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Interview

19.04.2018

„Tolle Chance für Nachwuchsreiter“

Keineswegs sorgenfrei, aber zuversichtlich sieht Thomas Lang der Zukunft des von ihm geführten Reit- und Fahrvereins Günzburg entgegen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Günzburgs Reiter-Chef Thomas Lang begrüßt neuen Modus der Kreismeisterschaft. Vor dem Frühjahrsturnier gibt’s auch Neuigkeiten in Sachen Umzug des Vereins

Vor zwei Jahren sahen Sie den Verein an der Grenze des Bewältigbaren, im vergangenen Jahr wurde das Günzburger Frühjahrsturnier eher weniger nachgefragt. Als Vorsitzender des gastgebenden Reit- und Fahrvereins: Wie beurteilen Sie das Nennungsergebnis für das an diesem Wochenende anstehende Turnier 2018, Herr Lang?

Der Prozentsatz der Nachnennungen nimmt im Augenblick ein Ausmaß an, dass wir an der Zeiteinteilung vielleicht noch etwas ändern müssen. Ich hatte von 600 Nennungen gesprochen und dabei bereits einige Nachnennungen eingerechnet. Aber derartige Aussagen bewegen sich im Vorfeld immer im Bereich von Schätzungen. Und weil die eigenen Leute immer am längsten brauchen, hatten wir auch unsere 20 Schüler zunächst nicht gemeldet. Die kommen auf jeden Fall dazu.

Wird der nicht ganz freiwillig eingeschlagene Weg Richtung Dressurfestival weiter verfolgt?

Wir bieten 18 Prüfungen bis Klasse M* in Dressur und Springen. Wobei der Schwerpunkt wegen der dort optimalen Platzverhältnisse auf der Dressur liegt. Im Springen wird unser Platz von manchen Reitern nicht mehr akzeptiert, die ihn vor einigen Jahren noch mit Handkuss genommen hätten.

Gibt es beim Frühjahrsturnier 2018 „besondere“ Prüfungen?

Wir bieten Wertungen zur Kreismeisterschaft und Qualifikationsprüfungen für den Bayerns Pferde Champions Club. Da werden alle Sieger zum Finale nach München eingeladen. Beide Wettbewerbe sind eine tolle Chance für Nachwuchsreiter.

Stichwort Kreismeisterschaft. Die wird, anders als in der Vergangenheit, nicht beim Günzburger Frühjahrsturnier entschieden. Diesmal verteilen sich die Wertungsprüfungen auf alle Turniere im Landkreis. Gab es da Eifersüchteleien?

Nein, gar nicht. Der Modus, die Kreismeisterschaft auf mehrere Turniere zu verteilen, macht jetzt auch Sinn. In dieser Luxussituation sind wir aber erst wieder, seit Jettingen wieder Turniere anbietet und seit Bleichen und Edelstetten dazu gekommen sind.

Das Interesse am Reitsport im Landkreis Günzburg steigt also?

Ja, und ich freue mich über jedes Reitturnier in der Region. Je mehr Turniere im Kreis stattfinden, desto mehr kommt unser Nachwuchs, der nicht so weit fahren kann wie die Profis, mit Vereins-Schulpferden zu den Turnieren.

Sie wirken im Vorfeld des Turniers entspannt. Liegt das am eingespielten Organisationsteam?

Die Organisation eines Reitturniers ist nur noch ein Bruchteil dessen, was es früher war. Vor allem dank der EDV. Früher haben wir zu sechst Starterlisten mit der Hand geschrieben – ein Wahnsinn. Jetzt machen wir das zu zweit in einer Stunde. Und wir haben ja unseren Thomas Weimer, der selbst bei einem Rechner-Crash nie die Ruhe verliert. Wenn wir den nicht hätten, wäre ich vermutlich weniger gelassen. So aber besitzen wir ein Computer-Netzwerk, das den Turnierablauf einfacher macht.

Und wie sieht es mit den Plätzen aus? Das Frühjahr war bisher wettermäßig ja eher bescheiden.

Am Dressurplatz braucht man außer Durchfahren nichts machen. Am Springplatz müssen wir noch ein bisschen arbeiten. Den muss man immer unter den gegebenen Rahmenbedingungen beurteilen. Und was sollen wir an diesem Ort neu investieren?

Apropos Investitionen: Gibt es Neuigkeiten in Sachen Umzug des Reitvereins? Da wurde doch ein Grundstück hinter dem Reisensburger Kindergarten ins Auge gefasst.

Der Bezirk Schwaben hat inzwischen einen Vertragsentwurf für den Verkauf des Grundstücks in Auftrag gegeben. Damit erlangen wir quasi Rechtssicherheit, wo wir hinkönnen.

Viel hat sich dann aber nicht getan in der jüngeren Vergangenheit, oder?

Doch. Was ich gesagt habe heißt ja nicht, dass wir in den vergangenen Monaten untätig waren. Wir haben uns einige Reitanlagen angeschaut, denn dieser Umzug bedeutet ja nicht, dass wir nur ein Gebäude hinstellen und Sportstätten errichten. Hier handelt es sich nicht nur um eine Betriebs-Verlagerung, sondern eigentlich um eine Betriebs-Neuerfindung. Leitfragen dabei sind: Was ist finanziell machbar, wirtschaftlich sinnvoll und auch den modernen Anforderungen an den Tierschutz gerecht werdend?

Gibt’s darauf eine Antwort?

Wir sind auf ein Konzept gestoßen, das ich vor einem Jahr zwar gekannt, aber für uns nicht realisierbar gehalten habe. Dieses Konzept heißt „Aktivstall“. Das bedeutet, dass die Pferde nicht in Boxen gehalten werden, sondern in der ihnen natürlich gegebenen Herde auf sozusagen „freiem Gelände“.

Und das bedeutet für den Umzug?

Der Flächenbedarf an Weide ist bei diesem Konzept natürlich deutlich größer als in konventionellen Ställen. Das heißt, wir würden gegenüber den ursprünglichen Überlegungen eher mehr Grundstück benötigen.

Bleibt die Frage aller Fragen: Wann könnte das alles passieren?

Das kann ich heute nicht beantworten. Eine erneute Verlängerung des aktuell bis 30. Juni 2018 bereits verlängerten Pachtvertrages ist seitens des Bezirks in Aussicht gestellt. Wir hoffen, dass das aufgrund unserer Aktivitäten auch möglich sein wird. Das Gespräch führte Jan Kubica

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