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Altenstadt

20.10.2020

Altenstadter Bürger zahlen künftig mehr für ihr Abwasser

Die Abwassergebühren in Altenstadt steigen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Im Marktrat wurde heftig diskutiert: Die Kosten für Abwasser in Altenstadt sollen steigen. Mit diesen Ausgaben müssen die Bürger künftig rechnen.

Die Altenstadter Bürger müssen für die Abwasserbeseitigung künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen, wie der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung beschloss. Die Entscheidung trieb vor allem der Blick in die Zukunft voran.

Zurückzuführen ist dies zu einem Teil darauf, dass erstmals Rücklagen für künftige Investitionen gebildet werden. Die Planerin Dagmar Suchowski erläuterte dem Gremium, dass in den zurückliegenden vier Jahren bei der Schmutzwasserbeseitigung eine Unterdeckung im Bereich von rund 90.000 Euro angefallen sei. Bei Einrechnung dieses Defizits in die Gebührenkalkulation der nächsten vier Jahre ergibt sich eine Schmutzwassergebühr in Höhe von 2,02 Euro pro Kubikmeter. Bisher hatten die Altenstadter Bürger 1,69 Euro für diese Dienstleistung bezahlen müssen.

Deshalb erhöht Altenstadt die Abwasser-Preise

Die Planerin stellte zudem eine Modellrechnung für die Bildung von Rücklagen vor. Bei einer Anhebung der Gebühr auf 2,39 Euro würde sich in den nächsten vier Jahren ein Finanzpolster in Höhe von knapp 300.000 Euro ergeben. Dies könnte laut Dagmar Suchowski beispielsweise für größere Investitionen wie Kanalsanierungen verwendet werden. „Ohne Rücklagen fährt man immer auf Sicht“, sagte sie. Mit Rücklagen könne man große Investitionspakete besser abfedern.

Im Marktrat löste das Thema intensive Beratungen aus. FWG-Marktrat Robert Heller stellte fest, dass die Kalkulation vor allem für 2020 „voll in die Miesen gefahren ist“. Kämmerin Claudia Pfisterer erläuterte, dass für dieses Jahr nur Plandaten vorliegen, die man mit eingearbeitet hat. FWG-Rat Christian Dossenberger will einen Mittelweg. Er meinte, dass 2,20 Euro hinsichtlich Schmutzwassergebühr mit Rücklagenbildung bei einem Kalkulationszeitraum von vier Jahren machbar sind. CSU-Rat Wolfgang Rommel fand, dass 2,39 Euro zu hoch sind. Er sagte: „Die Kalkulation beinhaltet ohnehin schon einen steilen Gebührenanstieg.“

Rücklagen oder Darlehen: Unterschiedliche Strategien im Altenstadter Marktrat

Andererseits werden beim Kanalnetz größere Sanierungsmaßnahmen unumgänglich werden. Rommel sprach sich für moderate Rücklagenbildung aus. FWG-Marktrat Eberhard Aspacher bekräftigte, dass Darlehen derzeit günstig zu bekommen sind. Daher sei es nicht erforderlich, in den nächsten Jahren Rückstellungen zu bilden.

Es gab auch Stimmen aus dem Ratsgremium, die eine Verkürzung des Kalkulationszeitraums ins Gespräch brachten. Die Planerin erläuterte, dass dies jedoch zusätzliche Kosten nach sich ziehen würde. Die Gebühr für das Niederschlagswasser würde laut der Kalkulation von Betriebskosten, Abschreibungen und Verzinsungen von derzeit 0,24 Euro pro Quadratmeter auf künftig 0,52 Euro ansteigen. Den Faktor für die Rücklagenbildung eingerechnet würde sich eine Gebühr in Höhe von 0,67 Euro ergeben. Auch hier wurde um eine Rücklagenbildung gerungen und letztlich eine Anhebung auf 0,60 Euro in den Raum gestellt.

Das Marktgemeinderatsgremium legte die Gebühr für die Schmutzwasserbeseitigung auf 2,20 Euro pro Kubikmeter fest und hob das Gebührenniveau für die Niederschlagswasserbeseitigung auf 0,60 Euro pro Quadratmeter an. Der Kalkulationszeitraum bleibt bei vier Jahren. Der Beschluss erfolgte mehrheitlich.

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