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Altenstadt

24.02.2019

50 Jahre Faschingsumzug: Die Altenstadter Narren feiern

Illertissen - Altenstadter Faschingsumzug - Schedder Häxa Altenstadt
2 Bilder
Altenstadt - Fasching - Umzug - Altenstadtr Faschingsumzug 2019 -
Bild: Alexander Kaya

Partyalarm in Altenstadt: Seit fünf Jahrzehnten zieht der Gaudiwurm durch den Ort. Am Jubiläumswochenende gibt es ein großes Festprogramm.

Wetterhoch und Stimmungshoch in Altenstadt! Zum 50. Mal schlängelte sich heuer ein großer, bunter und schriller Gaudiwurm durch die Straßen der Marktgemeinde. Unter blauem Himmel und mit mehr als 70 Zünften, Gruppen, Faschingswagen und Guggenmusiken sowie mehreren tausend Zuschauern war der große Jubiläumsumzug am Sonntagnachmittag der Höhepunkt des Festwochenendes.

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50 Jahre Umzug: Nicht das einzig Faschingsjubiläum in Altenstadt

Angeführt wurde der „Jubiläumsomzug“ von einem Mann der ersten Stunde des Altenstadter Faschings. Robert Kramer grüßte das Narrenvolk vom Cabrio aus. Vor fünf Jahrzehnten sei nicht absehbar gewesen, dass sich der „Faschingsomzug“ irgendwann zum 50. Mal jähren werde, sagte Kramer. „Doch der ,Omzug‘ hat sich toll entwickelt.“ Gleich am Anfang der närrischen Formation liefen die Altenstadter Zünfte. Die Zweite Vorsitzende der Unteroich’r Keazalälle, Silke Hämmerle, freute sich, dass ihre Gruppe in diesem Jahr 45-jähriges Bestehen feiern könne und in keinem dieser Jahre beim Umzug gefehlt habe.

Und es gibt noch ein Jubiläum in Altenstadt: 25-jähriges Narrentreiben feiern die Schedder Häxa Altenstadt in diesem Jahr und an diesem Wochenende. Als sichtbares Zeichen hierfür hatte erstmals ein großer Hexenkessel auf einem Faschingswagen Platz gefunden. Seit mehr als 40 Jahren bereichern die Alta’stad’r Schella Vegl das närrische Treiben. Treue Besucher sind auch die Aumer Kröpf, die laut Moderator Klaus Butterhof seit 1979 nach Altenstadt kommen.

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Wetterhoch und Stimmungshoch in Altenstadt beim "Faschingsomzug". Zum 50. Mal schlängelte sich ein großer, bunter und schriller Gaudiwurm durch die Straßen der Marktgemeinde.
Video: Armin Schmid

Die Organisatorin Birgit Kundela freute sich, dass Zünfte von der schwäbischen Alb und auch die Guggenmusik „Wirus“ aus St. Gallen in der Schweiz weite Wege zum Altenstadter Faschingsspektakel auf sich genommen haben. Nachdem der „Jubiläumsomzug“ im Narrendorf am neuen Marktplatz endete, feierten Hästräger, Faschingsfreunde und Besucher im Ort und auch im Festzelt „Hinterm Schultes“ ausgelassen weiter.

Beim Rathaussturm gab es Unterstützung vom Bodensee

Doch bereits am Abend vor dem großen Umzug waren Hästräger, Guggenmusiken und allerlei närrisches Fußvolk auf Altenstadts Straßen unterwegs. Ihr erstes Ziel: Das Rathaus. Denn zum Jubiläum wurde der Rathaussturm vom Gompigen Donnerstag auf den Samstagabend vorverlegt. In großer Zahl positionierten sich die Altenstadter Narrenzünfte vor dem Amtsgebäude ihres Bürgermeisters. Unterstützung bekamen sie von den Mühlengeischter aus Eigeltingen und den Pfütza-Pfiefa aus Lochau. Die beiden Gruppen kommen aus der Nähe vom Bodensee und haben als Gast-Guggenmusiken das Treiben vor dem Rathaus angefeuert. Zusammen ergaben die Hästräger mit ihren Masken und Kostümen ein eindrucksvolles Bild der närrischen Macht, die für Bürgermeister Wolfgang Höß und seine Marktgemeinderäte nichts Gutes verhieß.

Rädeslführer waren die Unteroich'r Keazalälle

„Mit dene dia jetzt do send, wend mir´s Rathaus stürma, damit mir dia Amtsgwalt übernemma kennat“, kündigte Moderator Hans Mayer von den Unteroich´r Keazalälle an, die als wohl Rathaussturm-erfahrenste Faschingszunft als Rädelsführer agierten. Denn schon vor der Eingemeindung von Untereichen zum Markt Altenstadt 1975 wurde dieser damals noch eher unbekannte Brauch dort von Faschingsnarren gepflegt. Auch diesmal gelang der Narren-Putsch. Bürgermeister Wolfgang Höß und die anwesenden Markgemeinderäte wurden gefangen genommen und vor das Rathaus geführt. Zeitweise kniend mussten sie sich ihre „Schandtaten“ anhören. Von dem „Solartempel“ bei Filzingen oder dem Bürgerentscheid zur Windkraft, wegen dem investier-freudige Altenstadter wohl nach Kellmünz abwandern müssen, war da die Rede. Schließlich zogen die Narren in Richtung TSV-Halle ab, wo ein Faschingsball wie „vor 50 Johr“ stattfand. Einige Fackeln erhellten dabei mit stimmungsvollem Licht den abendlichen Zug durch die dunklen Straßen.

Premiere bei der Narrenmesse: Der neue Pfarrer hält die Büttenpredigt

Auch die Kirche in Altenstadt war am Sonntagvormittag dieses Jubiläumswochenendes besonders gut besucht. Bunt und laut sorgten die Bläach-Gugga-Fätzzer für gute Laune bei der Narrenmesse. Die Stimmung war dermaßen ausgelassen, dass manche sogar eine Faschingspolonaise durch das Gotteshaus wagten. Pfarrer Thomas Kleinle erfüllte bei der schon traditionellen Messe, wie er sagte, „meine Pflicht und predige heute im Gedicht“. Die originelle Büttenpredigt des neuen Pfarrers war ein mit trockenem Humor gespickter Rundumschlag auf weltliche wie hiesige Begebenheiten. Zu Letzterem zählt beispielsweise der seit Langem ausstehende Umbau des Pfarrhofs oder die generell von Kirchenbesucher erhoffte Länge, oder besser gesagt Kürze, seiner Gottesdienste. Kleinles Premieren-Büttenpredigt wurde von den Altenstadter Narren, die ihr 50-jähriges Alter laut Kleinle „gut überschminkt“ hätten, mit viel Applaus bedacht.

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45 Bilder
Die Narren haben Altenstadt fest im Griff
Bild: Zita Schmid

Auch vonseiten der Polizei gab es bis zum Sonntagabend kaum Negatives über das Jubiläumswochenende zu berichten. Am Samstagabend wurde lediglich ein Wildpinkler erwischt, der sich nahe des Festzelts an einem Gartenzaun erleichterte. Die Polizei griff außerdem zwei Jugendliche auf, die auch noch nach Mitternacht bei der Faschingsfeier im Festzelt waren.

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