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Lange Nacht der Stauden

22.06.2015

Altes Wissen über die Sense oder das giftige Kreuzkraut

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Willi Miller lässt sich von Michaela Kimmich seine Sense einstellen. Rechts führen Victoria Prinzessin von Sachsen-Coburg (links) und Marianne Stöckeler ein Gerät vor, mit dem giftiges Kreuzkraut ohne Handkontakt ausgestochen wird.

Liebhaber und Experten kommen in Museum und Gärtnerei auf ihre Kosten

Bei der langen Nacht der Stauden, wofür Gärtnerei und Museum der Gartenkultur am Samstag schon vormittags geöffnet hatten, kamen Liebhaber alter Gartengeräte ebenso auf ihre Kosten wie Pflanzenfreunde. Das Wetter auf der Jungviehweide war kühl, um so mehr galt die Aufmerksamkeit dem Angebot, teilweise unter schützendem Dach, etwa die Ausstellung „Scharfe Sachen“, der Kurs für Korbflechter oder die „Minze-Bar“.

In einer Art Raritätenkorb hatte Dieter Gaißmayer Sirupflaschen, Pfefferminzdöschen und weitere Produkte aus Minze zur Schau gestellt. Daneben befanden sich die zugehörigen Pflanzen, eine Riesenauswahl an Minze-Sorten sowie ein Glas Hugo zum Kosten. Obwohl die Veranstaltung zu den beschaulicheren Terminen zählte, gab es Fremde unter den Besuchern, die von der Minzebar den Weg zum Café Sonnenschein erfragten. Mittendrin hatten sich Joe Sieber, Heiner Miller und Michaela Kimmich vom Sensenverein Wangen niedergelassen. Für ihr Schaumähen war das leicht feuchte Gras geradezu ideal. Zahlreiche Interessierte, darunter Adalbert Vill aus Unterroth, waren mit Sensen gekommen, um sie wetzen, dengeln oder richtig einstellen zu lassen. So auch Willi Miller aus Weidenstetten nördlich von Ulm, der seine Obstwiese lieber mit der Sense bearbeitet: „Die macht das besser als jeder Balkenmäher.“ Den Baumwurzeln würde das Gewicht der Maschinen auch schaden, ergänzt Michaela Kimmich und stellt die Sense auf Millers Größe ein: „Das kommt bei alten Geräten oft vor, früher waren die Leute kleiner.“

Auch in der Gärtnerei wurden die Besucher auf altes Bauernwissen hingewiesen, indem ein Stand Arten des hochgiftigen Kreuzkrautes präsentierte. Marianne Stöckeler aus Röthenbach und Victoria Prinzessin von Sachsen-Coburg informierten über die leberzerstörende Wirkung der Pflanze, die nicht in den Biomüll gehöre. „Bauern haben sie an sogenannten „Schwendtagen“ aus ihren Weidewiesen ausgestochen und verbrannt. Aus Unwissenheit wurden sie lange an Straßen- und Schienenrändern gepflanzt. Beim Jäten seien Handschuhe empfohlen. (lor)

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