Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins Baskenland
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Babenhauser Räte: Gemeinde braucht ein eigenes Mitteilungsblatt

Babenhausen

06.07.2020

Babenhauser Räte: Gemeinde braucht ein eigenes Mitteilungsblatt

Mehr Transparenz - das soll ein gemeindeeigenes Mitteilungsblatt schaffen.
Bild: Alexander Kaya (Archivbild)

Plus Der Babenhauser Marktrat befürwortet einen Antrag der Grünen. Noch sind aber Fragen offen.

Die meisten Gemeinden haben eines – Babenhausen bisher nicht: ein amtliches Mitteilungsblatt. Das soll sich ändern, sind sich die Markträte einig und befürworten damit einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Diese appellierte an die Verwaltung, spätestens im September ein mindestens monatlich erscheinendes, neutrales Gemeindeblatt einzuführen. Der Antrag hat eine Vorgeschichte.

Auf das Wort neutral legen die beiden Grünen-Markträte wohl besonders Wert. Wie berichtet, bemängelte der Ortsverband im vergangenen Sommer in einem offenen Brief an den Bürgermeister, dass der Markt Babenhausen kein eigenes Mitteilungsblatt veröffentlicht und deshalb von Außenstehenden mit einem lokalen Werbeblatt in Verbindung gebracht werden könnte. Auslöser der Kritik: Der Herausgeber jenes Werbeblatts hatte in einem Meinungsbeitrag gegen die Grünen und die Fridays-for-Future-Bewegung gewettert (wir berichteten: Ärger um Werbeblatt in Babenhausen).

Seit der Kommunalwahl im März ist Bündnis 90/Die Grünen nun auch im Marktrat vertreten – und die beiden Räte Sandra und Benedikt Neubauer schreiben in ihrem Antrag, der unserer Redaktion vorliegt: Da der Herausgeber des Werbeblatts mit „seinen grenzwertigen Äußerungen“ gewiss weder die Meinung des Bürgermeisters noch die des gesamten Marktes Babenhausen widerspiegele, bitte die Fraktion die Verwaltung darum, in Zukunft eine „eigene neutrale öffentliche Kommunikation mit den Bürger*innen zu führen“.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Lokalpolitik soll transparenter werden

Auch Markträte anderer Fraktionen sprachen sich für die Einführung eines eigenen Mediums aus. Es handele sich um eine Möglichkeit, die Lokalpolitik transparenter zu gestalten und nachvollziehbar über Entscheidungen und Ereignisse zu informieren. Christian Pfeifer ( CSU) brachte in Erinnerung, dass das Thema schon einmal diskutiert worden sei. Knackpunkte damals wie heute: Personal und Kosten. Schließlich müsse jemand die Texte verfassen, das Layout erstellen und sich um den Druck kümmern. „Das sollte jemand sein, der auch ein bisschen Erfahrung hat“, sagte er – und Bürgermeister Otto Göppel (CSU) ergänzte, dass es sicher keine gute Außenwirkung hätte, könnten die Babenhauser am Ende belustigt Rechtschreibfehler zählen.

Aus Göppels Sicht könnte sich Babenhausen am Pfaffenhauser Gemeindeblatt orientieren. Im Wesentlichen würden darin die Entscheidungen des Marktrats und ein paar weitere Informationen mitgeteilt. „Mit einem Umfang von rund vier DinA4-Seiten ist auch der Umfang überschaubar“, sagte er.

Wer bringt die Info an die Frau und den Mann?

Erstellung und Inhalte sind das eine. Die andere Frage lautet: Wie das Blatt an die Frau und den Mann bringen? Der Antrag der Grünen sieht vor, das Mitteilungsblatt zunächst nur im Rathaus und eventuell an gut besuchten Stellen im Ort, etwa Geschäften, auszulegen sowie auf der Internetseite des Marktes zu publizieren. „Unser Gedanke war, das kostengünstig zu machen und klein anzufangen“, erklärte Fraktionssprecher Benedikt Neubauer. Bürgermeister Göppel ergänzte, dass andere Gemeinden ihre Amtsblätter an Haushalte verteilen, welche diese abonniert haben und dafür auch bezahlen. „Ich würde vorschlagen, dass wir zunächst einmal nichts für das Mitteilungsblatt verlangen und mit der Verteilung wie vorgeschlagen beginnen“, sagte er.

Michael Sell (CSU) bedankte sich für den Antrag und bestätigte die Notwendigkeit, wünschte sich jedoch die Vorlage einer Konzeption und Kalkulation. Zudem sprach er sich dafür aus, dass das Blatt an jeden Haushalt verteilt wird. Diese Meinung teilten andere: „Ich bin auch dafür, dass wir einen Bring-Service bieten“, sagte etwa Walter Kalischek (Freie Wähler). Das sei man insbesondere der älteren Generation schuldig. Auch David Ott (Liste engagierter Bürger) vermutete, dass sich der Aufwand erst lohnen werde, wenn jeder Bürger erreicht wird. Eventuell, so Christian Pfeifer, fänden sich Jugendliche, welche die Mitteilungsblätter austragen und auf diese Weise ihr Taschengeld aufbessern könnten.

Der Marktrat beauftragte die Verwaltung damit, die Voraussetzungen für ein Gemeindeblatt zu schaffen und mit der Erstellung so schnell wie möglich zu beginnen.

Lesen Sie außerdem über Babenhausen:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren