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Südlicher Landkreis

26.03.2015

1500 Euro Strafe für betrügerische Geschäftsfrau

Eine 53 Jahre alte Geschäftsfrau hat sich wegen Betruges vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten müssen.
Bild: Alexander Kaya

 Eine 53-Jährige  orderte Ware, obwohl sie bereits die eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte. Die Quittung bekam sie jetzt vom Amtsgericht Neu-Ulm

 Das Amtsgericht Neu-Ulm hat heute Vormittag gegen eine Geschäftsfrau aus dem südlichen Landkreis einen Strafbefehl über 1500 Euro (50 Tagessätze à 30 Euro) wegen Betrugs verhängt. Die 53-Jährige hatte im Oktober 2012 bei einer Modefirma mit Sitz am Ammersee Ware im Wert von rund 1100 Euro geordert, obwohl ihr finanziell längst das Wasser bis zum Hals stand und sie bereits in einer eidesstattliche Versicherung („EV“, früher Offenbarungseid) ihre prekären Vermögensverhältnisse dargelegt hatte.

Dass es überhaupt zu einer mündlichen Verhandlung bei Richterin Antje Weingart gekommen ist, war dem Umstand geschuldet, dass die Frau Einspruch gegen den schon vor einigen Monaten erlassenen Strafbefehl eingelegt hatte – den sie letztlich zurückzog. Bis dahin bedurfte es aber dreier Anläufe.

In einem ersten Prozess im Februar konnte keine Entscheidung gefällt werden, da das Gericht noch wichtige Zeugen befragen wollte. Der Fortsetzungstermin zwei Wochen später platzte, weil der Verteidiger der Angeklagten erkrankt war. Da deshalb entscheidende Fristen nicht eingehalten werden konnten, musste das Verfahren heute von vorne aufgerollt werden.

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Wie schon in der ersten Verhandlung blieb die 53-Jährige bei ihrer Version, wonach sie von den Vertretern der Modefirma trotz ihrer Probleme quasi überredet worden sei, Schals und Tücher zu ordern. Sie gab an, dass sie bis zum Oktober 2012 die Ware stets persönlich und gegen Barzahlung in der Münchner Niederlassung des Labels abgeholt habe. An besagtem Tag sei sie auf Anraten eines Gerichtsvollziehers zusammen mit ihrer Schwester als Zeugin wieder in München gewesen, als sie von einer „Dame“, deren Name sie nicht mehr wusste, angesprochen worden. Die Dame habe sich als Tochter des Chefs vorgestellt und sie aufgefordert, Ware künftig per Auftrag zu ordern und nicht selbst abzuholen. Die Angeklagte behauptete weiter, sie habe die Dame ausdrücklich auf ihr finanzielles Dilemma hingewiesen und ihr sogar die eidesstattliche Versicherung vorgelegt. Ohne Erfolg – die ominöse Dame habe ihr versprochen, zu helfen.

Dass diese Unterredung stattgefunden habe bestritt die Dame unter Hinweis auf ihren Geschäftskalender und schloss kategorisch aus, bei Vorlage einer EV einen Auftrag überhaupt anzunehmen. „Wir sind doch Geschäftsleute.“Auch die Schwester der Angeklagten konnte nur berichten, dass die Geschäftsfrau „üblicherweise“ einen Hinweis auf ihren Schufa-Eintrag gegeben habe. Ob das EV-Dokument damals vorgezeigt wurde, konnte sie nicht sagen. Angesichts dieser Aussagen zog die Beschuldigte ihren Einspruch zurück – legte somit sozusagen durch die Hintertür ein Geständnis ab. Aus merkantilistischer Sicht hat die Geschäftsfrau mit Zitronen gehandelt, als sie es zur Verhandlung kommen ließ. Außer den 1500 Euro Strafe muss sie jetzt auch die Fahrtkosten und den Verdienstausfall der Zeugen bezahlen. Außer Spesen nichts gewesen.

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