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Landesliga

25.04.2015

Wider den Harakiri-Stil

Missmut trotz des guten Tabellenplatzes: Einige Äußerungen im Umfeld ärgern den Sportausschuss-Vorsitzenden des SCI, Jürgen Conzelmann.
Bild: Ernst Mayer

Alles super beim SC Ichenhausen? Von wegen: Jürgen Conzelmann ärgert sich über die Wortwahl derer, die zu schnell zu hoch fliegen wollen

Die Geschichte von Ikarus dürfte, zumindest in Grundzügen, den meisten Zeitgenossen bekannt sein. Genau diese Geschichte vom Übermütigen, der nach der Sonne greift, hat Jürgen Conzelmann derzeit häufig im Kopf. Die griechische Mythologie jedoch erscheint dem Sportausschuss-Vorsitzenden des Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen nicht plastisch genug, um seinen Unmut über Aussagen darzulegen, die er in der jüngeren Vergangenheit im Umfeld des Vereins vernommen hat. Ein paar Wortführer, so denkt er, gefährden den SCI-Erfolg. Ihnen wirft Conzelmann Harakiri-Stil vor.

Der Klassenerhalt ist längst kein Thema mehr für die Königsblauen, der Tabellenplatz im oberen Drittel der Rangliste ist einigermaßen gefestigt. Kurz vor dem Heimspiel gegen den VfB Durach (Anstoß ist am Sonntag um 15 Uhr im Hindenburgpark) ist aus Conzelmanns Sicht ein geeigneter Moment, um den Gang an die Öffentlichkeit zu suchen. Es nagt einfach an ihm und er will es auch nicht akzeptieren, dass Einzelne so tun, als hätten die SCI-Verantwortlichen eine historische Möglichkeit verpasst, indem sie nicht alles auf die Karte „Durchmarsch in die Bayernliga“ gesetzt haben. Deshalb möchte er seine auf Jahre angelegte Vision zum wiederholten Mal darlegen. Schlicht formuliert heißt sie: „Die Zielrichtung ist nach wie vor, ordentlich in der Landesliga Fußball zu spielen.“ Wer von mehr träume oder gar mehr einfordere, dem fehle schlicht die Einsicht in interne Abläufe des Unternehmens Fußball im SC Ichenhausen, urteilt der Sportausschuss-Vorsitzende.

Los gehe es mit Äußerungen, der Verein spiele angeblich mit einem wahren Monster-Etat. Conzelmann dagegen ist überzeugt, das der fünfte Tabellenplatz exakt die derzeitige wirtschaftliche wie sportliche Leistungsfähigkeit des SCI spiegelt. „Wir sind sicher in der Lage, in einem Spiel dem einen oder anderen Spitzenteam Paroli zu bieten. Aber wenn vier Mannschaften vor uns den doppelten oder dreifachen Etat haben, wirkt sich das über eine ganze Saison aus“, sagt er. Wie hoch der Etat der Königsblauen ist und wie stark er sich selbst daran beteiligt, mag Conzelmann nicht auf den Euro genau darlegen. Aber er führt aus: „Ich kann bezeugen, dass wir es schon in diesem Jahr geschafft haben, nur in einem fünfstelligen Bereich tätig zu sein. Für die kommende Saison konnten wir den Etat noch einmal um 10000 Euro senken – auch, weil die jungen Leute aus der Umgebung, die wir neu dazu geholt haben, mitmachen.“

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Dass im Landesliga-Ozean nach Conzelmanns Darstellung einige größere Fische schwimmen, ist das eine. Das andere ist das Sportgelände – und da erfüllt der Hindenburgpark in seiner heutigen Verfassung einfach keine Bayernliga-Standards. Conzelmann sieht hier eine Herkules-Aufgabe für die Zukunft. In Sachen Zuständigkeiten sagt er dazu freilich klipp und klar: „So lange die Stadt und der Verein nicht in der Lage sind, im äußeren Bereich bessere sportliche Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, ist es undenkbar, an andere Ziele als an die Landesliga zu denken.“

Zur nachhaltigen sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung zählt für Conzelmann auch, das Konzept gemeinsamer Anstrengungen mehrer Vereine über den Jugendbereich hinaus (Stichwort: JFG) auf den Erwachsenenbereich auszuweiten. Konkret denkt er angesichts des bereits zu beobachtenden Reserven-Sterbens im deutschen Amateurfußball an regionale U23-Teams.

Zusammenfassend formuliert Conzelmann: „Ich kann unserer Mannschaft, dem Trainerteam und allen Verantwortlichen nur zu dem gratulieren, was bisher erreicht wurde. Genau diesen Weg verfolgen wir beim SC Ichenhausen weiter.“

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