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Festival

05.10.2015

Auftakt voll jugendlicher Leidenschaft

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Das Junge Kammerorchester Stuttgart trat zum zweiten Mal im Rahmen von „Kultur im Schloss“ auf und begeisterte wieder mit vielen jungen Künstlern. Im Vordergrund Sebastian Fritsch am Solocello und Dirigent Alexander Adiarte.

Sebastian Fritsch, YeonSu Nam und Junges Kammerorchester Stuttgart begeistern

Sie vermögen mit ihrem Talent zu begeistern und überzeugten das Publikum in der Festhalle des Kollegs bei einem ehrgeizigen Programm als „Junge Künstler – Stars von Morgen“. Das so betitelte Festival von „Kultur im Schloss“ in Illertissen nahm mit dem Jungen Kammerorchester Stuttgart unter Leitung von Alexander Adiarte am Samstag einen furiosen Auftakt, mit gezeigter Spielfreude und hohem künstlerischem Anspruch. Dabei standen die 17-jährige YeonSu Nam mit ihrer Oboe und der Cellist Sebastian Fritsch, ebenfalls 17 Jahre, als Solisten im Mittelpunkt.

Der große Saal war voll besetzt, nicht zuletzt mit jungen Zuhörern, die selbst Instrumente spielen, aber auch einigen Künstler-Eltern wie etwa die Mutter der Solo-Oboistin YeonsuSu Nam, um den Auftritt der noch nicht erwachsenen Musiker zu begleiten. In Momenten des wohlverdienten Beifalls konnte ihre, mit technischer Perfektion und viel Leidenschaft vorgetragene Musik leicht über ihr Alter hinwegtäuschen.

Da begeisterte zum Beispiel die zierliche Koreanerin YeonSu Nam mit perfektem Spiel auf ihrer Oboe. Ihr Lehrer Albrecht Mayer – Schirmherr der dreiwöchigen Veranstaltungsreihe – hält sie für seine beste Schülerin. Mit dem Konzert in C-Dur für Oboe und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete sie den Abend und bot bei zurückhaltenden Klängen des Kammerorchesters feinsinnige, fröhlich intonierte Musik. Konzentriert und doch mit spielerischer Leichtigkeit bewältigte sie dabei die überlangen Phrasen, indem sie mit der sogenannten Zirkularatmung ihre Luftreserven erweiterte. Dynamisch wechselte sie die Klangfarben und Tempi, ließ bei Solopassagen im ersten Satz mit einer Serie von Pralltrillern aufhorchen oder im dritten Satz, dem Rondo, einschmeichelnde Passagen erklingen.

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Mit Sebastian Fritsch am Solocello hatte das Stuttgarter Orchester, das im Vorjahr die erste Auflage dieses Festivals eröffnete, ein ebenfalls bekanntes Gesicht dabei – zusammen konnten sie wie schon 2014 in Illertissen begeistern. Auf ihrem Programm stand das Konzert in D-Dur für Violoncello, wofür der junge Virtuose so lässig wie treffsicher in Tonsprüngen und mit technischen Raffinessen quer übers Griffbrett turnte, bis in allerhöchste Lagen. Mal schien er vertieft in sein eigenes Spiel, mal mit schelmischem Seitenblick auf den Einsatz des Dirigenten zu warten. Adiarte griff die Impulse auf, um sie in großen Gesten ans Orchester weiterzugeben.

Das aus Musikstudenten und -Schülern bestehende Ensemble gab dem Abend Dynamik und Musikalität, die mitriss. Hatte eingangs das Oboenspiel Vorrang, so zogen die Stuttgarter bei der abschließenden Serenade für Streicher in C-Dur von Peter Iljitsch Tschaikowski romantische Seiten auf und strichen leidenschaftlich ihren Bogen. Ein jedes Register bekam Gelegenheit, sich zu präsentieren, der Dirigent gab temperamentvolle Einsätze und die Streicher folgten exakt den Anweisungen. Mit dem so furios wie experimentell interpretierten „Libertango“ von Astor Piazzolla bedankte sich das Junge Kammerorchester für den anhaltenden Applaus.

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