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Region

20.01.2019

A7 und A96: Polizei bremst Raser und Drängler aus

Die Autobahnpolizei Memmingen hat Verkehrssünder im Blick.
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Die Autobahnpolizei Memmingen hat Verkehrssünder im Blick.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Die Autobahnpolizei Memmingen wurde im vergangenen Jahr zu 1100 Unfällen auf den Autobahnen in der Region gerufen. Ein Augenmerk galt einer kriminellen Bande.

Die Sitten sind rau geworden auf der Straße, die Verkehrsdichte auf den Autobahnen rund um Memmingen hat massiv zugenommen und Geschwindigkeits- und Abstandsregeln werden massenhaft missachtet: Gegen Verstöße auf den Straßen anzugehen, ist eine tägliche Aufgabe der Memminger Autobahnpolizei. Geleitet wird sie derzeit von Robert Bischlager.

38 Beamte und acht Angestellte sind für 107 Autobahnkilometer auf der A7 und A96 zuständig. Zu ihren Aufgaben gehören die Unfallaufnahme auf den Autobahnen und die Geschwindigkeitsüberwachung im gesamten Landkreis Unterallgäu. Zu nahezu 1100 Verkehrsunfällen wurden die Beamten im vergangenen Jahr gerufen. Eine Verkehrstote war zu beklagen. Im Jahr zuvor verunglückten 13 Menschen tödlich. Die Autobahnen seien jedoch noch immer ein vergleichsweise sicherer Verkehrsraum, sagt Polizeioberkommissar Bischlager.

Bei einem Verkehrsunfall auf der A7 gab es im vergangenen Jahr ein Todesopfer zu beklagen: Eine 50-jährige Frau aus dem Unterallgäu kam im Mai ums Leben, als sie zunächst auf der B 28 aus Richtung Ulm kommend und dann auf der Autobahn als Geisterfahrerin in falscher Richtung unterwegs war.
Bild: Autobahnpolizei Memmingen

Allerdings sind längere Staus am Autobahnkreuz Memmingen inzwischen ein gewohntes Bild und die Verkehrsbelastung auf der A96 München-Lindau ist mittlerweile deutlich höher als auf der A7.

Einen besonderen Schwerpunkt widmete die Autobahnpolizei laut Bischlager bei ihrer Arbeit dem Thema Ablenkung: Jeder zweite Fahrer nutze sein Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung, während er unterwegs ist. Jeder vierte Handybesitzer, so Bischlager, lese sogar Textnachrichten. Die Polizei schätzt nach seinen Angaben, dass bei gut der Hälfte aller Verkehrsunfälle Ablenkung zu den Ursachen zu zählen sei. Um auf diese Problematik hinzuweisen, hatte die Memminger Polizei im September auf dem Schrannenplatz eine Präventionsveranstaltung organisiert.

Manche Autofahrer nutzen A96 offenbar als "Rennstrecke"

Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres richtete sich das Augenmerk der Autobahnpolizei besonders auf eine organisierte kriminelle Bande, die ihr Unwesen auf mehreren Rastplätzen entlang der A96 trieb. Nachts schlitzten die Täter die Planen abgestellter Lastwagen auf, um gezielt Diebstähle zu begehen. Der Beuteschaden belief sich laut Bischlager auf mehr als 50000 Euro. Unter anderem durch intensive länderübergreifende Zusammenarbeit gelang es der Polizei, die kriminellen Strukturen aufzuklären. Um künftig Aktivitäten solcher Tätergruppen zu erschweren, wird dem Polizeioberkommissar zufolge derzeit die Einrichtung von Videoüberwachungsanlagen an Parkplätzen und Rastanlagen geprüft.

Auf den Autobahnen selbst wird Bischlager zufolge schneller und aggressiver gefahren als früher. Überproportional hoch sei der Anteil an Österreichern und Schweizern, die offenkundig die A96 als Rennstrecke nutzten. Sie würden vielfach an Messstellen der Autobahnpolizei wegen Unterschreitung des Mindestabstands aufgegriffen. „Die Autobahn ist kein rechtsfreier Raum“, betont Bischlager. So führt die Autobahnpolizei zusammen mit weiteren Fachdienststellen bereits seit mehreren Jahren Schwerpunktkontrollen auf den Strecken durch. Bei einer mehrstündigen Aktion unter Beteiligung des Zolls und der Grenzpolizei seien kürzlich allein 15 Straftaten aufgedeckt worden.

Viele Autofahrer sehen sich durch Raser veranlasst, selbst schneller zu fahren.
Bild: Patrick Pleul (dpa)

Klare Ratschläge hat Bischlager für Verkehrsteilnehmer, wenn es zu einer Panne kommt und sie mit ihrem Fahrzeug auf der Autobahn liegen bleiben: „Warnweste an, Fahrzeug absichern, hinter die Schutzplanke und dann per Handy den Pannendienst verständigen.“ Wer einen Schutzbrief hat, sollte auch die Telefonnummer der Servicestelle zur Hand haben, um so unnötige Abrechnungsprobleme zu vermeiden.

Etwa zwei Monate wird Bischlager noch im Rahmen einer halbjährigen Führungsbewährung die Autobahnpolizei Memmingen leiten. Dann kehrt Rainer Fuhrmann zurück, der für ein halbes Jahr den Sachbereich Verkehr im Polizeipräsidium übernommen hat.

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