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Bürgerversammlung

28.02.2015

„A schwäbischs Maul spricht selten französisch“

Zahlreiche „Baustellen“ beleuchtete im wahrsten Sinne des Wortes Helmut Scheidler, von der Frundsbergbrücke bis zum Molkeareal.
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Zahlreiche „Baustellen“ beleuchtete im wahrsten Sinne des Wortes Helmut Scheidler, von der Frundsbergbrücke bis zum Molkeareal.

Neue Straßennamen in Babenhausen gehen nicht jedem Einheimischen leicht von der Zunge

Französische Straßennamen, Wasserverluste und fehlende Leuchten, aber auch die Normaparkplatz-Rallyes, das Pfarrheimgerüst und fehlende Bauplätze in Klosterbeuren – bei der Bürgerversammlung sorgten wieder einige Themen für Diskussionen.

Den Reigen der Wortmeldungen hatte Hubert Rendle eröffnet. Zwar unterstütze er die Partnerschaft Babenhausens mit den beiden Mayennegemeinden ausdrücklich, jedoch hätte es im Neubaugebiet nicht der Straßenamen Argentréring und Louvignéweg bedurft. Die könne kaum einer richtig aussprechen geschweige denn schreiben („A schwäbischs Maul spricht selten französisch“). Ein „wunderschönes Baugebiet“ werde somit oft nicht gefunden. Bei der Namensgebung sei hier mit einer „alten Tradition gebrochen“ worden. Hinter der großen Mauer werde das „Weinrieder Feld“, was Rendle viel besser gefallen hätte, häufig gar nicht registriert. Er schlug ein zusätzliches Hinweisschild vor. Um dieses will sich Bürgermeister Otto Göppel kümmern. Er erinnerte aber daran, dass es in den französischen Partnergemeinden schon lange eine „Rue de Babenhausen“ gibt. Als nicht haltbares Gerücht wies er Behauptungen zurück, dass in diesem Neubaugebiet („Franzosenviertel“) auf einen Spielplatz verzichtet werde, weil es schon genügend davon im Fuggermarkt gebe.

Helmut Scheidler monierte, dass keine konkreten Zahlen über die Wasserverluste vorgelegt wurden. Diese sind laut Marktbaumeister Reinhard Liedel „nicht mehr so schlimm wie vor zwei, drei Jahren“. Trotzdem werde weiterhin nach Lecks gesucht.

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Dass in der Bauphase die Bauherren von den Hydranten kostenlos Wasser entnehmen können, bestätigte Liedel. Allerdings unterstrich er Scheidlers Forderung, möglichst sparsam damit umzugehen. Zu sparsam ist Scheidler aber die Ausleuchtung in manchen Straßenzügen, beispielsweise am Molkeareal. Besonders im Bereich der Günzbrücke/Einmündung Gerhart-Hauptmann-Straße sei es „kuhranzanacht“, und so manche Frau stehe dort „Todesängste“ aus.

Bürgermeister Göppel verwies auf den beschlossenen kompletten Leuchtmitteltausch samt Bestandsaufnahme, wodurch der Fuggermarkt heller werden soll. Für das außerdem monierte Pfarrzentrumsgerüst sei, so Göppel, die Gemeinde der falsche Ansprechpartner, ebenso für angesprochene Halteverbote beziehungsweise deren richtige Beschilderung im Innerortsbereich. Zudem kritisierte Scheidler die Parkierungssituation östlich des „Polizeihauses“, beim „Vehres“ oder am Molkeareal. Bei Letzterem seien die Linien zur Begrenzung der Stellplätze nicht umgesetzt worden. Dies könne auch Vorteile haben, sagte Göppel, der auf die Vernunft der Autofahrer setzt. Eine totale Verkehrsüberwachung sei außerdem zu teuer und deshalb nicht jeden Tag möglich.

Die von Scheidler erwähnten Autorallyes über den Normaparkplatz sind auch der Gemeinde ein Dorn im Auge. Unter anderem wurde dieses Argument gegen diesen Standort vom Marktrat ins Feld geführt. Allerdings habe man diesbezüglich vor Gericht verloren.

Ulrich Leinauer, der zusammen mit seiner aus Klosterbeuren stammenden Partnerin in dem Ortsteil einen Bauplatz sucht, war bisher nicht fündig. Laut Göppel werde derzeit versucht, im Süden ein kleines Baugebiet auszuweisen. Dabei sei der von Sportplatz und Staatsstraße ausgehende Lärm bisher ein Hinderungsgrund. Diesbezüglich werde aber ein „kleines Lärmschutzgutachten“ in Auftrag gegeben. „Dauert dies noch Jahre oder gibt es einen Plan B?“, wollte Leinauer ergänzend wissen. Eine Entscheidung soll laut Bürgermeister noch dieses Jahr fallen, auch über eine Alternative „am anderen Ende Klosterbeurens“.

Hubert Rendle war noch die Maisernte eine Frage wert. Es könne nicht sein, dass dabei „24 Stunden am Stück der Mais plattgemacht“ wird, zum Teil durch Lohnfirmen. Von Betrieben und Berufskraftfahrern würden Ruhezeiten gefordert, hier aber nicht. Es herrsche oftmals eine „aggressive Stimmung“, schließlich würden am Rand Babenhausens auch Menschen mit Ruhe- und Schlafbedürfnissen leben. Laut Marktrat Johannes Nägele, selbst Landwirt, dürfen landwirtschaftliche Betriebe an sieben bis zehn Tagen pro Jahr die Nachtruhezeiten einschränken. Er forderte die Bürger auf, sich mit den Landwirten an einen Tisch zu setzen und darüber zu reden. Doch gerade dafür sah Rendle keine Chance.

Nach rund einer halben Stunde schloss Bürgermeister Otto Göppel die Diskussionsrunde und damit auch die Bürgerversammlung, da es keine weiteren Fragen mehr gab.

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