Es ist nachmittags. Während einige Kolleginnen und Kollegen noch im Klassenzimmer stehen, sitzt Dilan Madel, 30 Jahre alt, Lehrerin, in ihrem Wohnzimmer zu Hause zwischen Unterrichtsmaterialien und Laptop. Im Hintergrund spielt ihre Tochter ruhig für sich. Madel arbeitet in Teilzeit. Für sie ist das kein Luxus, sondern notwendige Grundlage, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. „Seit September 2025 arbeite ich in Teilzeit, weil ich ein Kind habe. Ich glaube nicht, dass ich Vollzeit die Betreuung meiner Tochter, den Haushalt und meinen Beruf gleichzeitig so bewältigen könnte, wie ich es mir gerecht vorstelle“, sagt sie.
Die politische Diskussion über eine mögliche Einschränkung der Teilzeitarbeit bereitet ihr Sorgen, erzählt die Mutter im Gespräch. Im Vorstoß der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion war die Rede davon, das Recht auf Teilzeit abzuschaffen. Madel würde wegen der Kinderbetreuung allerdings nicht in die Kategorie „Lifestyle-Teilzeit“ fallen. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass das wirklich umgesetzt wird. Ich liebe meinen Beruf, aber unter Vollzeitbedingungen könnte ich ihn nicht gewissenhaft ausüben. Unterricht bedeutet viel mehr, als nur im Klassenzimmer zu stehen. Ich bereite Stunden vor, korrigiere, plane Projekte. Auch an meinen freien Tagen arbeite ich.“
Besonders wichtig ist ihr die mentale Komponente. „Wenn Menschen merken, dass sie sich einem Vollzeitjob mental nicht mehr gewachsen fühlen, weil die Belastung zu hoch ist, dann halte ich es für sinnvoll, Stunden reduzieren zu können. Wir wollen schließlich keine Gesellschaft, in der immer mehr Menschen im Burn-out landen.“
Landkreis Günzburg
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren