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Handball

12.11.2019

VfL-Junioren fordern die Großen

Der Günzburger Lukas Bär hatte mit Zeitstrafen zu kämpfen.
Foto: E. Mayer

Günzburgs zweiter Anzug sitzt – auch wenn’s keinen Punkt gibt

Von einer optimalen Besetzung sind die A-Jugend-Handballer des VfL Günzburg momentan weit entfernt. Trainer Stephan Hofmeister ist nicht dafür bekannt, über die Personalsituation zu jammern. Am vergangenen Sonntag wurde es aber wirklich eng. Mit Frieder Bandlow, Louis Dück, Adam Czako und Marius Waldmann fehlten alle Auswahlspieler im Rückraum und ein wichtiger Kreisläufer. Dennoch freute sich die verbliebene Mannschaft auf ihr Bundesliga-Spiel und wollte das Team der Stunde, die zweitplatzierte JSG Balingen/Weilstetten in deren Halle wenigsten ärgern. Und das gelang auch. Dass das Ergebnis mit 36:29 (16:16) am Ende etwas zu hoch ausfiel, war zu verschmerzen.

Der Günzburger Sebastian Grabher, der es mittlerweile zu einem starken Jugendbundesliga-Kreisläufer gebracht hat, erzielte die beiden ersten Treffer der Begegnung. Die spielstarke und clevere Rückraumformation Alexander Jahn, Lukas Bär und Max Reiner, der sein bislang bestes Spiel im weinroten Trikot machen sollte und dabei sieben Treffer erzielte, wirbelte ordentlich. Bereits nach gut zwei Minuten stand es 1:3. Beide Abwehrreihen und die Torhüter bekamen zunächst gar keinen Zugriff. Beim VfL lag es auch an der Aufstellung. Jahn und Reiner fehlt es eben noch zu höchsten Ansprüchen auf der Halbverteidiger-Position.

Doch auch die JSG tat sich schwer. Dass nur noch ein Punkt zum Erreichen der Meisterrunde fehlte, erwies sich eher als Bürde. In der 19. Minute stellte Max Reiner einen Fünf-Tore-Abstand her, selbst kurz vor der Halbzeit prangte ein 13:16-Überraschungsergebnis von der Anzeigentafel. Das 16:16 zur Pause schmeichelte dem ambitionierten Gastgeber. Der Favorit hatte einiges mitgemacht.

In der Halbzeit machte VfL-Trainer Hofmeister den Seinen Mut, die Gunst der Handballstunde zu nutzen. Alexander Jahn und Kilian Grimm erzielten die nächsten beiden Treffer zum 16:18. Nach dem 19:20 durch Sebastian Grabher bekam Konstantin Pinkl eine Zeitstrafe. Wenig später leistete sich der VfL einen Wechselfehler. Die doppelte Unterzahl nutzte der Favorit zu seiner ersten Führung (21:20). Es folgten, teilweise überschneidend, erneute zwei Zwei-Minuten-Strafen. Besonders der Günzburger Lukas Bär bekam zu spüren, dass nach einer neuen Anweisung an die Schiedsrichter wegen erhöhter Verletzungsgefahr gegenstoß-laufende Spieler nicht mehr von der Seite bekämpft werden dürfen. Sehr schnellen Abwehrspielern mit hohen Antizipationsfähigkeiten wird dadurch die Möglichkeit genommen, Gegenstoßspieler fair am Torwurf zu behindern. Trainer Hofmeister kritisierte nach dem Spiel: „Die Anweisung widerspricht dem Spielgedanken, in dessen Vordergrund der Kampf um den Ball steht, egal, bei welcher Geschwindigkeit. Bis letzte Saison hatten die Schiedsrichter das auch so im Griff.“

Die Balinger ließen sich diese Chance jedenfalls nicht nehmen und zogen auf 25:22 davon. Der VfL hielt diesen Abstand bis zur 50. Minute (28:25). Die an sich faire Begegnung hatte ihren unsportlichen Höhepunkt, als zwischenzeitlich das Kampfgericht bei einem Wechselfehler der JSG erst zu- und dann wegschaute. „Einen solchen Heimvorteil haben die Balinger bestimmt nicht nötig“, schimpfte Hofmeister. „Schön, dass ein aufmerksamer Schiedsrichterbeobachter in der Halle war. So könnte das ein gerechtes Nachspiel haben.“

In den letzten zehn Minuten wurde der Rückstand ein wenig größer. Jacob Sperandio erhielt nun Spielanteile im VfL-Rückraum. Trotz des 36:29 waren die Günzburger stolz auf ihre Leistung und die Spieler aus Balingen und Weilstetten feierten freudig ihren verdienten Einzug in die Meisterrunde. Einfach war es für sie aber nicht, den letzten notwendigen Punkt einzutüten. (zg)

VfL Günzburg Freund, Fieger; Pinkl (4), Grimm (3), Schuller, Guckler, Grabher (7), Bär (1), Jahn (6/1), Sperandio, Reiner (7)

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