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Kirchhaslach

19.12.2017

100-Jährige steigt jeden Tag für zehn Minuten aufs Trimmrad

Käthe Bestler (Mitte) feierte 100. Geburtstag. Zu den Gratulanten zählten die stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger und Bürgermeister Franz Grauer.
Bild: Claudia Bader

Käthe Bestler ist mit 100 Jahren die älteste Bürgerin Kirchhaslachs – und erzählt von ihrem bewegten Leben.

Wenn das Haar auch weiß und das Gehen beschwerlicher geworden ist, so empfindet Käthe Bestler aus Kirchhaslach dennoch jeden Tag Zufriedenheit und Freude am Leben. An ihrem 100. Geburtstags lacht sie übers ganze Gesicht. Vor allem, weil sie noch rüstig ist und von ihrer Familie umsorgt wird. Während die stellvertretende Landrätin Marlene Preißinger die Glückwünsche des Landkreises Unterallgäu übermittelte, gratulierte Bürgermeister Franz Grauer der ältesten Bürgerin seiner Gemeinde.

Die am 16. Dezember 1917 in Berlin geborene Jubilarin kann auf ein spannendes und nicht immer leichtes Leben zurückblicken, währenddessen sie Krieg, Flucht und Vertreibung durchleiden musste. Mitten in der deutschen Hauptstadt aufgewachsen, hat Bestler den Beruf der Schuhverkäuferin erlernt. Da die Mutter ihres Freundes Jüdin war, musste das Paar zur Heirat eine besondere Genehmigung einholen. „Diese erhielten wir erst, als unser Sohn drei Jahre alt war“, erinnert sie sich. Nachdem sie zur Abteilungsleiterin eines großen Schuhhauses aufgestiegen sei, musste sie wegen des Kriegs mit Sohn und Mutter nach Schlesien fliehen. Von dort kam sie im Zuge der Vertreibung wieder nach Berlin zurück. „Wochenlang waren wir mit einem Flüchtlingstreck auf abenteuerliche Weise unterwegs, ehe wir endlich in der alten Heimat angekommen sind“, berichtet die 100-Jährige.

Ihr Mann sei 1943 gefallen. Nachdem auch ihr zweiter Ehemann schnell verstorben ist und der Sohn bei der Wehrmacht war, flüchtete Bestler im Zweiten Weltkrieg nach Krumbach. Während ihrer Tätigkeit als Mesnerin der evangelischen Kirche lernte die Jubilarin Otto Bestler kennen. „Er war Diakon der Apostelkirche und ebenfalls verwitwet“, blickt sie zurück. Bald nach der Hochzeit 1964 verstarb ihr dritter Mann und sie blieb bei dessen Tochter und deren Familie. Als Maria und Paul Schattel 1984 in Kirchhaslach eine Fischzucht gründeten, nahmen sie die Großmutter mit, die nach Kräften im Haushalt mithalf.

Trotz ihres Alters wohnt Bestler in ihrer eigenen Wohnung. Ihre Wäsche kann sie noch selbst machen. Außerdem legt sie großen Wert auf ein gepflegtes Aussehen. „Ich esse täglich einen Apfel und habe schon über 20 Jahre lang keinen Arzt mehr gebraucht“, erzählt sie stolz. Einen Rollator lehnt die Seniorin strikt ab. Stattdessen steigt sie jeden Tag für zehn Minuten aufs Trimmrad. Bis vor Kurzem hat sie regelmäßig über Kreuzworträtsel gegrübelt. Jetzt schaut sie lieber fern. Die Lektüre der Tageszeitung sowie das Interesse an Politik halten sie geistig beweglich. Ihren Geburtstag hat Bestler im Familienkreis gefeiert, zu dem neben vier Enkeln auch ein Urenkel zählt.

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