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Kettershausen / Egg an der Günz

22.09.2020

Apfelbaum sucht Pate: Günztal-Gemeinden starten Streuobstwiesen-Aktion

Für die Biodiversität spielen Streuobstwiesen eine wichtige Rolle: Sie bieten etlichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Bild: Tom Otto

Plus Günztal-Gemeinden wie Kettershausen und Egg bieten nun Obstbaum-Patenschaften an. Die Devise lautet: Pflege gegen Nutzung.

Die Devise lautet Pflege gegen Nutzung: In einigen Günztalgemeinden kann man ab sofort Obstbaum-Pate werden – auch in Kettershausen und Egg an der Günz. Wie das funktioniert: Die Paten sind für die Pflege ihrer Bäume zuständig. Im Gegenzug dürfen sie Äpfel, Birnen und Co. ernten. Welchen Hintergrund hat die Aktion?

Die Bäume befinden sich auf gemeindeeigenen Streuobstwiesen, die etwa angelegt wurden, um eine Flächenversiegelung im Ort zu kompensieren. Denn, wenn Kommunen eine neue Straße bauen lassen oder ein Gewerbe- oder Baugebiet ausweisen, werden sogenannte Ausgleichsflächen fällig, die sie ökologisch aufwerten müssen. Sinn und Zweck ist es, Eingriffe in die Natur und Landschaft aufzuwiegen. Das gebietet das Bundesnaturschutzgesetz. Eine beliebte Ausgleichsmaßnahme ist es, Streuobstwiesen auf kommunalen Flächen zu schaffen.

Darauf wurde Rebecca Schweiß, Projektmanagerin der Ökomodellregion (ÖMR) Günztal, aufmerksam. Im Rahmen ihrer Arbeit fiel ihr zudem auf, dass viele Gemeinden vor einem Problem stehen: Wer kümmert sich um die Bäume? Schließlich sollte sie jemand schneiden. Die Früchte wiederum sollten verwertet werden statt zu Boden zu plumpsen und dort zu verfaulen.

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Unterstützung bei der Baumpflege

Baumpatenschaften können die Gemeinden entlasten – und den Paten selbst nutzen. „Wir können so kommunale Streuobstbäume erhalten und gemeinsam die Streuobstkultur in der Region weiterentwickeln“, sagt Rebecca Schweiß. Immerhin sind die Wiesen ein prägendes Element der Kulturlandschaft. Veranstaltungen und Aktionen sollen die Lust auf Streuobst wecken und die Wertschätzung von regional erzeugten Früchten stärken – im Sinne einer nachhaltigen Nutzung gesunder und geschmackvoller Lebensmittel, die ohne lange Transportwege auf den Tisch kommen.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Einzelpersonen und Familien vor Ort. Als Paten infrage kommen auch interessierte Vereine, Initiativen, Institutionen wie Kindergärten und Schulen oder Firmen.

Die Paten werden bei der fachmännischen Baumpflege nach Bedarf unterstützt. Vom kommenden Frühjahr an sollen etwa Schnittkurse vermittelt werden. Auch gemeinsame Ernte- und Kelteraktionen könnten organisiert werden, heißt es auf der Internetseite der Ökomodellregion Günztal.

Wer Interesse an einer Obstbaum-Patenschaft hat, kann sich an Rebecca Schweiß (E-Mail oekomodellregion@vgem-oberguenzburg.bayern.de) wenden.

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