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Oberschönegg

07.10.2019

Bald ist Viehscheid: Wie Kuhfladen zu Frisbee-Scheiben werden

Kuhfladen spielen am Wochenende in Oberschönegg eine wichtige Rolle: Sie stehen im Mittelpunkt zweier Wettstreits. Diese gehören zum Rahmenprogramm des diesjährigen Viehscheids.
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Kuhfladen spielen am Wochenende in Oberschönegg eine wichtige Rolle: Sie stehen im Mittelpunkt zweier Wettstreits. Diese gehören zum Rahmenprogramm des diesjährigen Viehscheids.

Plus Der Viehscheid soll heuer noch größer gefeiert werden als bei der Premiere 2018. Am Vorabend ist ein kurioser Wettstreit geplant – aber nicht nur das.

Wie eine Frisbeescheibe segelt der Kuhfladen durch die Luft, landet im grünen Gras. Ein Schiedsrichter im weiß-schwarz-gestreiften Hemd hebt die Hand, die Zuschauer klatschen anerkennend. Diese Szenen spielen sich Jahr für Jahr im US-Bundesstaat Wisconsin ab – während der Kuhfladen-Weitwurf-Meisterschaften. Am Samstag, 12. Oktober, soll auch die Unterallgäuer Gemeinde Oberschönegg zum Schauplatz dieses kuriosen Wettstreits werden. Passend zum Viehscheid am Sonntag, 13. Oktober, sollen am Vorabend die braunen Hinterlassenschaften der Rinder durch die Gegend fliegen.

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Der wahrscheinlich nördlichste Viehscheid des Allgäus fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal offiziell statt. Geschätzt 800 Leute kamen und damit weit mehr als erwartet, was sich an den zur Neige gehenden Speisen zeigte. Das soll sich heuer nicht wiederholen: Die Bewirtung wird ausgebaut. Und auch die Veranstaltung selbst soll umfangreicher ausfallen. Diesmal wollen sich die Oberschönegger und deren Gäste bereits am Vorabend auf den Viehscheid einstimmen, samt Band und Wettbewerb.

„Wir stecken voll in den Vorbereitungen“, berichtet Landwirt und Zweiter Bürgermeister Gerhard Fäßler, Initiator der Veranstaltung. Werbung machen, Maschinenhalle ausräumen, sauber machen, beheiztes Zelt aufbauen, Bewirtung planen – es gibt einiges zu tun. Und dann sind da noch die Kuhfladen, „ein Naturprodukt“, wie der 49-Jährige sagt und lacht. Die braunen Haufen wurden teils auf der Wiese gesammelt. Dann kamen sie für eine Viertelstunde bei 200 Grad in den Backofen, um sie zu trocknen – freilich nicht in denjenigen, der in der Küche steht und in dem sonst Kuchen backt, sondern in einen alten. Herauskamen feste, frisbee-ähnliche Scheiben. Wie das mit dem Geruch ist? „Der ist nicht mehr so stark.“

Bald ist Viehscheid: Wie Kuhfladen zu Frisbee-Scheiben werden

Viehscheid in Oberschönegg: Einmalhandschuhe liegen bereit

Um die 50 Stück – und dazu Einweghandschuhe – werden am Samstagabend für alle Gäste bereitliegen, um über eine beleuchtete Wiese hinter dem Fäßlerhof geschleudert zu werden. Die Teilnehmer, die am meisten Weite gut machen, erhalten Preise. „Der erste ist ein wertvolles Zuchtkalb“, sagt Fäßler. Außerdem gebe es unter anderem ein Schlachtschwein und zwei Ferkel zur Aufzucht zu gewinnen. Sponsoren stellten die Preise zur Verfügung.

Zahlreiche Besucher sind zur ersten offiziellen Viehscheid in Oberschönegg gekommen.
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Die schönsten Bilder vom Viehscheid in Oberschönegg
Bild: Claudia Bader

Zu dem Spektakel, das um 19.30 Uhr beginnt, spielt die Band Calypso, aus Fäßlers Sicht „die richtige Kapelle für Jung und Alt“. Es gebe eine Bar und Speisen heimischer Metzgereien. Wie viele Gäste kommen werden, lasse sich schwer abschätzen, da es sich um eine Premiere handelt: „Da lässt man sich überraschen.“ In der Halle werde für 400 bis 500 Personen aufgestuhlt.

Um die 1000 Schaulustige sollen es am Sonntag werden. Dann findet der Oberschönegger Viehscheid statt, der Höhepunkt des Wochenendes. Ab 10.30 Uhr werden laut Veranstalter ungefähr 45 Tiere ins Dorf getrieben. Sie bewegen sich in vier Herden mit vier Kranzrindern, die „auch ganz ordentlich geschmückt sind“, aus drei Richtungen zum Treffpunkt an der Leonhardkapelle hin: den Pilzenberg hoch, den Stolzenhofer Weg und die Hauptstraße von Babenhausen kommend entlang. Begleitet werden die Rinder von Klängen der Altschönegger Musikanten.

Heuer wird nicht nur Fäßlers Jungvieh nach der Sommerfrische auf der Weide in den Stall gebracht. „Auch ein anderer Landwirt ist diesmal dabei mit einer Gruppe. Er war beim letzten Mal noch Treiber“, erzählt der 49-Jährige.

Großes Fest in Oberschönegg: Viele Freiwillige wollen helfen

Nicht nur das zeigt, auf welche Resonanz die Veranstaltung in der Gemeinde stieß – und stößt. Etliche Freiwillige meldeten sich laut Fäßler auf einen Aufruf hin, um mit anzupacken. Zu den geschätzt 70 Helfern zählen außerdem die Mitglieder der drei veranstaltenden Vereine, die sich zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) „Drei Schegel“ zusammengeschlossen haben. Diese ist Bauherr des geplanten „Hauses der Vereine“, in welches auch der Erlös des Wochenendes fließen soll.

Die Veranstalter laden im Anschluss an den Viehscheid auf den Fäßlerhof an der Hauptstraße ein. Dort sollen es sich die Besucher bei Frühschoppen, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie zu Blasmusik gut gehen lassen. Der Flexibus, der ab Mitte November im Raum Babenhausen-Boos fahren soll, wird präsentiert. Kinder können sich in der Hüpfburg austoben.

Und abermals spielt der Kuhfladen eine Rolle. Diesmal in Form eines Roulettes. Eine Wiese wird in Felder eingeteilt, auf welche die Besucher setzen können. Ein Rind wird über das Gras spazieren und per Kuhfladen entscheiden, welches Feld gewinnt. Auch diese „dufte Idee“ soll zur Gaudi beitragen.

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