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Memmingen

02.04.2019

A7: Seitenstreifen werden nicht für Verkehr freigegeben

Die Autobahn A7 bei Dettingen.
Bild: Ralf Lienert

Welche Überlegungen es nun gibt, um die Autobahn am Kreuz Memmingen zu entlasten.

Bei viel Verkehr auf Autobahnen kann die Freigabe der Seitenstreifen für ein besseres Vorankommen und weniger Unfälle sorgen – diese Idee gibt es auch für die A7 zwischen Berkheim und Illertissen auf 20 Kilometern Länge. Doch der Plan ist jetzt vom Tisch, teilt der heimische Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) mit. Der Grund: zu teuer.

Die Autobahndirektion Südbayern mit Sitz in Kempten hatte sich mit dem Thema befasst. Sie zählte auf dem Abschnitt Illertissen–Berkheim durchschnittlich zwischen 50000 und 60000 Fahrzeuge pro Tag. Dabei war die Belastung wochentags deutlich niedriger als zum Beispiel an Reiseverkehrstagen an Wochenenden. „An lediglich rund 150 Stunden des Gesamtjahres in Fahrtrichtung Füssen und 260 Stunden des Gesamtjahres in Fahrtrichtung Ulm gibt es eine höhere Belastung, die teilweise zu Überlastungserscheinungen wie stockendem Verkehr und Stau führt“, bilanziert die Behörde. Dafür sei der Bau einer Anlage zur sogenannten „temporären Seitenstreifenfreigabe“ unwirtschaftlich.

Die Kemptener Experten beziffern sie für beide Fahrtrichtungen mit insgesamt rund 120 Millionen Euro. Dass der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten zu gering ist, räumt auch Stracke nach einem Gespräch im bayerischen Verkehrsministerium ein. „Das ist unbefriedigend, aber nachvollziehbar.“

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Immerhin: Der geplante sechsspurige Ausbau kommt voran. Nun soll er auf rund acht Kilometern Länge ab dem Memminger Kreuz erfolgen – und damit über die Anschlussstelle Berkheim hinaus. „Damit werden die Stauereignisse nach Norden verschoben sowie Schleichverkehre zwischen Memmingen und Berkheim auf der Autobahn reduziert“, heißt es von der Autobahndirektion. Bis dieser Abschnitt allerdings wirklich sechsspurig ist, dauert es noch. Ende 2020 soll dem Bund der Vorentwurf vorliegen, Ende 2022 könnte es ins Planfeststellungsverfahren gehen und nach einer europaweiten Ausschreibung 2025 ans Bauen. (arz)

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