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Dietenheim

12.12.2016

An der Iller kann gebaut werden

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Die Firma Fontin rechnet damit, dass sie etwa neun Monate Bauzeit benötigt, um das Schachtkraftwerk zu bauen. Baubeginn soll im Herbst 2017 sein, falls nicht noch etwas dazwischenkommt. Naturschützer wollen die Genehmigung nun prüfen.

Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis hat das umstrittene Wasserkraftwerk zwischen Illertissen und Dietenheim genehmigt. Naturschützer wollen die Entscheidung anfechten.

An Flusskilometer 23, genau zwischen Illertissen und Dietenheim, soll es entstehen: Ein neuartiges Wasserkraftkraft, das laut den Entwicklern, der TU München und der Münchner Firma Fontin, für „regenerative Energieerzeugung mit besonderer Berücksichtigung der Ökologie des Fließgewässers“ steht.

Laut Plan soll ein Schachtkraftwerk in die bestehenden Querbauten integriert werden. Die Turbine wird im Wasser versenkt, große Fische können drüber hinwegschwimmen. Zusätzlich soll ein Fischaufstieg geschaffen werden.

Das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises hat letzte Woche den Bau des Kraftwerks genehmigt, das teilte die Fontin mit. Als nächsten Schritt werde sich die Firma mit der Ausführungsplanung beschäftigen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Dr. Susanne Adams im Sommer erzählt, dass die tatsächlichen Bauarbeiten erst im Herbst 2017 stattfinden könnten. Dann beginne die Niedrigwasserphase der Iller.

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Im Juni hatten etwa 300 Menschen auf der Illerbrücke zwischen Dietenheim und Illertissen gegen die Anlage demonstriert, Naturschützer befürchten, dass das Schachtkraftwerk keine ökologische Verbesserung für die Iller bedeuten wird. Schon im Oktober 2015 hatte Hans-Joachim Weirather, Präsident des schwäbischen Fischereiverbands und Landrat des Unterallgäus angekündigt, Rechtsmittel einzulegen, falls die Anlage genehmigt wird. Heute ließ er verlauten, dass „der Fischereiverband Schwaben, gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Bayern, diesen auf unsägliche Weise entstandenen wasserrechtlichen Bescheid rechtlich wie inhaltlich prüfen“ werde. Auch sei das Schachtkraftwerk „volkswirtschaftlicher Unsinn und für die Gewässerstruktur der Iller ein Kapitalschaden“.

Auch Wolfgang Höß, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Untere Iller und Bürgermeister von Altenstadt, hofft, dass das Schachtkraftwerk nicht errichtet wird. Er glaubt nicht daran, dass es gut für die Natur wäre – im Gegenteil: „Das geht komplett in die andere Richtung, als es das aktuelle Gewässerentwicklungskonzept für die Iller vorsieht“, sagt er. Über 30 Millionen Euro seien bei Vöhringen in die Renaturierung investiert worden, käme das Schachtkraftwerk, bliebe die komplette Ökologie auf der Strecke, befürchtet Höß. Auch er sagt, dass die Genehmigung genau geprüft werden müsse. Sollte das Kraftwerk bei Dietenheim gebaut werden, könnten sieben weitere folgen, eines bei Altenstadt. Hierfür sind die ersten Schritte eingeleitet: Vergangenen Donnerstag fand laut Pressemitteilung der Firma Fontin im Landratsamt Neu-Ulm der sogenannte „Scooping“ Termin für die Anlagen in Oberbalzheim und Altenstadt statt.

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