen Zeit sein Team engagiert anzutreiben und angesichts der Schiedsrichterleistungen besonnen zu bleiben.
Bild: Dirk Klos

Die Niederraunauer feiern ihren zweiten Landesliga-Sieg. Warum das Resultat fast in den Hintergrund rückt

Eine chronisch erfolglose Mannschaft freut sich natürlich ausgelassen über einen Sieg. Vor allem, wenn er auswärts gelingt. Zeugt doch ein derartiges Resultat von intaktem Teamgeist. Genau so ist der exstatische Jubel der Niederraunauer Handballer zu verstehen, als sie das 34:32 (16:15) bei der HSG Dietmannsried/Altusried in trockenen Tüchern hatten. Immerhin war es erst der zweite Anlass zur Freude in dieser bislang so schlecht verlaufenen Landesliga-Runde.

Ungetrübt war die Freude bei den Mittelschwaben freilich keineswegs. Denn die Angelegenheit artete ums Haar zu einem Skandalspiel aus. Wobei die Begegnung in keiner Weise von den Gästen und schon gar nicht von den Gastgebern in diese Rolle gezwungen wurde. Nein, eine nach Augenzeugenangaben nie vorher erlebte Schiedsrichterleistung brachte das Fass beinahe zum Überkochen. Wobei Experten in der Rückschau unter anderem die Frage stellten, ob Schiedsrichter-Doppeleinsätze auf diesem Niveau Überbelastungen nicht geradezu herausfordern.

Wie auch immer: Das Spiel entglitt Maximilian Krämer und Michael Mund vollends. Benachteiligt fühlten sich vor allem die Niederraunauer, die drei – ihrer Ansicht nach allesamt unberechtigte – Rote Karten erhielten. Doch auch die Gastgeber hielten wenig von einzelnen Entscheidungen der Unparteiischen, was sich in einer Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe äußerte.

Es dauerte ein bisschen, ehe beide Teams auf Betriebstemperatur waren. Die Blauen aus Mittelschwaben gingen in Führung. Andreas von Kries, der seine bisher beste Leistung im Raunauer Trikot ablieferte, zog unhaltbar ab. Das Angriffsspiel der Gäste funktionierte danach, obwohl Coach Udo Mesch erneut zu Umstellungen gezwungen war. Mathias Waldmann ging wieder auf seine angestammte Position auf Linksaußen, da Oliver Kiebler beruflich verhindert war. In der Mitte spielte Michael Thalhofer eine gute Partie als Regisseur und brachte immer wieder von Kries in Wurfposition. Schwierigkeiten hatte dagegen die offensive Abwehrformation. Vor allem dem pfeilschnellen Sebastian Lasitza gelang es immer wieder, in die Nahwurfzone einzudringen und den TSV-Torhütern keine Abwehrchance zu lassen.

Ab der zehnten Minute begann die Zeitstrafenorgie. Eine doppelte Unterzahl stellte die erste Herausforderung dar. Waldmann und von Kries trafen trotzdem. Jetzt fielen die Tore in schneller Folge. Die Allgäuer glänzten mit ihrem Tempospiel, die Raunauer mit ihren Sprungwurftoren. Ein sensationeller Schlagwurf von Ferit Celik fand zum 12:14 sein Ziel. Zur Pause war alles offen.

Kurz nach der Pause hatte dann Florian Gaedt seine dritte Zeitstrafe eingesammelt. Die Gastgeber nutzten das Entsetzen der Raunauer zum 20:19 – ihre einzige Führung während des gesamten Spiels. Doch Waldmann und Thalhofer antworteten postwendend. Raunau war eine Viertelstunde vor Schluss wieder vorn, führte 25:22. Dann der nächste Aufreger. Michael Thalhofer erhielt eine blau-rote Karte. Der Vorwurf: Er soll, nach einer Abwehraktion am Boden liegend, einen Dietmannsrieder am Kopf getroffen haben. Nach dem Spiel gab der HSG-Handballer fair zu Protokoll, dass dem nicht so gewesen war. Die Unparteiischen blieben aber bei ihrer „Linie“. Zwei Minuten später wurde ein erfolgreicher Torwurf von Celik zurückgepfiffen und sogar mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe belohnt, da er den heraustretenden Abwehrspieler getroffen hatte. Jetzt hatte Mesch nur noch A-Jugendliche auf der Bank. Sie machten ihre Sache hervorragend. Florian Rothermel traf zwei Mal kaltschnäuzig von Linksaußen.

Zur Freude der Raunauer stellten die Allgäuer ihre Abwehr beim Stand von 24:28 auf eine extrem offensive Ausrichtung um. Die jungen Gästespieler nutzten die Räume. Marcel Gutmann erzielte beim 29:32 sein erstes Landesliga-Tor – ein enorm wichtiger Treffer. Die beiden abschließenden Tore zum Auswärtssieg gelangen von Kries, der insgesamt elfmal traf. (zg)

TSV Niederraunau Hessheimer, Rogg; von Kries (11), Waldmann (6), Thalhofer (5), Konkel (4/3), Celik (2), Gaedt (2), Rothermel (2), Gutmann (1), Matzner (1)

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