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Babenhausen

28.03.2018

Babenhauser Gewerbetreibende kritisieren Marktrat

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Der 2014 eingerichtete Blog „Babenhausen bewegt“ ist offline – das findet nicht jeder gut.
Bild: Schatz (Screenshot)

Der Verein moniert die Zusammenarbeit mit dem Gremium. Es mangele an Kommunikation. Das hat sich jüngst bei dem Blog „Babenhausen bewegt“ gezeigt.

Die Stimmung bei der Versammlung der Gewerberegion Babenhausen war angespannt: Mit deutlichen Worten kritisierte Vorsitzender Kay-Uwe Bertram die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde. Es mangele in manchen Bereichen an Unterstützung, vor allem aber an Kommunikation. Bürgermeister Otto Göppel und Marktrat Josef Deggendorfer als Referent für die Bereiche Wirtschaft und Internet stellten sich den Vorwürfen.

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Ein Auslöser der Debatte war das Aus der Internetseite „Babenhausen bewegt“ – ein Blog, den die Gewerberegion, der Touristikverein und die Marktgemeinde 2014 als gemeinsame Plattform ins Netz gestellt hatten. Sucht man heute nach dem Blog, ploppt nur noch ein Hinweis am Bildschirm auf: „Die Seite kann nicht angezeigt werden.“

Im November hatte der Marktrat in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, kein Geld für einen Relaunch der Seite, also eine Neugestaltung, beizusteuern. Auch eine monatliche Unterstützung zu beauftragen und ein Honorar für die Erstellung eines Newsletters zu bezahlen, lehnte das Gremium ab. Nun wurde bei der Versammlung moniert, dass die Gewerberegion – als einer der drei Finanziers – zu spät von den Beschlüssen erfahren habe.

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Fred Strittmatter, Betreiber des Cafés Fahrenschon, fragte, was aus der anfänglichen Begeisterung des Gremiums für die Seite geworden sei. „Ich hoffe auf eine Wiederaufnahme der Plattform“, sagte er und weiter: „Die digitale Kommunikation müssen wir am Blühen halten.“ Bertram kritisierte, dass offenbar Geld „in den Sand gesetzt“ wurde.

Bürgermeister Göppel rechtfertigte sich: Der Markt habe dem Touristikverein und der Gewerberegion nach den Beschlüssen angeboten, dass sie den Blog weiterführen können. Das Angebot stehe bis heute. „Wir als Markt wollen uns zurückziehen“, sagte er. Die Gründe: Von Anfang an sei über die Gestaltung der Seite diskutiert worden, auch Nachbesserungen hätten nicht alle zufriedengestellt. Zuletzt sei der Blog nicht mehr laufend gepflegt worden, Updates wären nötig gewesen. Eine Rolle gespielt habe auch, dass die meisten Artikel bereits in diversen Printmedien erschienen seien. Daher habe sich der Markt gegen einen Relaunch entschieden.

Der Umgang mit „Babenhausen bewegt“ war jedoch nur ein Kritikpunkt, der angesprochen wurde. Die Pläne für die innerörtliche Entwicklung des Fuggermarkts waren ein anderer. Aus Bertrams Sicht ist es dabei kontraproduktiv, auf „den ganz großen Wurf in Form eines Investors“ zu warten, durch dessen Initiative der Ortskern erneuert werden soll. Dies sei ignorant gegenüber Aktivitäten der bestehenden Geschäfte. Diese sollten gestärkt, statt reglementiert werden.

Außerdem sollte nicht eine Diskussion um Parkplätze Vorrang haben, wenn sich neue Gewerbetreibende ansiedeln oder Geschäfte übernehmen wollen, so Bertram. Man müsse Gründer vielmehr durch ein attraktives Umfeld ermutigen. Eine Option, um den Standort attraktiver zu gestalten, sei es etwa, Radfahrer und Wanderer nach Babenhausen zu locken. „Ist es nicht Zeit, dass Babenhausen aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und sich seiner Potenziale bewusst wird?“, fragte er provokant.

Rat Josef Deggendorfer stimmte zu: „Wir hätten Potenzial, zu einem Naherholungsgebiet für die städtische Bevölkerung im Illertal zu werden.“ Er sagte jedoch auch, dass der Markt bisweilen trotz Bemühungen kritisiert werde, etwa beim Thema Parkplätze. Kunden würden erwarten, direkt bis vor die Ladentüre fahren zu können. „Wir machen uns immer wieder Gedanken, wo wir ein Auge zudrücken können. Aber wir können nicht alles stemmen.“

Göppel nannte das Beispiel Leerstände. Hierbei stünden auch die Immobilieneigentümer in der Pflicht, Mieten attraktiv zu gestalten, um Nachfolger zu finden. Auch die Initiative eines Investors hänge davon ab, ob Eigentümer Grundstücke im Ortskern verkauften. Derzeit würden Gespräche geführt.

Anne Walcher, Inhaberin eines Bioladens, sagte, dass zu wenig von der Arbeit des Rats bekannt werde: „Wenn wir vom Gewerbeverein Vorschläge bringen, hören wir ewig nichts. Das heißt nicht, dass ihr nichts macht, aber es kommt nichts rüber.“ Bertram fügte hinzu, dass trotz Einladungen nur zwei Vertreter des Gremiums zur Versammlung gekommen seien. Für die Zukunft bot der Bürgermeister an, dass Deggendorfer oder er an Vorstandssitzungen teilnehmen könnten. „Dann wird die Verbindung sicher besser“.

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