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Illertissen

15.01.2021

Angeblicher Wolfsriss in Illertissen: Laboranalysen sind beendet

Schön, aber auch gefürchtet: der Wolf. Es handelt sich um ein Symbolbild.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa (Symbolbild)

Plus Ein Verein hat über einen angeblichen Wolfsriss in Illertissen berichtet. Nun liegen die Laborergebnisse des Landesamts für Umwelt vor. Die Ansichten gehen auseinander.

Im Fall des angeblichen Wolfsrisses im Illertisser Stadtgebiet bleiben die Aussagen weiterhin konträr.

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) am Freitag gegenüber unserer Redaktion berichtet, haben die DNA-Untersuchungsergebnisse in Bezug auf das tote Fohlen keinen Hinweis auf Wolfs- oder Hunde-DNA ergeben. Der Verein „Wölfe vs. Land“ mit Sitz in Niedersachsen geht hingegen von einem Wolfsriss aus und verweist auf eine eigene, in einem Labor ausgewertete B-Probe.

Wie berichtet, hat der Verein im Dezember per Pressemitteilung bekanntgegeben, dass Ende November ein Wolf ein neugeborenes Fohlen aus einem Stall in Illertissen verschleppt haben soll. Das Fohlen wurde tot und angefressen in der Nähe des Stalls gefunden. Der Verein forderte die offizielle Bestätigung vonseiten der Behörden und eine „umgehende Entnahme dieses Wolfes“.

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des bayernweit tätigen „Netzwerks Große Beutegreifer“ bestätigte in der Folge auf Nachfrage unserer Redaktion, dass es Ende November im Raum Illertissen einen Vorfall gegeben hatte, zu dem er gerufen worden sei. Es sei zwar ein totes Fohlen gefunden worden, jedoch ließen aus seiner Sicht die Spuren nicht auf einen Wolfsriss schließen. Das LfU ließ seine entnommene DNA-Probe im Labor auswerten.

Laut einem Sprecher der Behörde seien die DNA-Proben „auf Wolf“ untersucht worden. „Die Sequenzanalyse hat keine Hinweise auf einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier ergeben. Die Beteiligung eines anderen Tieres kann nicht abschließend beurteilt werden“, sagt er. Eine Obduktion des toten Fohlens ergab ihm zufolge, dass das Tier lebend zur Welt gekommen war. Ob es eine Lungenentzündung hatte, wie der Ehrenamtliche vermutet hatte, dazu sei keine Aussage möglich, da dies nicht Gegenstand der Untersuchung gewesen sei, so der LfU-Sprecher.

Die Besitzer des Fohlens verweisen auf eine offizielle Bestätigung einer Untersuchung, die ihnen vorliegt: Demnach zeigte die Lunge des Fohlens keine Auffälligkeiten und es lag keine Lungenentzündung vor.

Der Verein „Wölfe vs. Land“ gab in einer zweiten Pressemitteilung bekannt, selbst eine B-Probe bei dem Fohlen gezogen zu haben: „Das Ergebnis war Wolf. Die anderen vor Ort vorgefundenen Fakten waren bis zum Bekanntwerden des DNA-Ergebnisses recht eindeutig und ließen nur Wolf als Ursache zu.“

Somit bleiben die Aussagen in dieser Angelegenheit wohl weiterhin gegensätzlich.

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