1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Aus einem Alptraum das Beste gemacht

Babenhausen

14.07.2013

Aus einem Alptraum das Beste gemacht

Bild: Claudia Bader

Der Dirigent der Babenhauser Liedertafel, Daniel Böhm, musste wegen starker Schmerzen mitten im Schlosskonzert vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht werden.

Von Claudia Bader

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Das kann jedem Chor passieren: Der Dirigent erkrankt kurz vor Beginn des Konzerts. Trotzdem leitet er die Sängerschar, bis er wegen starker Schmerzen ins Krankenhaus gebracht und operiert werden muss. Auch die Sopranistin kann wegen einer Erkältung nur zwei Arien singen. Die Liedertafel Babenhausen machte das Beste aus diesem Alptraum. Das Publikum ebenfalls. Es nahm Kürzungen und Improvisationen im Programm gelassen hin und durfte dafür zum Schluss ebenfalls gesanglich aktiv werden.

Im geschichtsträchtigen Ahnensaal des Fuggerschlosses herrschte gespannte Vorfreude auf diesen Höhepunkt im kulturellen Leben des Fuggermarktes. Unter bewährter Leitung von Daniel Böhm hatten die Sängerinnen und Sänger wieder ein anspruchsvolles Programm eingeübt. Es war den weltberühmten Komponisten Giuseppe Verdi und Richard Wagner gewidmet, die heuer ihren 200. Geburtstag feiern könnten.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Für den verspäteten Konzertbeginn wurde das Publikum mit ei-nem solistischen Höhepunkt belohnt: Mit vierhändigem Klavierspiel und einer fulminanten Intensität ließen Willi Schneider und Michael Jahn Richard Wagners Ouvertüre zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ durch den Ahnensaal klingen. Die Zuhörer konnten nur staunen, welch unglaubliche Klangvielfalt die Solisten in harmonischem Zusammenspiel entfalteten.

„Freudig begrüßen wir die Halle“: Mit dem berühmten Einzug der Gäste auf der Wartburg entbot die Liedertafel Babenhausen ein herzliches Willkommen. Dem inständig gesungenen Gebet aus Wagners Oper „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ ließen die Sänger mit dem „Brautchor“ aus der Oper „Lohengrin“ einen feierlichen Höhepunkt folgen. In einer Szene aus Mozarts „Zauberflöte“ zeigte der Kinderchor, dass dreistimmiges Singen kein Problem ist.

Trotz starker Erkältung ließ Sopranistin Isabel Münsch in Wagners „Wesendonck-Lied Nr. 5“ zauberhafte „Träume“ aufleben. Mit ihrer in allen Lagen sicheren Stimme voller Ausdruckskraft und Gefühl entfaltete sie auch in der Arie des Oscar aus der Oper „Ein Maskenball“ bewundernswerte Leuchtkraft. Dass der Giuseppe Verdi gewidmete Programmteil gekürzt werden musste, tat der Stimmung im Ahnensaal kaum Abbruch.

Denn der unter Leitung von stellvertretender Chorleiterin Luise Kalischek präsentierte Triumphmarsch aus „Aida“ erwies sich als mitreißendes Fest der Stimmen, der von Helmut Schmid und Ottmar Stölzle mit Trompetenfanfaren bereichert wurde. Als die Vorsitzende der Liedertafel, Christine Kölsch, Textblätter verteilte, fühlte sich das Publikum für die Programmkürzung voll entschädigt. Denn der zum Abschluss mit vielen Stimmen zum Klingen gebrachte „Gefangenenchor aus Nabucco“ erwies sich als verbindendes Gemeinschaftserlebnis.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren