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27.10.2009

Ab Mittwoch wird geimpft

Landkreis Seit gestern soll der Impfstoff gegen die Schweinegrippe verfügbar sein. Die ersten Ärzte wollen ab Mittwoch mit der Impfung beginnen, wahrscheinlich sind Termine ab Ende der Woche. Doch das Serum ist noch nicht in allen Apotheken der Region angekommen.

"Weder von Kunden noch von Ärzten wird der Impfstoff derzeit sonderlich nachgefragt", sagt der Sprecher der Apotheker im Landkreis Neu-Ulm, Dr. Werner Winkler. Aus diesem Grund tröpfelt es auch bei der Bestellung. Er selbst hatte bis gestern noch keine Lieferung erhalten.

Wer die Kosten übernimmt, ist weiterhin unklar

Nach Auskunft Winklers unterliegt jede Apotheke einer Abnahmebeschränkung und darf nur einmal 50 Zehnerdosen ordern. Doch die Kollegen täten das bislang nur verhalten. Mit ein Grund dafür ist sicher auch die Frage der Kosten. Denn zunächst sei der Apotheker in Vorlage, so Winkler.

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Für die Einmal-Bestellung müssen 4000 Euro ausgegeben werden, die erst nach Weiterverkauf abgerechnet werden können. "Was wir am Ende mit den Impfdosen tun, auf denen wir sitzen bleiben und wer die dann bezahlt, das weiß noch keiner", sagt der Sprecher. Zunächst hätten er und seine Kollegen geglaubt, der Staat komme für die Kosten auf und die Apotheker müssten lediglich für die Verteilung sorgen. Weit gefehlt. "Der einfache Weg funktioniert nun nicht", so Winkler. Das mache allen das Leben schwer - Ärzten und Patienten.

Auf die Frage, ob er sich selbst impfen lässt, bleibt der Sendener Apotheker diplomatisch. "Das muss jeder für sich selbst entscheiden." Es sei "eine Zwickmühle", merkt Winkler an. Auch bei der Kundenberatung tue man sich da nicht leicht. "Schließlich weiß keiner, was wirklich auf uns zukommt."

Am Freitag ist das Serum eingetroffen

In der Apotheke des Universitätsklinikums Ulm sind bereits am Freitag die ersten 1000 Dosen des Impfstoffs Pandemrix eingetroffen. In den nächsten Tagen werden weitere Lieferungen erwartet. Schließlich sollen möglichst alle 6000 Mitarbeiter des Hauses geimpft werden. Das ist zumindest die Empfehlung der Klinikumsleitung.

Los geht's am Mittwoch in den Kliniken am Safranberg. Bis zum 5. November soll die Aktion abgeschlossen sein. Der Einfachheit halber wurden die Termine mit den Impfterminen für die "normale" Grippe verknüpft, die ohnehin bereits feststanden und jedes Jahr angeboten werden.

Wie groß die Impfbereitschaft in der Belegschaft tatsächlich ist, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, sagt Pressesprecher Jörg Portius. Bei den früheren Impfaktionen zur saisonalen Grippe sei das Interesse eher gering gewesen. Am 2. November sollen die Mitarbeiter bei einer Infoveranstaltung aufgeklärt werden, warum eine Impfung aus Sicht der Experten sinnvoll ist.

Bei den Mitarbeitern des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses, die einen Impfstoff ohne Verstärker bekommen, wird es bis Mitte November dauern, bis das Serum da ist. Doch die Resonanz bei den rund 1300 Beschäftigten sei nach wie vor sehr verhalten, sagt Helmut Hillmann, Sprecher des Krankenhauses.

Auch die Mitarbeiter der Kliniken in Weißenhorn, Illertissen und Neu-Ulm können sich an ihrer Arbeitsstelle impfen lassen. Falls Interesse bestehe, könne über die zentrale Krankenhausapotheke der Impfstoff innerhalb eines Tages geliefert werden, so der Ärztliche Stiftungsdirektor Johannes Kleber: "Doch die Nachfrage ist verschwindend gering." Eine große Impfaktion werde es also nicht geben. Die meisten Mitarbeiter gingen sowieso zu ihrem Hausarzt, wenn sie sich impfen lassen wollten.

Hausärzte planen Impftermine

Bei denen wird es voraussichtlich Impftermine geben, glaubt Dr. Albrecht Embacher, Leiter des Gesundheitsdiensts im Landratsamt. Er hat gestern bei größeren Praxen im Landkreis angerufen: Alle planen Impfsprechstunden. Die Listen dafür seien aber nicht voll. Die Menschen reagierten eher zögerlich. Wie die Impfung insgesamt angenommen werde, werde sich im Laufe der Woche zeigen, so Dr. Embacher: "Noch ist alles offen."

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