Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Asylbewerber beziehen Haus in der Römerstraße

Vöhringen

19.04.2015

Asylbewerber beziehen Haus in der Römerstraße

In dieses Haus in der Römerstraße werden nach ihrer Flucht demnächst asylsuchende Menschen einziehen. Zunächst sollen in einer Wohnung neun Personen untergebracht werden. Nachbarn sind über die Aussichten wenig erfreut.
Bild: Ursula Katharina Balken

Anwohner in Vöhringen fühlen sich vom Landratsamt übergangen und vom Bauherren hinters Licht geführt.

Anwohner in der Vöhringer Römerstraße fühlen sich übergangen, weil sie aus ihrer Sicht nicht rechtzeitig informiert wurden, dass im Haus mit der Nummer 18 eine Asylbewerberunterkunft entstehen wird. Darüber hat das Landratsamt die Nachbarn mit Schreiben vom 30. März in Kenntnis gesetzt. Das Haus ist am 1. April angemietet worden. Angedacht ist, das Gebäude herzurichten, damit in einer Wohnung bis zu neun Personen untergebracht werden können, teilt das Landratsamt mit.

Eine Anwohnerin, die sich mit anderen spontan zu einem Treffen zusammengefunden hat und wie die anderen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, meinte: „Wieso spricht man mit uns nicht vorher? Das hier ist ein fest gefügtes Wohngebiet. Über die Absichten, eine Asylunterkunft zu schaffen, hätte man uns vorher informieren sollen.“

Hausbesitzer ist die Firma Eraslan Logistik GmbH aus Weißenhorn. Eraslan habe in Gesprächen einen Nachbarn wissen lassen, dass er das Obergeschoss im Haus Römerstraße 18 ausbauen wolle, was er auch getan habe. Die Rede, so ein Anwohner, sei davon gewesen, dass der Unternehmer Wohnraum für Familien seiner Mitarbeiter schaffen wolle. Gemäß der Bayerischen Bauordnung hatte das Stadtbauamt die Nachbarn darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein Bauantrag von der Firma Eraslan eingereicht worden sei. Und wie üblich, sind bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben die Unterschriften der Nachbarn einzuholen, die damit ihr Einverständnis mit der Maßnahme erklären.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Jetzt fühlt sich der Anwohner vom Bauherrn hinters Licht geführt. Er will auch wissen, dass pro Wohnung – davon gibt es drei in dem Haus – neun Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Gerüchten zufolge sei auch angedacht, im Garten zusätzliche Möglichkeiten zur Unterbringung Asylsuchender zu bauen. Das allerdings wird schwierig werden, allein schon wegen der Nähe zur Bahnlinie.

Eine Anwohnerin, die ihr Haus als Altersvorsorge sieht, glaubt an eine Wertminderung von 30 Prozent ihres Anwesens, wenn in der Nachbarschaft Asylbewerber untergebracht werden. Eine junge Frau fürchtet Zudringlichkeiten der neuen Bewohner, „weil es doch alles Männer sind.“ Unisono betonen die Anrainer: „Wir sind nicht fremdenfeindlich eingestellt.“ Wenn ausländische Familien hierher ziehen, könne man mit ihnen gut zurechtkommen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Integration gut klappen kann.

Aber den Asylsuchenden gegenüber geben sie sich skeptisch, zumal das Landratsamt mitteilt, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden kann, wann die ersten Flüchtlinge eintreffen und auch nichts darüber wissen, welche Personen dorthin kommen. Denn die Behörde wird erst kurz vorher darüber informiert. Die Flüchtlinge werden von der Regierung von Schwaben zugewiesen, teilt das Landratsamt mit.

Erst seit wenigen Wochen ist bekannt, dass im ehemaligen Fitness-Center in der Industriestraße 90 Asylbewerber untergebracht werden. Auch das hat nicht gerade Freude pur ausgelöst. Angestrebt wird eigentlich eine dezentrale Unterbringung. Das ist im Ex-Fitness-Center nicht der Fall.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren