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Babenhausen/Memmingen

28.01.2021

"Astrellas Hunde-Hilfe": Ehrenamtliche wollen Tierschutz im Kleinen leisten

Das Bild zeigt Hella Braun von Astrellas Hunde-Hilfe bei einer Übergabe.
Foto: Astrellas Hunde-Hilfe

Plus Frauen aus Babenhausen und Memmingen engagieren sich unter dem Namen „Astrellas Hunde-Hilfe“. Welches Ziel sie haben und wieso sie genau hinschauen wollen.

Momente wie diese sind für Astrid Merz, Hella Braun und Tanja Figel immer wieder berührend: Wenn sie den vertrauensseligen Blick eines Hundes sehen, der von seinem neuen Besitzer entgegengenommen wird, sind auch die Tierschützerinnen glücklich. Denn sie wissen dann, dass sich die oft wochen-, teilweise monatelange Fürsorge und Pflege gelohnt und ihr Schützling ein neues Zuhause gefunden hat. Unter dem Namen „Astrellas Hunde-Hilfe“ leistet das Team seit einigen Jahren ehrenamtlichen „Tierschutz im Kleinen“. Die Adoption verläuft bei ihnen nach strengen Regeln.

Astrellas Hunde-Hilfe unterstützt Hunde im In- und Ausland

„Wir sind eine kleine Gruppe von Tierschützern, die Hunde in Not im In- und Ausland unterstützen“, sagt Astrid Merz. „Unser Ziel ist es, für jeden unserer Pfleglinge das passende, endgültige Zuhause zu finden.“ Die Wege der drei Frauen haben sich vor einigen Jahren bei den Bemühungen um herrenlose Hunde gekreuzt. Auf der Basis ihrer langjährigen Erfahrungen im Tierschutz haben sie gemeinsam Astrellas Hunde-Hilfe gegründet. „Jede von uns hat einen anderen Schwerpunkt, sodass sich unsere Arbeit perfekt ergänzt“, sagt Hella Braun.

Im November 2016 hat das Team vom Veterinäramt in Mindelheim mit dem Sachkundenachweis nach Paragraf 11 im Tierschutzgesetz die Erlaubnis für seine Tätigkeit erhalten. Nach reiflicher Überlegung haben die in Babenhausen und Memmingen lebenden Frauen beschlossen, keinen eingetragenen Verein zu gründen, sondern das gemeinsame Ziel „Tierschutz mit Herz und Verstand“ im Kleinen anzugehen. Von Nachteil sei allerdings, dass sie keine Spendenbescheinigungen ausstellen dürfe, sagt Tanja Figel.

„Astrellas Hunde-Hilfe“ will Hunde in Not unterstützen.
Foto: „Astrellas Hunde-Hilfe“

Auch traumatisierte Hunde sind für die Frauen kein Problem

„Wir schauen genau hin, wem wir einen unserer Schützlinge anvertrauen“, sagt Astrid Merz. Schließlich hätten die von ihrem Team betreuten Hunde in ihrem bisherigen Leben schon einiges erleiden müssen. Vor allem Vierbeiner, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden, finden in ihrem Haus und im großzügigen Gehege Unterkunft und Betreuung. „Sollten irgendwelche Probleme auftreten, steht uns das Veterinäramt Mindelheim jederzeit zur Seite“, sagt Merz.

Dank ihrer Erfahrungen mit Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten seien ängstliche, aggressive oder gar schwer traumatisierte Vierbeiner für sie aber kein Problem. Mit Geduld und Liebe biete sie ihren Schützlingen ein vorläufiges Zuhause, in dem sie zur Ruhe kommen und wieder Vertrauen zum Menschen gewinnen können. „Ich nehme jeden Hund in seinem Wesen so an, dass er sich wohlfühlt und sich wieder ganz natürlich entwickeln kann“, sagt Merz.

Astrellas Hunde-Hilfe arbeitet mit andalusischen Organisationen zusammen

Seit einigen Jahren arbeitet Astrellas Hunde-Hilfe mit zwei andalusischen Organisationen zusammen, die sich um misshandelte und ausgesetzte Tiere kümmern und herrenlose Hunde vor der Tötung bewahren. Aufgrund der Corona-Pandemie werde die Armut in manchen Ländern immer größer, während die Spendenbereitschaft für Tierheime aber ständig sinke, weiß Hella Braun. Die ihrem Team aus dem Ausland vermittelten Hunde würden in videoüberwachten und klimatisierten Boxen von Transportern legal und sicher nach Deutschland gebracht.

Noch gut kann sich die Memmingerin erinnern, wie sie vor einigen Jahren eine aus Spanien stammende Hündin in Karlsruhe abgeholt hat. „Ich habe mich vom ersten Augenblick an in Blanka verliebt und ihr am Ende der Fahrt bei mir ein neues Zuhause gegeben.“

„Astrellas Hunde-Hilfe“ will Hunde in Not unterstützen.
Foto: „Astrellas Hunde-Hilfe“

So läuft die Vermittlung der Tiere ab

Nicht nur bei der Betreuung, sondern auch bei der Vermittlung der Schützlinge geht Astrellas Hunde-Hilfe überlegt und gewissenhaft vor. „Bei uns gibt es keine Hau-Ruck-Aktionen“, sagt Astrid Merz. Schließlich seien Hunde Lebewesen, die ebenso wie Menschen Leid und Schmerzen empfinden. Jeder Bewerber, egal ob Einzelperson oder Familie, müsse vor der Adoption eines Hundes einen detaillierten Fragebogen ausfüllen.

Im Zuge einer Vorkontrolle überprüft eine der drei Frauen anschließend, ob das Zuhause des Adoptanten auch die Voraussetzungen für die richtige Unterbringung und Haltung des gewünschten Hundes erfüllt. Im Gegenzug werden die bereits geimpften und gechippten sowie registrierten Hunde vor der Übergabe tierärztlich untersucht, sagt Merz. „Falls ein Tier irgendeine gesundheitliche Einschränkung haben sollte, legen wir das natürlich offen. Nichts wird verschwiegen.“

Warum Astrellas Hunde-Hilfe vor den Feiertagen kein Tier vermittelt

„Unsere Hunde sind keine Weihnachtsgeschenke, die am Heiligen Abend sozusagen als Überraschung unter dem Baum liegen sollen“, sagt Tanja Figel. Deshalb vermittle Astrellas Hunde-Hilfe vor den Feiertagen kein einziges Tier. Wenn die gut überprüfte und vorbereitete Adoption schließlich zustande komme, werden die Bedingungen in einem Abgabeschutzvertrag festgehalten. Entsprechend diesem gelte der Adoptant als Besitzer, nicht aber als Eigentümer des Vierbeiners, der ihm gegen eine Gebühr anvertraut werde.

„Falls es ihm im neuen Zuhause nicht gut geht, können wir den Hund jederzeit zurückholen,“, sagt Merz. „Sollte ein Hund psychisch oder körperlich misshandelt werden, haben wir jederzeit das Recht, ihn wieder in unsere Obhut zu nehmen.“ Glücklicherweise mache das Team beim regelmäßigen Kontakt mit den neuen Besitzern meistens nur positive Erfahrungen. „Wenn wir hören und erleben, wie gut sich Hunde und Herrchen verstehen, ist das der schönste Lohn für unsere Arbeit, die wir dank ehrenamtlicher Helfer mit Herzblut ausführen“, sagt Merz.

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