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Bund schlägt Ausschankverbot für Alkohol und Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor

25.06.2009

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Landkreis Vier neue Kombiklassen wird es im kommenden Schuljahr im Landkreis geben. In den Grundschulen in Reutti, Thalfingen, Unterelchingen und Bellenberg wird es ab Herbst also jeweils eine Klasse geben, in der Kinder der ersten und zweiten Jahrgangsstufe gemeinsam unterrichtet werden. Doch bei vielen Eltern und Bürgermeistern stößt dieses Vorhaben nicht auf Zustimmung.

Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und die sechs Vertreter der Stadtratsfraktionen wollen mit aller Macht eine Kombiklasse an der Grundschule in Reutti verhindern (wir berichteten). Und auch in Bellenberg gibt es Widerstand. "Was uns aufstößt, ist, dass es so schnell gehen muss", sagt Ursula Buchmann, die Vorsitzende des Elternbeirats.

Erst Ende Mai, eine Woche vor dem Beginn der Pfingstferien, seien die Eltern informiert worden, dass es ab dem kommenden Schuljahr eine jahrgangsübergreifende Klasse geben wird. "Wir sind nicht dagegen", betont Buchmann.

Das pädagogische Konzept einer Kombiklasse würde sie sogar befürworten. Doch: "Eine längere Vorlaufzeit wäre besser gewesen", kritisiert sie. Der Elternbeirat der Grundschule hat nun sogar einen offenen Brief an den Kultusminister geschrieben.

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Kleine Schulen, wie die Grundschule in Bellenberg, fallen einem "gnadenlosen Zahlenspiel zum Opfer", heißt es darin. Sie kritisieren, dass die Zuteilung von Lehrerstunden nicht an die allgemein sinkenden Schülerzahlen angepasst werde. "Unsere Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller unterstützt die Lindenschule Bellenberg in ihrem Bestreben, die Kombiklasse für das kommende Schuljahr abzuwenden", sagt Rektorin Christine Zimmerhackl. "Das pädagogische Konzept halten wir für sinnvoll", sagt sie. Doch auch die Rektorin bemängelt, dass die Schule dieses Konzept zu schnell umsetzen müsse. "Wir bräuchten eigentlich mehr Zeit", sagt sie. Dennoch ist man vorbereitet: Die Lehrer haben bereits Fortbildungen besucht und werden ihre Schulungen noch weiter fortsetzen.

Schulamtsdirektor Kurt Bucher hingegen verteidigt die Zusammenlegung von Klassen. "Die kognitiven Leistungen der Kinder bleiben nicht zurück", sagt er. In den vier betroffenen Schulen habe es im Durchschnitt Klassen mit weniger als 20 Schülern gegeben. "Natürlich ließen sich auch dort je zwei erste und zweite Klassen bilden, aber wir müssen einen Ausgleich finden", sagt Bucher und verweist auf das Budgetierungssystem, mit dem in Bayern die Lehrerstunden den Schulen zugeteilt werden. Circa 1,25 Lehrerstunden würden in Bayern pro Schüler berechnet. "Daraus ergibt sich eine Gesamtstundenzahl, die für alle 38 Grundschulen im Kreis zur Verfügung stehen."

Dann gelte es, die Stunden gerecht zu verteilen. Und bei geringerer Schülerzahl seien manchmal eben Kombiklassen die notwendige Konsequenz. "Wir müssen einen vernünftigen Ausgleich schaffen. Das ist nur auf diese Art und Weise möglich." In Reutti, Thalfingen, Unterelchingen und Bellenberg wird im kommenden Schuljahr also eine Klasse eingespart. Dennoch: "Kombiklassen sind kein Sparmodell", sagt Bucher. "Die Lehrerstunden, die an der einen Schule frei werden, werden zur Versorgung der anderen Grundschulen verwendet."

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