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Illertissen

23.10.2017

Aus schwerer Musik machen sie ein leichtes Spiel

Mit einem Doppelkonzert für Violine und Klavier endete das Festival für junge Künstler in Illertissen. Im Bild vorne links Heidi Schmid.
Bild: Regina Langhans

Die Konzertreihe „Junge Talente – Stars von morgen“ in Illertissen wurde mit einem Glanzstück beendet.

Die Violinsolistin Heidi Schmid und der Pianist Joseph-Maurice Weder haben beim Festival „Junge Künstler – Stars von morgen“ mit ihrem Konzert in d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) einen genialen Schlussakkord gesetzt. Etwa 300 Besucher waren zur letzten Veranstaltung in die Festhalle des Kollegs in Illertissen gekommen und von den Klangfarben und der gebotenen Musikalität begeistert. Die Künstler dankten für den starken Applaus, indem sie das Adagio, den zweiten Satz des Mendelssohn-Konzerts, wiederholten und das Publikum so mit verträumten Klängen verabschiedeten.

Das Mendelssohn-Konzert für Violine, Klavier und Streicher, deren Part die Berliner Camerata in Ensemblebesetzung um die Geigerin Olga Pak übernahm, dauerte nahezu eine Stunde. Dabei vermochte es in seiner Komplexität zu fesseln. Dem romantischen Geist des Komponisten folgend, boten die Berliner beim Allegro einen anmutigen Auftakt. Dann übernahm Heidi Schmid, eine gebürtige Münchnerin, mit schwungvollen Bogenstrichen temperamentvoll und impulsiv die Führung. Dennoch blieben ihre Bewegungen grazil, der Ausdruck und die Effekte feinsinnig. Das ganze Spiel der Masterabsolventin schien trotz schwerer Fingerarbeit und Bogentechnik wie von leichter Hand geführt. Schmid spielt eine Violine von Joseph Gagliano aus dem Jahr 1760.

Ihr musikalischer Partner Joseph-Maurice Weder, diplomierter Konzert- und Solopianist, griff wie spielerisch in die gesamte Breite der Tastatur. Harmonisch klinkte er sich in die Musik ein, um dann selbst in der Rolle des Solisten zu überzeugen. Als Duett meisterten die beiden gemeinsame Läufe in perfektem Zusammenklang. Dazwischen griff die Camerata Motive auf, um sie vielstimmig und nicht weniger dominant fortzuführen. Eine besondere Rolle kam Olga Pak an der ersten Geige zu. Von ihr sprang der Funken an die Mitspieler über: Erste und zweite Geige wetteiferten miteinander, sodann mischten Bratsche, Cello und Kontrabass selbstbewusst mit, um die Stimmen zu schwebenden Klangteppichen zu verweben. Beim dritten Satz bot Schmid rasante Doppelgriffe.

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Als Quartett mit erster und zweiter Geige, Cello und Kontrabass wusste die Camerata bei der dritten Streichersonate, C-Dur, des Opernkomponisten Gioacchino Rossini (1792 bis 1868) dessen ausgefeilte Melodik meisterhaft in Szene zu setzen. Die Streichinstrumente schienen geradezu miteinander sprechen zu wollen. Den wechselnden Blickkontakten im Ensemble war die Freude am Zusammenspiel anzusehen – und anzuhören.

Beim Klavierkonzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) verstand es das Quartett, den Pianisten Joseph-Maurice Weder am Flügel mit viel Dynamik zu umrahmen. Im Gegenzug suchte der Solist spielerisch den Dialog. Das Werk zählt zu Mozarts großen Wiener Konzerten, und der Pianist vermittelte im melodischen Auf und Ab heiteres Lebensgefühl.

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