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Landkreis

15.03.2017

Autofahrer aufgepasst: Die Kröten sind los

Milde Temperaturen und viel Regen – so haben es Molche, Frösche und Lurche gerne. Und deshalb begeben sich die Tiere in diesen Tagen in der Region vermehrt auf Wanderschaft. An stark befahrenen Straßen endet das Leben vieler Amphibien jedoch abrupt.
Bild: BN Herbert Stadelmann

Warme Tage treiben Amphibien auf Wanderschaft. Ohne Hilfe und Rücksicht sind sie jedoch in Lebensgefahr.

Milde Temperaturen und viel Regen – so haben es Molche, Frösche und Lurche gerne. Und deshalb begeben sich die Tiere in diesen Tagen in der Region vermehrt auf Wanderschaft. An stark befahrenen Straßen endet das Leben vieler Amphibien jedoch abrupt. Der Bund Naturschutz im Kreis Neu-Ulm appelliert deshalb an Autofahrer, Rücksicht zu nehmen. Und bittet: Wer Wanderwege beobachtet, soll diese an die Naturschützer melden.

In diesem Jahr beginnt die Wanderzeit früher als sonst: Wegen der hohen Temperaturen tagsüber begaben sich die ersten Frösche bereits Anfang März auf ihre Wege. Denn: Amphibien brauchen feuchtwarme Abend- und Nachtstunden zum Wandern, teilt Bernd Kurus-Nägele, der Geschäftsführer des Bund Naturschutz im Kreis Neu-Ulm mit. Ideales Wetter sehe demnach so aus: Regen und Temperaturen von über fünf Grad plus. Eine Folge: Scharenweise überqueren Amphibien die Straßen, um Teiche und Feuchtgebiete zum Laichen zu erreichen.

Schwerpunkte der Wanderungen seinen Talräume, in denen Wälder an Tümpel oder Weiher angrenzen. Ohne Rücksicht (der Verkehrsteilnehmer) und Hilfe (der Naturschützer) hätten viele Amphibien kaum eine Chance, die Fahrbahnen unbeschadet zu überqueren. Zahlreiche Populationen seien bereits ausgerottet worden, so Kurus-Nägele.

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Geht es nach ihm, sollen Verkehrsteilnehmer an einigen Stellen besondere Rücksicht nehmen – auf Tiere und auf die Retter am Straßenrand. Kurus-Nägele empfiehlt entlang der Amphibienzäune ein Tempo von 30 Stundenkilometern, und zwar auf diesen Strecken: Zwischen Hausen und Holzschwang, Hirbishofen und Pfaffenhofen, Kadeltshofen und Straß, Finningen und Neu-Ulm, Thalfingen und Pfuhl, Steinheim und Remmeltshofen, Bellenberg und Au, Steinheim und Burlafingen (Höhe Brandstetter See) sowie zwischen Matzenhofen und Unterroth. Wanderwege befinden sich auch am Ingstetter Weiher, am Autobahnzubringer Vöhringen und in Illertissen am Dorfweiher. Zusätzlich sei die nächtliche Sperrung der Strecke Neuhausen-Tiefenbach zu beachten. Viele tote Tiere könnten sich auf der Straße wie Schmierseife auswirken, so Kurus-Nägele weiter. Er merkt zudem an, dass die Amphibienbestände Bayerns rückläufig seien. (az)

Kontakt: Bund Naturschutz Neu-Ulm, Telefon 0173/3249171, E-Mail: bundnatnu@aol.com.

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