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Jedesheim

19.05.2018

Ärger über Lastverkehr am Sportplatz

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Auf dem Weg zur Recyclinganlage in Jedesheim rollen die Lastwagen am Sportplatz vorbei –Anwohner halten das für gefährlich. Zudem gibt es Beschwerden über Lärm und Staub. Um diesen Konflikt ging es im Illertisser Stadtrat.
Bild: Jonathan Mayer

Eine Firma will ihre Bauschuttrecyclinganlage in Jedesheim stärker nutzen. Mehrere Anwohner haben Befürchtungen.

Mehr Lastwagen, mehr Bauschutt und länger geöffnet: Eine Firma aus Berkheim will ihre Recyclinganlage im Stelleweg in Jedesheim künftig stärker nutzen. Im Stadtrat lag ein entsprechender Antrag vor. Statt einer Menge von maximal 5000 Tonnen pro Jahr sollen 40000 aufbereitete werden, hieß es. Die Folge: Statt durchschnittlich zwei Lastwagenfahrten pro Tag zu dem Betrieb würden sechs anfallen, höchstens jedoch 40. Bislang sind täglich nur 15 Fahrten möglich. Auch die Betriebszeiten sollen erweitert werden, von 17 auf 20 Uhr. Mehrere Anwohner im Stelleweg hatten das Vorhaben im vorab kritisch bewertet: Sie würden schon jetzt von Lärm und Staub belästigt. Weder die bislang genehmigten Geschäftszeiten noch die Höchstzahl an Fahrten würden eingehalten, hieß es in einem Brief der Bürger.

Auch den meisten Stadtratsmitgliedern schien eine solche Ausweitung nicht ganz geheuer – mehrere Bedenken wurden geäußert. Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) sagte dazu, die Aufbereitung von Beton sei vor einigen Jahren genehmigt worden, über Bauschuttrecycling habe man damals aber nicht gesprochen. Seither sei in der Umgebung ein neues Wohnhaus entstanden. „Das sind Gründe dagegen“, sagte Eisen.

Ähnlich sah das Rat Ewald Ott (CSU): Die Betreiber wollten ihren „Durchsatz“ um das Achtfache erhöhen, die Lastwagen führen dann nahe des Sportplatzes, wo auch viele Kinder unterwegs seien. „Recycling ist gut, aber nicht an dieser Stelle“, so Ott. Seine Fraktionskollegin Amalie Speiser hielt die Expansionsbestrebungen des Unternehmens grundsätzlich für gut – allerdings nicht um jeden Preis, wie sie sagte. Die Bevölkerung werde durch ein höheres Verkehrsaufkommen an Lebenqualität verlieren.

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Aus der SPD-Fraktion gab es „eine klare Absage“ (Günter Nübling) und die Freien Wähler sahen in dem Antrag einen Widerspruch zu den einst vereinbarten Rahmenbedingungen.

Zwiegespalten schien Wilhelm Fischer (CSU): Er habe Verständnis für die Anwohner, doch ob ein Betrieb funktioniere oder nicht, das entschieden Gesetze „und nicht irgendjemand“. Der Staub lasse sich durch Wasser eindämmen, die Straße durch Kehrmaschinen reinigen. Allerdings sei er kürzlich „erschrocken“, als einige Buben vom Sportplatz auf die Straße geradelt seien – der Fahrer eines nahenden Lastwagens hätte sie übersehen können. Büsche raubten die Sicht, die Straße müsse für Gewerbe ausgebaut werden, so Fischer. Sein Vorschlag, Vertreter der Firma in der Sitzung zu Wort kommen zu lassen, fand keine Mehrheit. Anders als eine Ablehnung des Gesuchs. (caj)

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