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Illertissen

30.11.2017

Auf Tuchfühlung mit Väterchen Frost

Kalte Nächte sind kurze Nächte: Zumindest für einige Mitarbeiter des Illertisser Bauhofs. Denn sie müssen früh morgens raus wenn eisige Windböen um die Häuser pfeifen und Minusgrade die Böden frieren lassen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Winterdienst der Stadt Illertissen ist alarmbereit: Einmal waren die Mitarbeiter wegen glatter Straßen schon im Einsatz, weitere werden folgen. Was die Bürger tun müssen.

Kalte Nächte sind kurze Nächte: Zumindest für einige Mitarbeiter des Illertisser Bauhofs. Denn sie müssen früh morgens raus wenn eisige Windböen um die Häuser pfeifen und Minusgrade die Böden frieren lassen. Dann gilt es, mit Väterchen Frost auf Tuchfühlung zu gehen – und zu prüfen, ob die Straßen glatt sind. Fällt der Rutschtest positiv aus, schlagen die Prüfer Alarm: Dann müssen auch ihre Kollegen raus und die Fahrbahnen verkehrssicher machen. Alle Jahre wieder ist räumen und streuen angesagt. Doch auch die Anlieger sind in der Pflicht.

Die Winterwetter-Bereitschaft ist bereits im Dienst: Das erste Mal mussten die Glättetester des Illertisser Bauhofs in der Nacht zum vergangenen Montag ihres Amtes walten – das sagt ein Sprecher auf Nachfrage. „Da hat es einen rechten Frost gehabt und die Straßen waren schon ziemlich glatt.“ Die Hauptstraßen seien dann gestreut worden.

Im Fokus stehen beim Winterdienst viel befahrene und gefährliche Strecken. Dazu gehören Ortsverbindungs- und Durchgangsstraßen, Steigungen, Brücken, Bushaltestellen, die Zufahrten zur Illertalklinik und Überwege über die Eisenbahngleise. Die Prüfer sind zu Dritt und teilen sich die in der Winterzeit täglich anfallenden Überwachungsschichten auf. Stellen sie bei ihrem Test morgens um 4 Uhr Eisglätte fest, fordern sie Streufahrzeuge an. „Dann werden die Fahrer aus den Betten geholt“, sagt der Sprecher des Bauhofs. Der Fuhrpark des Illertisser Bauhofs ist aufgrund der Wetterlage alarmbereit: Das Rückgrat der Winterdienst-Flotte sind drei große Fahrzeuge – zwei Traktoren mit Räumschilden und Streumaterial sowie ein Lastwagen. Dazu gibt es kleinere Gefährte und die Handräumdienste, die mit Schneeschaufeln und Split ausgestattet sind und sich um Fußgängerüberwege und kleinere Straßen kümmern. „Das wird von Hand gemacht“, heißt es vom Bauhof. Über ein Dutzend Mitarbeiter könnten für den Winterdienst mobilisiert werden und bei Bedarf ausrücken. In den Ortsteilen seien auch Fahrzeuge der Firma Haas aus Betlinshausen im Einsatz, zudem würden Landwirte für Räumdienste eingesetzt.

Bricht der Winter mit Eis und Schnee über Illertissen und die Umgebung herein, werden zuerst die Hauptverkehrswege gesichert. „Das hat Vorrang“, heißt es vom Bauhof. Außerdem würden die Bereiche um öffentliche Gebäude und auch die Parkplätze in der Innenstadt freigeräumt. Erst danach stehen die Nebenstrecken an.

Tausalz komme bei Bedarf zwar zum Einsatz – aber falls möglich mit Augenmaß: Denn das Material gilt als umweltschädlich. Es töte Kleinstlebewesen im Boden und könne in Gewässer gelangen, wo es das Lebensumfeld von Tieren und Pflanzen beeinträchtige, kritisieren Naturschützer.

Eine Hand Salz hinwerfen und schon ist die Räumpflicht erfüllt: So einfach haben es auch die Bürger nicht. Sie müssen als Anlieger laut städtischer Verordnung für sichere Gehwege sorgen, werktags ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr. Und zwar so oft wie nötig und mit Schneeschnippe und Rollsplit aus den zur Verfügung stehenden Kisten. Salz darf nur an besonders gefährlichen Stellen wie Treppen verwendet werden, steht in der Verordnung. Das alles schürt jedes Jahr erneut Unmut, weiß Klaus Herrmann, der im Rathaus für Verkehr, Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Spätestens wenn sich die ersten Stürze ereignen. Von Seiten der Stadt versuche man mit Säumigen in Kontakt zu treten, sagt Herrmann. Und das möglichst umgehend: Damit die Illertisser Wege für Fußgänger nicht zur gefährlichen Rutschpartie werden.

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