Unterallgäu

27.05.2013

Achtung, Zecken!

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Zecken, die sich festgebissen haben, können mit einer spitzen Pinzette gerade herausgezogen werden, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes. 
Bild: Patrick Pleul/dpa

Die kleinen Blutsauger sind jetzt wieder aktiv. Leiter des Gesundheitsamtes erklärt, was nach einem Biss zu tun ist

Kaum lässt sich die Sonne mal blicken, zieht es viele Menschen ins Freie. Aber leider ist nicht nur der Mensch im Frühling wieder gern draußen, auch kleine Blutsauger wie die Zecken krabbeln bei steigenden Temperaturen aus ihrem Winterquartier. Um sich vor Zeckenbiss-Erkrankungen zu schützen, sollte man den Körper auf die kleinen Blutsauger kontrollieren, wenn man draußen war, sagt Wolfgang Glasmann. Außerdem rät der Leiter des Gesundheitsamts am Unterallgäuer Landratsamt zur Zeckenimpfung.

Herr Glasmann, wie kann man sich vor einem Zeckenbiss schützen?

Glasmann: Zecken sitzen auf Sträuchern und Gräsern und können bei einem Waldspaziergang oder bei der Gartenarbeit auf den Menschen übergehen. Deshalb sollte man den Körper in der Zeckensaison von Frühling bis Herbst nach Aktivitäten in der Natur genau auf die kleinen Tiere absuchen.

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Ist ein Zeckenbiss gefährlich?

Glasmann: Ein Zeckenbiss ist an und für sich harmlos. Er kann jedoch zur Gefahr werden, wenn die Zecke Krankheitserreger überträgt.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Glasmann: Die beiden häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten sind Borreliose und FSME, die sogenannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Beide Krankheiten schädigen das Nervensystem und können zum Beispiel eine Gehirnhautentzündung oder Lähmungen hervorrufen.

Kann man sich gegen die Krankheiten impfen lassen?

Glasmann: Gegen FSME kann man sich impfen lassen, gegen Borreliose nicht. Borreliose ist mit Antibiotika aber gut behandelbar.

Raten Sie zur Impfung?

Glasmann: Ja. Denn der Landkreis Unterallgäu ist seit 2009 offizielles FSME-Risikogebiet – so wie fast ganz Bayern. Im vergangenen Jahr wurde dem Unterallgäuer Gesundheitsamt eine FSME-Erkrankung gemeldet. 2011 waren es fünf. Die Impfung ist gut verträglich. Die Kosten dafür übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Was sollte man tun, wenn man eine Zecke an sich entdeckt?

Glasmann: Das Wichtigste ist, dass die Betroffenen die Zecke möglichst schnell entfernen.

In den ersten 24 Stunden nach einem Zeckenbiss werden erfahrungsgemäß kaum Krankheitserreger übertragen.

Am einfachsten entfernt man eine festgesaugte Zecke, indem man sie mit einer spitzen Pinzette knapp über der Haut fasst und gerade herauszieht. Falsch ist es dagegen, das Tier herauszudrehen oder mit Öl oder Alkohol zu ersticken. Denn das kann die Übertragung von Erregern unter Umständen sogar begünstigen.

Sollte man nach einem Zeckenbiss sofort zum Arzt gehen?

Glasmann: Ist die Zecke entfernt, sollte man die Einstichstelle etwa vier Wochen lang beobachten. Bei einer Hautveränderung wie zum Beispiel einer Rötung, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet, sollte man einen Arzt aufsuchen. Die sogenannte Wanderröte ist ein Zeichen für eine beginnende Borreliose-Erkrankung.

Weitere Informationen zum Thema Zecken findet man im Internet unter

www.unterallgaeu.de/zecken

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