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Amateursport

18.01.2021

Warum es im Amateursport kein „Weiter so“ geben darf

Die Schützen hätten nach ihrer Überzeugung relativ leicht einen Weg zum kontaktarmen oder gar kontaktfreien sportlichen Vergleich finden können. Doch auch sie müssen ihre Sportgeräte für bislang unbestimmte Zeit ruhen lassen.
Foto: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Plus Einzelne Sportarten wollen noch Auf- und Absteiger ermitteln. Andere konzentrieren sich bereits voll auf die Zeit nach der Pandemie.

Weise Worte stammen, wie so häufig, aus dem Munde einer Frau. „Der kluge Mann baut vor“, rät Gertrud Stauffacher ihrem Mann Werner in Friedrich Schillers Wilhelm Tell – eine Aufforderung, die ihren festen Platz im Schatz der deutschen Sprichwörter hat. Derzeit bietet die Corona-Krise der gesamten Menschheit die Chance, im Großen wie im Kleinen vorzubauen, um sich vergleichbaren künftigen Ereignissen weniger blauäugig aussetzen zu müssen. Parallel zu allen anderen Bereichen des Alltagslebens leidet dabei der Amateursport nicht nur unter den unmittelbaren Wirkungen der Pandemie, sondern – je nach Betrachtungswinkel mehr oder weniger – auch unter den politischen Reaktionen darauf.

In diesem Sinne bemühen sich Sportler und Funktionäre auch im Landkreis Günzburg schon jetzt darum, Modelle für die Zukunft des Sports zu finden. Unter anderem ist von kleineren Spielklassen die Rede.

Aktuell schwerer wiegt freilich das Problem, wie mit den unterbrochenen Spielzeiten zu verfahren ist. Hier eine kleine Zusammenfassung verschiedener Ansätze:

Bayern- und Landesligisten könnten Ende Februar wieder in den Ligabetrieb einsteigen

Handball In seiner bislang letzten offiziellen Stellungnahme erläuterte der Bayerische Handball-Verband (BHV) Anfang Dezember seine Vorstellungen je nach Pandemie-Verlauf und Spielklasse.

Die Bayern- und Landesligisten sollen im Idealfall Ende Februar wieder in den Ligabetrieb einsteigen und dann bis Ende Juni eine Einfach-Runde zu Ende bringen. Das aus Verbands-Sicht deutlich schlechtere Szenario für den Fall, dass weitere zeitliche Verzögerungen eintreten, sieht Kleingruppen-Turniere an vier Spielwochenenden vor. In beiden Fällen will der Verband Auf- und Absteiger ausspielen.

Einen Abbruch der Runde erwägen die Verantwortlichen in München nur für den Fall, dass der sportliche Wettkampf bis 9. Mai nicht aufgenommen werden kann. Dann würde „die Saison abgebrochen und mit dem Stand September 2020 im Herbst 2021 begonnen.“

Torsten Zofka: Auf- und Absteiger in Mini-Turnieren ausspielen ist "lächerlich"

Exakt diese Lösung ist für den Abteilungsleiter des VfL Günzburg, Torsten Zofka, aus heutiger Sicht „die einzig sinnvolle und auch sportlich faire“. Die Idee, Auf- und Absteiger in Mini-Turnieren auszuspielen, bezeichnet er als „absolut lächerlich“.

Für den Spielbetrieb in den Handball-Bezirken sieht der Verband „eine Einfachrunde mit den Spielen des Rückrundenplans unter Anrechnung der bereits gespielten Vorrundenspiele“ vor. Falls eine Wiederaufnahme des aktiven Sports bis Ende Februar nicht möglich ist, wird die Saison abgebrochen; der Auf- und Abstieg ist in diesem Fall ausgesetzt.

Der Jugend-Spielbetrieb unter dem Dach des BHV ist beendet. Sonderregelungen sind nach aktuellem Stand nur für B-Jugend-Bayernligisten vorgesehen, da es hier um die Teilnahme an nationalen Wettbewerben oder an Qualifikationen dafür geht.

