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Altenstadt

14.08.2019

Altenstadt hat sein 2000 Jahre altes Keltenschwert wieder

Helmut Märkle (rechts) überreichte das Schwert mit Alwin Müller (Mitte) an Bürgermeister Wolfgang Höß.
Bild: Schmid

Nach 15 Jahren kehrt das Keltenschwert nach Altenstadt zurück. Besucher sollen es künftig in einer Vitrine im Rathaus bestaunen können.

Nun ist das alte Keltenschwert wieder dort, wo es einst im Erdreich gefunden wurde: Bei einem Treffen im Rathaus hat Helmut Märkle das Relikt am Dienstag an Altenstadts Bürgermeister Wolfgang Höß übergeben. „Wir werden es in Ehren halten“, versprach der. Er dankte Märkle dafür, dass er sich der historischen Kostbarkeit angenommen habe.

Ein Arbeiter entdeckte das Schwert bei im Kies auf einem Lastwagen

Wie berichtet, wurde das Schwert vor etwa 15 Jahren in der Egerländerstraße in Altenstadt bei Kanalarbeiten gefunden. Hobbyarchäologe Helmut Märkle aus Erolzheim, der Mitglied in der Gesellschaft für Archäologie in Stuttgart ist, hat es vergangenes Jahr von dem aufmerksamen Arbeiter erhalten. Jener lebt ebenfalls in Erolzheim und hatte das Schwert einst beim Kiesaushub entdeckt.

Als das eiserne Schwert gefunden wurde, war es in O-Form gebogen. Später ließ der Finder es geradebiegen. Wie Märkle erklärte, war die O-Form ein Indiz für die Herkunft der wahrscheinlich vor mehr als 2000 Jahren aus Eisen geschmiedeten Waffe. „Die Kelten haben Schwerter rituell verbogen und unbrauchbar gemacht,“ erklärte Märkle bei der Übergabe, bei der auch Alwin Müller, Heimatkundler aus Altenstadt, dabei war. Solche Waffen dienten oft als Grabbeilage.

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Vermutlich wurde das Schwert nach Altenstadt geschwemmt

Wie berichtet, handelt es sich bei dem Schwert wahrscheinlich um einen Flussfund. „Denn solche verbogenen Schwerter waren auch Weiheopfer für die Flussgötter“, sagte der Erolzheimer. Nach seinen Recherchen gehörte die heutige Egerländerstraße in Altenstadt zum einstigen Überschwemmungsgebiet der Iller und das Schwert wurde wahrscheinlich einst angeschwemmt.

Nachdem das Relikt 2018 in den Besitz von Märkle kam, hat er es zunächst dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten vorgelegt. In Absprache mit der Marktgemeinde Altenstadt leitete er die Restaurierung in die Wege. In Tübingen wurde die uralte Waffe dann für gut 300 Euro entsalzt und konserviert.

Zusammen mit dem Schwert überreichte Märkle auch die entsprechenden Unterlagen samt Bilddokumentation vor der Restaurierung. „Das Schwert ist ein Stück von eurer Geschichte“, sagte er. Es soll nun in der Vitrine im Eingangsbereich des Rathauses für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die ausführliche Geschichte zum Schwert lesen hier.

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