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Osterberg

04.07.2019

Aussprache im Osterberger Gemeinderat: Streit zum Thema Holz ist beigelegt

Das Thema Holz beschäftigt Osterberg. Nun kam es zur Aussprache zwischen Gemeinderäten, Bürgermeister und dem Förster.

Nachdem einige Räte verärgert eine laufende Sitzung verlassen hatten, kam das Thema erneut auf die Tagesordnung.

In der kleinen Gemeinde Osterberg gab es kürzlich große Unstimmigkeiten. So große, dass mehrere Gemeinderäte kürzlich die laufende Sitzung des Gremiums verlassen hatten. Die Versammlung wurde anschließend abgebrochen. Grund für den Zwist war die Vorgehensweise des Bürgermeisters bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes in Osterberg. Er hatte Entscheidungen getroffen, für die er eigentlich einen Beschluss des Gemeinderats gebraucht hätte. (Mehr zu der Vorgeschichte, lesen Sie hier.)

Auch der Förster stand Rede und Antwort

Nun wurden Vergleichsdaten und Zeitprotokolle angefordert. Auch der zuständige Beratungsförster wurde eingeladen. So kam es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zu einer Aussprache zwischen den Räten, Bürgermeister Rainer Schmalle (Freie Wähler Osterberg) und Ekkehard Steger von der Forstbetriebsgemeinschaft.

Wie berichtet hatte der Bürgermeister im Gemeinderat im Februar den Holzeinschlag vornehmen lassen. Der war zwar in dem vom Rat abegesegnteten Forstbetriebsplan nach Forstbetriebsbuch vorgesehen, doch der nötige Beschluss des Gemeinderates fehlte. Schmalle erklärte, er hatte den Förster guten Gewissens mit der Arbeit beauftragt, da der Einschlag ja ohnehin für das laufende Forstbetriebsjahres geplant war. Durch die zeitig erfolgte Holzernte habe der Förster das Holz noch zu besseren Preisen verkaufen können. Denn es war bekannt, dass diese wohl bald sinken würden. Von Vorteil sei auch, dass der Einschlag vornehmlich in den vom Käfer gefährdeten Bereichen durchgeführt wurde. Bis auf geringe Mengen an Papier- und Brennholz sei alles verkauft. Schmalle sagte dazu: „Anfang März gingen schon die ersten Einnahmen ein.“ Für ihn habe der vom Gemeinderat abgesegnete Betriebsplan für den Wald letztlich den Ausschlag zum raschen Handeln gegeben, eben um Preise zu retten und dem Schädling Borkenkäfer zuvorzukommen.

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Kritik an Schmalle kam auch von der Rechtsaufsicht des Landratsamtes

Dass der Kommune bei aller staatlich verordneten Planung ein Selbstbestimmungsrecht bleibe, was einen Gemeinderatsbeschluss für den Einschlag erfordert hätte, habe er von der Rechtsaufsicht im Landratsamt erfahren, so Schmalle. Je nach Beschluss können die Räte die Preisgestaltung mitbeeinflussen.

Förster Steger erklärte, sich in seiner Arbeit maßgeblich nach dem Forstbetriebsplan richten zu müssen. „Eingeschlagen wird so oder so“, sagte er und betonte, dass dabei heuer viel Langholz herausgekommen sei, welches er noch komplett für gutes Geld verkaufen konnte.

Martin Werner (Bürgerblock Weiler) stellte Überlegungen an, inwieweit im kommenden Herbst bessere Preise zu erzielen gewesen wären. Experte Steger hält das aber für wenig wahrscheinlich: „Angesichts des historischen Tiefstands zum 1. Mai wohl kaum.“ Ratskollege Jürgen Blechschmidt (Freie Wähler) warf dem Bürgermeister vor: „Es hätte Möglichkeiten zur rechtzeitigen Information gegeben.“ Schmalle erinnerte, dass das Gremium zuletzt mehrfach nicht beschlussfähig gewesen sei. Gemeinderat Wolfgang Berrens (Freie Wähler) rief nochmals die Holzschädlinge in Erinnerung und stellte die Frage: „Hätten wir zusehen sollen, wie der Käfer gutes Holz zerstört?“

Die Streitigkeiten zum Thema Holz scheinen nach dieser Sitzung des Osterberger Gemeinderats nun vom Tisch zu sein.

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