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Memmingen

04.04.2018

Allgäu Airport: Anfang Juni soll der Ausbau beginnen

Die Verbreiterung der knapp 3000 Meter langen Start- und Landebahn (Bildmitte) ist zentraler Bestandteil des Ausbaus des Allgäu Airports in Memmingen.
Bild: Ulrich Wagner

Der Flughafen Memmingen erhält eine breitere Startbahn und ein neues Landesystem. Der Flugverkehr soll dennoch unverändert weiterlaufen.

Anfang Juni rollen am Flughafen Memmingen die Bagger an: Dann beginnt der seit Langem vorgesehene Airport-Ausbau, dessen Kernstück die Verbreiterung der Start- und Landebahn sein wird. Das Vorhaben startet mit einjähriger Verzögerung. Denn die EU-Kommission hatte erst im September einen Zuschuss des Freistaats in Höhe von 12,2 Millionen Euro genehmigt. Die Gesamtkosten des Ausbaus sind auf 17,7 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit befindet sich der Airport finanziell im Aufwind: „Die Betriebsgesellschaft habe im Jahr 2017 einen sechsstelligen Gewinn erzielt“, sagt Airport-Geschäftsführer Ralf Schmid.

Noch läuft die EU-weite Ausschreibung für den Ausbau. Am Airport wird die knapp 3000 Meter lange Start- und Landebahn von 30 auf 45 Meter verbreitert, um sie laut Schmid internationalen Standards anzupassen. Hinzu kommen weitere Asphalt- und Tiefbauarbeiten, darunter der Bau eines großen Rückhaltebeckens, das das Regenwasser auf dem Flughafenareal sammelt und dann in einen Bach abgibt.

Die Anliegergemeinde Ungerhausen hatte vergeblich gegen die geplante Einleitung geklagt. Sie war unter anderem in Sorge, dass dadurch Altlasten aus der Flughafen-Militärzeit ins Grundwasser gelangen könnten.

Zum Ausbau gehört auch ein „Technik-Paket“. In dessen Mittelpunkt steht die Befeuerung der Start- und Landebahn sowie die Installation eines zweiten Instrumenten-Landesystems, damit der Airport auch bei extrem schlechter Sicht anfliegbar ist. Auch eine Vergrößerung des Abfertigungsterminals und eine Verglasung der Besucherterrasse sind vorgesehen. Der Ausbau soll den Flugbetrieb nicht beeinträchtigen. Viele Arbeiten werden nachts stattfinden.

Um die Verzögerung durch die EU-Prüfung abzufedern, sollen die Arbeiten möglichst binnen eines Jahres durchgezogen werden – zuvor waren zwei Jahre geplant. „Darum haben wir nach einer Lösung gesucht, früher auf die Flächen zu kommen“, sagt Schmid. „Eigentlich wären Arbeiten an der Start- und Landebahn erst ab Mitte August möglich“, verweist der Geschäftsführer auf den Tierschutz: „Bis dahin sind Bodenbrüter in diesem Bereich aktiv.“ In Abstimmung mit den Behörden habe man die betroffenen Flächen mit einer Fräse bearbeitet, „damit sich Bodenbrüter dort 2018 nicht niederlassen“. Zugleich wurden für die Tiere Ersatz-Brutflächen bereitgestellt. „Ökologen begleiten die Baumaßnahmen. Wir betreiben hier einen hohen Aufwand“, sagt Schmid.

Der Airport verzeichnet wachsende Fluggast-Zahlen und rechnet heuer mit 1,4 Millionen Passagieren. Das wären gut 200 000 mehr als im vergangenen Jahr. „Wir haben 2017 den Innsbrucker Flughafen überholt und werden in diesem Jahr zum Baden-Airport und zu Salzburg aufschließen“, kündigt Schmid an. Auch die finanzielle Lage hat sich grundlegend verändert: „Wir sind seit Ende 2017 schuldenfrei, es gibt jetzt nur noch Darlehen von Gesellschaftern“, so Schmid. Wichtig für die Zukunftsfähigkeit sei neben der weitgehend weggefallenen Zinslast auch die neue Struktur der Airports.

So gibt es jetzt eine eigene Gesellschaft, die Gewerbeflächen beim Flughafen vermarktet. Zu den Gesellschaftern gehören alle kreisfreien Städte und Kreise im Allgäu plus der Kreis Neu-Ulm. Gegründet wurde auch eine Betriebsgesellschaft, die 2017 erstmals schwarze Zahlen schrieb. Es gebe einen sechsstelligen Gewinn, sagt Schmid. Die exakte Zahl liege noch nicht vor.

Als „absolut positiv“ stuft Schmid die Stationierung einer Ryanair-Maschine im September 2017 ein. Dies habe zusätzliche Verbindungen und eine bessere Auslastung des Terminals ermöglicht. Auch die 35 zusätzlichen Mitarbeiter, die Ryanair versprochen habe, seien vor Ort. Schmid hält es für durchaus denkbar, dass die Airline in Memmingen auf Sicht eine weitere Maschine stationieren wird.

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