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Senden/Vöhringen

13.11.2017

Abends wartet nun der Pfiffibus

So sieht er aus, der Pfiffibus, der durch die Region fährt.

Nach 20 Uhr lohnt sich der Linienverkehr in Senden nicht mehr, weil ihn zu wenige Fahrgäste nutzen.

Wer kennt das nicht: Man würde gerne mehr die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Doch oft steigt man gerade aus dem Zug und der Bus fährt einem vor der Nase weg. Vor allem abends ist das ärgerlich. Das ändert sich nun für Zugfahrer in Senden – zumindest für die, die aus Ulm kommen. Denn der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (Ding) führt eine neue Linie des Pfiffibus’ ein. Der Rufbus fährt schon in anderen Teilen des Landkreises, insgesamt gibt es mit Senden sechs Linien.

Die neue Pfiffibus-Linie sechs verbindet ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember Senden mit Vöhringen. Und je nachdem, wo die Fahrgäste aussteigen wollen, fährt er auch nach Witzighausen, Wullenstetten, Aufheim, Hittistetten, Illerberg und Emershofen.

Das Besondere am Pfiffibus: Er fährt nicht stur die festgelegten Haltestellen ab, an denen ohnehin oft niemand steht. So funktioniert das Rufbus-System: Fest installiert wartet der Bus nur in Senden am Bahnhof auf mögliche Weiterfahrer, die aus dem Zug aus Ulm einsteigen wollen. Und zwar stündlich zwischen 20 und 24 Uhr, also fünf Mal pro Tag. Vorher fahren die normalen Linienbusse. Der Busfahrer bringt die zugestiegenen Leute dort hin, wo sie hinwollen. Einen Fahrplan gibt es trotzdem noch. Wer an einer Haltestelle einsteigen möchte, muss den Pfiffibus aber eine Stunde vor der planmäßigen Abfahrt buchen. Nur dann kommt er zur gewünschten Haltestelle. Die Buchung funktioniert telefonisch, per Handy-App oder online. Die Busse fahren zum normalen Ding-Tarif. Der Nahverkehrsverbund und der Landkreis haben den Pfiffibus auch für Senden eingeführt, weil die Strecken abends seltener genutzt wurden. Maximal vier Fahrgäste seien in den Linienbussen mitgefahren, sagt Andreas Reimann vom Landratsamt Neu-Ulm, der die neue Linie mit zwei Vertretern von Ding im Stadtrat vorgestellt hat. Der Einsatz großer Linienbusse lohne sich so auf Dauer einfach nicht, deswegen habe man sich zum Umstieg auf den Pfiffibus in den Abendstunden entschieden. Der Kleinbus spart nicht nur Kosten, weil er meist direkte Strecken zurücklegt, sondern schont auch die Umwelt. Wie Reimann sagt, stößt der Pfiffibus im Vergleich zu großen Fahrzeugen deutlich weniger CO2 aus. Zudem verursachen die größeren Busse mehr Lärm, was die Anwohner besonders in den Abendstunden stört – das Thema kam auf Bürgerversammlungen zur Sprache. Die Vertreter von Ding stellten bei der Vorstellung in den Vordergrund, dass der Pfiffibus barrierefrei ist. Im Kofferraum des Neunsitzers ist eine Hebebühne für Rollstuhlfahrer. Und wenn in seltenen Fällen mehr als neun Leute den Pfiffibus nutzen wollen, dann fährt der Kleinbus erst eine Gruppe und holt dann die anderen in Senden ab, so Reimann.

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