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Alles eine Frage der Wahlbeteiligung

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Kommentar Von Ronald Hinzpeter
12.10.2018

Nach einem hitzigen Wahlkampf im Stimmkreis Neu-Ulm kommt nun der Höhepunkt. Die Spannung steigt - zu recht.

Es wäre ja schön, wenn am morgigen Sonntagabend alles vorbei wäre: Bayern hat gewählt, die Aufregung kann sich wieder legen, Deutschland widmet sich wieder wichtigeren Dingen als den Befindlichkeiten weiß-blauer Politiker. Das wird so jedoch nicht passieren, denn nach allen Befragungen kommt diesmal ein politisch recht bunter Landtag zusammen und die CSU hat ihren Alleinvertretungsanspruch für den Freistaat verloren. Das könnte noch heftige, anhaltende Nachbeben provozieren.

CSU hat Politprominenz aufgefahren

Diese Gefahr vor Augen hat sich die CSU in diesem nicht enden wollenden Wahlkampf, der im Grunde genommen schon am Abend der vergangenen Bundestagswahl begonnen hatte, viel Mühe gegeben, das drohende Debakel abzuwenden, mit vielen Menschen und ordentlichem Einsatz von Politprominenz. Sie hatte es auch nötig, denn die Wahlkämpfer bekamen einiges an Unmut zu hören. Das zeigte sich auch bei den Podiumsdiskussionen der vergangenen Wochen im Stimmkreis, wo besonders die CSU-Vertreter heftig angegangen wurden. Angesichts der schwierigen Lage verirrte sich nach Jahrzehnten auch mal wieder ein Ministerpräsident nach Illertissen. Die anderen hatten entweder schon die Waffen gestreckt, weil Merk eh wieder das Direktmandat holen würde, oder neidvoll in den Landkreis Günzburg geschaut, wo sich Politgrößen aller Schattierungen die Klinke in die Hand gaben. Die SPD schaffte es gerade mal, ihre Spitzenkandidatin herzulotsen, was etwas weniger war als bei den Grünen, die noch mit ihrem Parteipromi Cem Özdemir punkten konnten. Die AfD kam ohne bekannte Gesichter aus. Wer einen ihrer Parteistars sehen wollte, der musste zu Alice Weidel nach Breitenthal in den Nachbarlandkreis fahren. Was viele taten.

Abgesehen vom Ausgang der Landtagswahl dürfte die Frage nach der Wahlbeteiligung interessant sein. Die liegt im Landkreis Neu-Ulm traditionell nicht sehr hoch. Vergangenes Jahr waren es 56,8 Prozent aller Wahlberechtigten – was deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 63,6 Prozent lag.

Auch wenn es manchem angesichts der vielen Streitereien der Vergangenheit schwerfällt, diesmal wählen zu gehen: Tun Sie es trotzdem! Wahlen verändern tatsächlich etwas. Wer den Radikalen, die immer hoch motiviert sind, das Feld nicht überlassen will, sollte sein Wahlrecht wahrnehmen. Denn jede nicht abgegebene Stimme hilft im Zweifelsfall immer den Falschen.

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