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Babenhausen

02.09.2020

Babenhauser begibt sich mit Fahrrad auf „Nie wieder“-Tour nach Auschwitz

Die „Nie wieder“-Tour wird an der Gedenkstätte der einstigen Synagoge am Schweizerberg in Memmingen einen Zwischenstopp einlegen.

Plus Martin Krick fährt mit dem Fahrrad von Stiefenhofen nach Auschwitz. Seine "Nie Wieder"-Tour soll an ein Mädchen erinnern, das im Konzentrationslager ermordet wurde.

Seine Botschaft lautet: „Nie wieder!“ Und so trägt auch die Tour, die Martin Krick geplant hat, genau diesen Titel. Der Babenhauser will mit dem Fahrrad von Stiefenhofen im Landkreis Lindau nach Oświęcim/Auschwitz in Polen fahren. Station macht der „Fahrradenthusiast“, als welchen er sich sieht, am Sonntag, 6. September, dem Europäischen Tag der jüdischen Kultur, auch in Memmingen und an der Ehemaligen Synagoge in Fellheim. Was dort geplant ist.

Die Radtour soll an Gabriele Schwarz erinnern. Aufgewachsen in Stiefenhofen im Westallgäu, wurde das fünfjährige Mädchen 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Es ist nur eines von vielen tragischen Schicksalen jüdischer Bürger aus der Region Schwaben. Und so ist die Tour im Grunde allen Opfern der Shoa gewidmet. Die „Nie Wieder“-Tour solle zukünftigen Generationen eine Mahnung sein, dass so ein Unrecht nie mehr geschehen darf, sagt Martin Krick.

1300 Kilometer in zwölf Tagen

Der Babenhauser möchte einen alten Koffer aufsatteln, um darin Erinnerungsstücke von Stiefenhofen, Memmingen, Fellheim und Ichenhausen nach Auschwitz zu bringen und dort der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oświęcim zu übergeben. Vorgesehen sei es auch, wie bei bisherigen Charity-Touren, Spenden für IJBS zu sammeln.

Krick plant, die Strecke von etwa 1300 Kilometern in zwölf Tagen zurückzulegen. Mitfahrer könnten die Tour abschnittsweise begleiten, insbesondere am ersten Tag.

Am Sonntag geht es für den Babenhauser nach einem Gedenken in Stiefenhofen gegen 10 Uhr zunächst nach Memmingen. Dort wird Oberbürgermeister Manfred Schilder die Tourteilnehmer gegen 14.30 Uhr am Gedenkstein „Erinnerung stiftet Erlösung“ am Schweizerberg empfangen. Der ehemalige Oberbürgermeister Ivo Holzinger spricht als Vorsitzender der deutsch-israelischen Gesellschaft. Autor und Filmemacher Leo Hiemer erzählt vom Schicksal der kleinen Gabi. Die Kulturwissenschaftlerin Regina Gropper stellt zudem die Ausstellung „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz“ vor. Diese wird ab dem Frühjahr 2021 im Rahmen des Jubiläumsjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ im Stadtmuseum Memmingen gezeigt.

Gedenkveranstaltungen in Memmingen und Fellheim

Darüber hinaus können Interessierte am Sonntag von 11 bis 17 Uhr die Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Memmingen“ im Stadtmuseum besichtigen. Der jüdische Friedhof wird von 14 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Die stellvertretende Heimatpflegerin Sabine Streck ist vor Ort, um Fragen zu beantworten. Die männlichen Besucher sind angehalten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Wegen der Corona-Beschränkungen können keine Führungen angeboten werden. Im Rahmen des digitalen Angebots des Stadtmuseums sind Kurzführungen zur Abteilung „Jüdisches Leben“ und zum jüdischen Friedhof unter zeitmaschine-stadtmuseum-mm.de abrufbar.

Gegen 16 Uhr wird Martin Krick in Fellheim an der Ehemaligen Synagoge erwartet und dort von der Gemeinde und dem Förderkreis begrüßt. Besucher haben die Möglichkeit, an einem Gedenken im Synagogengarten teilzunehmen. Im Anschluss ist das Gebäude bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Bereits um 13.30 Uhr findet am Sonntag, 6. September, in Fellheim eine Führung durch den Jüdischen Friedhof und die Ehemalige Synagoge statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an info@foerderkreis-synagoge-fellheim.de.

Die „Nie wieder“-Tour führt schließlich weiter nach Ichenhausen im Kreis Günzburg. Von dort aus geht es für Martin Krick ab Montag, 7. September, nach Polen. Seine Ankunft ist für den 17.September geplant. (sar/az/stz)

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