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Altenstadt

13.02.2018

Altenstadter erhält Verdienstorden

Herbert Birk hat vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz am Bande von Sozialministerin Emilia Müller verliehen bekommen. Birk pflegt seit mehr als 30 Jahren seine Frau und engagiert sich beim Bayerischen Roten Kreuz.
Bild: Gert Krautbauer/StMAS

Herbert Birk pflegt seine kranke Frau seit mehr als 30 Jahren. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er nun in München ausgezeichnet – und ist völlig überrascht.

Herbert Birk steht eigentlich nicht gerne im Mittelpunkt. „Ich möchte mich nicht so hoch stellen“, sagt er über sich selbst. Vor Kurzem erhielt er eine Einladung nach München. Er erhalte das Bundesverdienstkreuz am Bande, hieß es in der Mitteilung. Für Birk völlig überraschend. „Ich habe ja die Gründe gar nicht gewusst“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung nach der Verleihung.

Für Bayerns Sozialministerin Emilia Müller liegen die Gründe jedoch auf der Hand: In ihrer Laudatio würdigte sie den Altenstadter, weil er seit mehr als 30 Jahren liebevoll seine Ehefrau Beate pflegt, die 1983 bei einem Verkehrsunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. „Neben der Pflege versuchen Sie immer auch, Ihre Frau durch verschiedene Unternehmungen aus dem Alltagsgeschehen herauszuholen“, sagte Müller während ihrer Ansprache. Außerdem ehrte sie den 65-Jährigen für sein ehrenamtliches Engagement beim Bayerischen Roten Kreuz.

Birk sagt hingegen, er sei mit gemischten Gefühlen nach München gefahren. „Ich habe so etwas natürlich auch noch nicht mitgemacht.“ Insgesamt sind sieben Menschen für ihre sozialen Verdienste ausgezeichnet worden. Birk ist mit zwei Brüdern und dem Zweiten Bürgermeister Ernst Wüst zur Verleihung angereist. Seine Frau sei natürlich auch stolz auf ihn, sagt er. „Aber man macht da keinen großen Wind daraus. Wir haben geheiratet, Kinder bekommen und ein Haus gebaut. Dass der Zusammenhalt bei uns da ist, das war immer klar“, sagt der 65-Jährige.

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Als seine Frau Beate 1983 auf dem Weg zur Arbeit nach Ochsenhausen im Landkreis Biberach war, wurde sie Opfer eines tragischen Unfalls. Birk erzählt, dass sie überholt wurde, sie musste ausweichen, sei auf den Grünstreifen geraten, auf das Auto geschleudert worden, welches überholt hatte – und dann sei ein Lastwagen gekommen. Seitdem ist die 61-Jährige auf Menschen angewiesen, die sie im Alltag unterstützen.

Beate Birk sitzt im Rollstuhl, hat Probleme mit dem Gleichgewicht sowie eine Sprach- und Sehstörung. Herbert Birk pflegt seine Frau zuhause – rund um die Uhr. Zunächst habe Birk seine Frau zusammen mit seinen Schwiegereltern versorgt. Seit ungefähr 15 Jahren pflegt er sie alleine. „Da gibt es keine große Alternative“, sagt er. Es sei schwierig, da jemanden zu finden, der das den ganzen Tag macht. Birks Kinder waren bei dem Unfall zweieinhalb und siebeneinhalb Jahre alt. „Deshalb habe ich das dann einfach selbst gemacht.“

Im Alter von 50 Jahren hat der gelernte Koch seinen Beruf als Metallarbeiter aufgegeben, um sich voll und ganz der Fürsorge für seine Frau zu widmen. Ausgezeichnet wurde er dafür sogar schon einmal in der Vergangenheit: Vor etwa 15 Jahren erhielt er die Pflegemedaille, wie er sagt. Und diverse Ehrungen habe er in seiner Laufbahn beim Bayerischen Roten Kreuz erhalten. Denn dort ist der 65-Jährige schon seit knapp 50 Jahren dabei. Er habe keine besondere Position inne, sagt er, er helfe einfach. Es sei für ihn eine gemeinnützige Sache. Birk unterstützt die Ehrenamtlichen bei der Verpflegung im sogenannten Betreuungszug des Kreisverbands Neu-Ulm. Das heißt, er kocht beispielsweise bei Großeinsätzen und versorgt die Einsatzkräfte mit Nahrung. Diese Betreuungsdienste würden ihm gefallen, sagt Birk. Sozialministerin Müller fasste sein Engagement so zusammen: „Sie übernehmen auf herausragende Weise Verantwortung – für Ihre Frau und für die Gemeinschaft. Für Ihr Wirken hat Ihnen der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.“

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