Betrieb der Eishalle in Burgau ist eingestellt

Eissport Wenig überraschend hat sich die Stadt Burgau dazu entschlossen, den Betrieb der Eishalle für diesen Winter einzustellen. Auch andernorts wurden die Kälteanlagen bereits abgeschaltet. Unter anderem in Bad Wörishofen, Kempten und Miesbach ist das Eis abgetaut. Der Bayerische Eissport-Verband (BEV) bedauert das natürlich, kritisiert die vor Ort getroffenen Beschlüsse aber nicht.

Eishockey-Obmann Frank Butz appelliert an alle Beteiligten, sich bereits jetzt intensiv mit der nächsten Saison zu beschäftigen. „Das Virus wird uns auch dann noch begleiten“, äußerte er in München und fügte hinzu: „Damit ab dem Spätsommer ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb möglich ist, sind wir alle (Politik, Verbände und Vereine) gefordert, jetzt die Weichen zu stellen. Als Gesellschaft und für unseren Sport kann es ein Weiter so nicht geben.“

Bezirksschützentag wird auf unbestimmte Zeit verschoben

Schießen Die Saison wurde zunächst unter- und wenig später abgebrochen, noch ehe sie richtig begonnen hatte. Alle Disziplinen auf sämtlichen Ebenen des Amateursports werden nach Auskunft von Bezirkssportleiter Sascha Zirfaß „im nächsten Wettkampfjahr in der gleichen Zusammensetzung starten.“

So ganz von aktuellen Pandemie-Entwicklungen bleiben die heimischen Schützen dennoch nicht verschont: Das Schwaben-Präsidium hat dieser Tage den Bezirksschützentag 2021, der ursprünglich für den 6. und 7. März in Nördlingen geplant war, auf unbestimmte Zeit verschoben. Auf dem Terminplan geblieben sind vorerst andere Großveranstaltungen, unter ihnen die Schwäbische Böllerwallfahrt, die am 6. Juni nach Maria Vesperbild in Ziemetshausen führt.

Im Tischtennis wird die Saison mit einer Einfachrunde beendet

Tischtennis Der Bayerische Tischtennisverband (BTTV) hat bereits von einigen Wochen beschlossen, die laufende Saison mit einer Einfachrunde zu beenden. Der Spielbetrieb wird frühestens am 1. März wieder aufgenommen. Voraussetzung ist eine Lockerung der aktuellen Beschränkungen. Die Termine für die Relegation wurden auf den Zeitraum 13. bis 16. Mai verschoben, um mehr Spieltage für die Hauptrunde zu erhalten. Letztmöglicher Spieltag soll der 9. Mai sein.

Es ist eine Lösung, mit der Stefan Herold leben kann – auch wenn er skeptisch ist, ob diese Zeit ausreichen wird angesichts der fehlenden Perspektive für den Amateursport. Der Abteilungsleiter der TSG Thannhausen sorgt sich derzeit eher um seine Spitzenteams.

TSG Thannhausen sorgt sich um die Spitzenteams

Während in anderen Landkreisen Stützpunktspieler mit Sondergenehmigung unter Einhaltung aller Corona-Maßnahmen in der Halle trainieren dürften, verwehre das Landratsamt Günzburg das den Thannhausern kategorisch – ein Umstand, den die Günzburger Handballer ebenfalls kritisch erwähnt haben. „Im November wurden die Hallen dicht gemacht, um Gleichberechtigung mit den Fitnessstudios herzustellen. Jetzt hört es mit der Gleichberechtigung scheinbar auf. Zumal ja privat durchaus eins gegen eins gespielt werden kann“, sagt Herold.

Wie es für die Thannhauser Frauen in der Regionalliga weitergeht, steht noch nicht fest. Das nächste Spiel ist vorerst für den 28. Februar angesetzt.

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