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Illertissen

30.06.2017

Ausbau des Kollegs: Jetzt wird über Geld geredet

Das Illertisser Gymnasium Kolleg der Schulbrüder soll saniert werden. Nach ersten Schätzungen wird das viele Millionen Euro kosten. Jetzt geht es um die Frage, wer sich daran beteiligen könnte.
Bild: Franziska Wolfinger

Bürgermeister Jürgen Eisen will sich mit der Kostenfrage an den Landkreis wenden. Dort zeigt man sich gesprächsbereit – doch es könnten wohl lange Verhandlungen werden.

Nun rücken die Finanzen in den Mittelpunkt: In Sachen der angedachten und wohl viele Millionen Euro teuren Sanierung des Kollegs der Schulbrüder in Illertissen soll es demnächst einen runden Tisch geben – zumindest wenn es nach Landrat Thorsten Freudenberger geht: „Wir sind selbstverständlich gesprächsbereit“, sagte der Kreischef gestern auf Anfrage. Man wolle sich um eine angemessene und sinnvolle Lösung bemühen, auch was die Finanzierung des nach ersten Schätzungen wohl 33,4 Millionen Euro teuren Umbaus angeht. Eine „erhebliche Summe“, wie Freudenberger feststellt. Fragen wie: „was?“, „wer?“ und „wie?“ müssten nun durchdacht werden. Möglicherweise eine langwierige Angelegenheit, denn das Kolleg gilt in der Region als besonderes Konstrukt – beim Schulbetrieb sind drei Akteure im Boot.

Dazu gehören die Stadt Illertissen, der die Gebäude gehören, das Schulwerk der Diözese als Träger und der Landkreis, der 85 Prozent der laufenden Kosten des Schulbetriebs übernimmt. Vertreter der drei Beteiligten werden nun wohl öfter über Geld reden.

Von Illertisser Seite aus, hat der Stadtrat dafür am Donnerstag, wie berichtet, den Startschuss gegeben: Das Gremium beauftragte Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU), die Gespräche mit dem Kreis aufzunehmen. Zugleich wurde eine Richtung für den von vielen als notwendig erachteten Umbau des Gymnasiums vorgegeben. Ins Auge gefasst wurde mit großer Mehrheit die sogenannte Variante vier, die einen Neubau auf einem städtischen Grundstück vorsieht. Dabei soll ein markanter Teil des nahezu 100 Jahre alten Schulgebäudes erhalten bleiben. Als Vorteil wurde angesehen, dass der Unterricht während der Bauphase (anders als bei drei anderen Alternativen) nicht in Container ausgelagert werden muss. Dies hätte nach Ansicht der Schulfamilie dazu führen können, dass Eltern eine Bildungsanstalt in einem anderen Ort auswählten. Zudem wäre die Ausführung nach der vierten Variante wohl die günstigste, hieß es. Für die drei anderen wurden Kosten von 34,2 bis 37,6 Millionen Euro genannt.

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Im Stadtrat gab es viele Stimmen für eine Vorgehensweise nach Idee Nummer vier: Einhellig befürworteten die Fraktionen von CSU und SPD diese Strategie. Beide erachteten den Umbau als dringend angeraten. Auch Rat Ansgar Batzner (Freie Wähler), von Beruf Lehrer, konnte dem Vorschlag einiges abgewinnen – unter anderem, weil ein Teil des Altbaus erhalten werden soll. „Das ist sehr wichtig.“ Allerdings müsse geklärt werden, welches Konzept es für diesen Gebäudeteil gibt. Das sah Fraktionskollege Andreas Lanwehr ähnlich: Ein Neubau sei grundsätzlich „sehr gut“, sagte er. Allerdings müsse die Frage deutlich gestellt werden, was später mit dem Altbau zu machen sei – und was das dann koste.

Möglicherweise einiges, wie der mit der Vorplanung betraute Architekt Erhard Stäblein auf Frage von Andreas Fleischer (SPD) einräumte: Die Sanierung des nach Variante vier zu erhaltenden Gebäudeteils sei in den genannten Kosten nicht inbegriffen. Was das bedeuten könnte, dazu gingen die Vorstellungen im Gremium auseinander: Lanwehr ging von 15 Millionen Euro aus, die auf die über 33 Millionen „drauf gepackt“ werden müssten. Das sah er kritisch: Nach seiner Meinung ist es fraglich, den Bau allein wegen seines emotionalen Werts stehen zu lassen. „Die Schüler wollen vernünftig beschult werden, moderner Unterricht ist in einem Neubau besser möglich“, so Lanwehr.

Bürgermeister Eisen ging hingegen von Kosten von „nur“ sechs bis acht Millionen Euro für die Altbausanierung aus. Dafür werde es Fördergelder geben, nahm er an. In einem Neubau sei man wohl beengt: „Für Platz muss die Stadt Geld in die Hand nehmen“, sagte Eisen. Es gehe aber nicht allein darum, Millionen in ein Gebäude zu investieren. Gleichzeitig müsse ein pädagogisches Konzept her.

Rat Uwe Bolkart (CSU) sprach sich dafür aus, Tradition am Kolleg zu erhalten. Er dachte an die Technische Universität München, ebenfalls ein altes Gebäude. „Da kommt ja auch niemand auf die Idee, alles abzureißen.“

Die Räte sprachen sich schließlich für Variante vier aus, verlangten aber auch Klärung in der Frage, was die Sanierung des Altbaus kosten wird. Das Fazit: Die Gespräche mit potenziellen Geldgebern können beginnen.

Auch wenn diese schnell zu einer Einigung führen sollten: Der Ausbau könnte wohl frühestens 2019 starten – davon geht jedenfalls Kreiskämmerer Mario Kraft aus. Denn die Zuschussanträge könnten bei der Regierung von Schwaben stets bis September gestellt werden. Dass dies heuer noch klappt, sei unwahrscheinlich.

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