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Interview

13.09.2019

„Wir haben die gleiche Fußball-Philosophie“

Das Trainerteam Thomas Zöllner/Andreas Weßling mit den Abteilungsleitern Bernhard Stix (SV Kleinbeuren) und Christoph Kraus (SV Ettenbeuren).
Bild: C. Sax

Thomas Zöllner und Andreas Weßling trainieren die SG Kammeltal gleichberechtigt. Wie sie das machen und woran es noch krankt

Sie sind von der SG Kammeltal als gleichberechtigte Trainer für die neue Saison verpflichtet worden mit dem Ziel, Impulse für den Weg nach oben zu erzeugen. Nach zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen sowie aktuell nur Platz acht in der Kreisklasse West 1 ist die Mannschaft noch ein Stück entfernt von diesem Ziel. Wo krankt es denn?

Es ist wie immer, wenn man anfängt, Fußball zu lehren. Das ist eben ein weiter Weg, bis die Dinge umgesetzt sind. Und es gibt halt auch Phasen, in denen zu viel nachgedacht und so der Faden verloren wird. Auch konnten wir bisher nicht zweimal hintereinander mit der gleichen Elf antreten. Das soll aber keine Ausrede sein, denn wir haben einen guten Kader. Wir müssen aber Geduld haben, bis Gelerntes sich in Automatismen zeigt. Weßling: Unser großes Manko bislang ist die Chancenauswertung. Wir haben gute Spiele gezeigt, aber es einfach nicht geschafft, uns zu belohnen, weil wir selbst 100-prozentige Chancen leichtfertig liegen lassen.

Am vergangenen Sonntag hat die SG trotz Rückstand und Unterzahl nach 43 Minuten das Spiel noch gedreht. Spricht das für die Moral?

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Ja, eindeutig.

Und ein Brasilianer hat sein erstes Tor für die SG erzielt.

Stimmt. Rayan Silva Louzeiro kommt aus Brasilien. Er hat Verwandtschaft in Ettenbeuren und ist immer mal für drei Monate in Deutschland. Dann spielt er bei uns, so lange sein Visum gütig ist. Leider hat es fast die Hälfte seiner Aufenthaltszeit gedauert, bis er eine Spielberechtigung erhalten hat.

Die SG hat in der Sommerpause fünf neue Spieler erhalten. Haben die alle eingeschlagen?

Emre Can Alkan ist bereits Stammspieler. Rizah und Aber Sopjani sind auf dem besten Weg dorthin. Fabian Renz war in der Vorbereitung bereits eine enorme Verstärkung, ist aber seitdem verletzt und wird wahrscheinlich erst nach der Winterpause wieder dazustoßen. Eduard Thommy ist wieder im Ländle und wird demnächst sein erstes Spiel für die SG machen. Als A-Jugendlicher ist Benni Dir zu uns gestoßen und verstärkt aktuell das Team der zweiten Mannschaft.

Es gibt doch bestimmt Situationen, in denen auch bei gleichberechtigten Trainern die Meinungen auseinandergehen, etwa bei der Mannschaftsaufstellung. Wie regeln Sie das?

Wir kennen uns schon seit Jahren, haben die gleiche Fußball-Philosophie bezüglich Aufstellung, Taktik und so weiter und wir sprechen die Dinge intensiv miteinander ab. Zöllner: Meinungsverschiedenheiten werden grundsätzlich ausdiskutiert und Fälle, wo einer stur auf seine Meinung beharrt hat, die hat es noch nicht gegeben.

In der Mannschaft spielen mit Dominik und Maximilian zwei Söhne von Trainer Weßling. Muss man da bei der Aufstellung aufpassen, dass kein Familienbonus ins Spiel kommt?

Dass das nicht vorkommt, dafür ist ja der Thomas da. Zöllner: Das hat mit Namen nichts zu tun. Es zählt ganz einfach das Leistungsprinzip und da kommt man momentan um die Beiden nicht herum. Max Weßling ist als Zehner oder Sechser aus dem Team nicht wegzudenken, weil er sehr gut arbeitet, Fußball mit Verstand spielt und nicht nur Tore vorbereitet, sondern – wie zuletzt zweimal – auch selbst welche erzielt. Dominik Weßling hatte zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen, hat sich aber nach seiner Reha wieder in die Mannschaft zurückgespielt und zählt wieder zur Stammelf.

Seit gut einem Jahr gibt es die Spielgemeinschaft, entstanden aus dem SV Ettenbeuren und dem SV Kleinbeuren. Wenn Sie den Entschluss aus heutiger Sicht betrachten: War es die richtige Entscheidung?

Auf jeden Fall. Nur so ist ein Spielerpotenzial gewährleistet, das man als selbstständiger Verein auf Dauer nicht mehr gehabt hätte. Und ich denke, es wird die SG auch noch länger geben, weil sie gut harmoniert. Zöllner: Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen Derbys zwischen den beiden Vereinen mit viel Rivalität geführt wurden. Aber das ist längst Vergangenheit und heute Gott sei Dank kein Thema mehr.

Am Sonntag geht es gegen den Tabellenzweiten SV Neuburg. Dieses Spiel dürfte schon mal aufzeigen, wo die SG Kammeltal künftig in der Tabelle zu finden sein wird, oder?

Natürlich ist es ein richtungweisendes Spiel, aber unsere Entwicklung hängt nicht allein davon ab. Wir haben uns in dieser Saison meistens selbst geschlagen, aber die Neuburger müssen gut drauf sein, wenn sie etwas mitnehmen wollen. Interview: Alois Thoma

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