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Babenhausen

04.09.2018

AfD gründet Ortsgruppe in Babenhausen

In Babenhausen wurde die erste AfD-Ortsgruppe im Landkreis Unterallgäu gegründet.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Parteimitglieder haben die erste Ortsgruppe im Landkreis Unterallgäu ins Leben gerufen. Sie bekamen prompt zu spüren, dass es Gegenwind gibt.

In Babenhausen ist eine Ortsgruppe der Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegründet worden. Das teilt der neu gewählte Sprecher, Roman Zebe, in einer Pressemitteilung mit. Rund 30 Personen seien bei der Versammlung am Freitag zugegen gewesen, darunter Vertreter des AfD-Kreisverbands Unterallgäu/Memmingen sowie „interessierte Bürger aus Babenhausen und Umgebung“, wie Zebe auf Nachfrage berichtet. Die neue und einzige Ortsgruppe im Landkreis umfasse zehn Mitglieder.

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Den Hintergrund der Gründung erläuterte Zebe – der auch Zweiter Vorsitzender des rund 80 Mitglieder zählenden Kreisverbandes Unterallgäu/Memmingen ist – laut der Mitteilung in seiner Antrittsrede: „Die Bundestagswahl 2017 hat gezeigt, das 17 Prozent der Babenhauser Bürger ihr Vertrauen in uns gesetzt haben. Wir wollen den Bürgern der Verwaltungsgemeinschaft Babenhausen einen Ansprechpartner vor Ort bieten.“ Die Entscheidung, eine Ortsgruppe zu gründen, sei vor rund vier Wochen gefallen.

Als erste Amtshandlung beschlossen die Mitglieder nach Angaben des 51-Jährigen, das „Volksbegehren Grenzschutz mit voller Kraft zu unterstützen“. Auch angesichts der nahenden Wahl des Bayerischen Landtags im Oktober wurde die AfD schon aktiv – und es gab prompt Gegenwind.

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Wahlplakate der AfD wurden beschmiert und beklebt

Wahlplakate wurden am Samstag an den zu diesem Zweck aufgestellten Holzwänden aufgehängt, etwa am Platz vor dem Rathaus. Bereits in der darauf folgenden Nacht seien diese mit Aufklebern und Kritzeleien versehen worden, erzählt Zebe. Die am Sonntag neu plakatierte Wahlwerbung sei in der Nacht zum Montag ebenfalls verunstaltet worden. „Unser Wahlkampf wird behindert“, sagt er dazu. Die Aufkleber stammen ihm zufolge von politisch links Gesinnten. Man habe die „politisch motivierte Tat“ zur Anzeige gebracht.

Wie Dieter Stiegeler von der örtlichen Polizeidienststelle sagt, läuft die Anzeige „gegen Unbekannt“. Die Aufkleber beurteile er nicht als Sachbeschädigung, da diese nur leicht angebracht wurden, die Schmierereien dagegen schon. Dass Wahlplakate verunstaltet werden komme von Zeit zu Zeit vor, in Babenhausen jedoch nicht auffallend häufig. Die AfD setzt indes eine Belohnung in Höhe von 500 Euro Für Hinweise aus, die zur Ermittlung des Täters führen.

Dass es Gegner der AfD gibt, deutete sich offenbar auch bei der Suche nach einem geeigneten Ort für die außerordentliche Versammlung an. Die Veranstaltung sei im Vorfeld bewusst nicht publik gemacht und in einem kleineren Raum abgehalten worden, berichtet Zebe auf Nachfrage. Seiner Ansicht nach herrscht bei Gastronomen eine Furcht, mit Anfeindungen konfrontiert zu werden, wenn sich in der Gaststätte AfD-Anhänger versammeln. Der Babenhauser sagt, er habe bei drei Wirtshäusern im Fuggermarkt und bei drei in der Umgebung angefragt. „Ich bin da niemandem böse. Aber es ist ein Problem für uns, wenn wir keine Lokalität finden“, sagt er.

Kommunalwahlen 2020 seien ein "fernes Ziel"

Ob die Ortsgruppe auch Ambitionen für die Kommunalwahlen 2020 hat? „Konkrete Pläne gibt es nicht. Es ist ein fernes Ziel“, antwortet Zebe. Themen wären hierbei etwa der „schlechte Zustand der Brücken und Straßen“ sowie Schließungen der Geschäfte im Zentrum der Marktgemeinde. Auf der Internetseite des Kreisverbands ist indes zu lesen, dass die AfD „stärker in Konkurrenz zu den anderen hier agierenden Parteien“ treten wolle. Vorerst will die Ortsgruppe den Blick auf die Landtagswahlen im Oktober richten. Es solle Info-Stände und Broschüren geben, auch regelmäßige Stammtische seien vorgesehen.

Zebe trat der AfD im Januar 2015 bei. Ein Auslöser sei die Euro-Rettungspolitik, vor allem im Fall Griechenland, gewesen. Später sei die nach seinen Worten „illegale Massenmigration“ hinzugekommen. Zuvor sei er „konservativer Wähler“ der CSU, jedoch nicht selbst politisch aktiv gewesen. Sein Sohn, Peter Zebe, agiert als stellvertretender Sprecher der Ortsgruppe.

Mehr zu den Regeln bei der Wahlwerbung im Fuggermarkt lesen Sie hier: Wahlkampf wirft seine Schatten voraus.

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