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Babenhausen

16.11.2019

Barrierefreiheit: Noch immer viele Stolperfallen in Babenhausen

„Auf der Wies“ stellen aus dem Boden ragende Wurzeln und Unebenheiten im Teerbelag Stolperstellen dar.
Bild: Claudia Bader

Im Frühjahr haben beeinträchtigte Menschen Verbesserungsvorschläge vorgebracht. Nun ist es in Babenhausen Zeit für eine Bilanz in Sachen Barrierefreiheit.

Eigentlich ist der Gehsteig den Fußgängern vorbehalten. Doch im Bereich Auf der Wies in Babenhausen wird er weiterhin von Radfahrern genutzt. Hinzukommt: Wurzeln ragen aus dem Boden, bilden Unebenheiten im Teerbelag – und werden für manchen Fußgänger zu regelrechten Stolperfallen. Solche Hindernisse erschweren vor allem Menschen mit Beeinträchtigung das Leben. Eine Gruppe hatte im Frühjahr von ihren Erfahrungen im Alltag berichtet (mehr dazu lesen Sie hier: Schluss mit Slalomfahren: Wie Babenhausen barrierefreier werden soll). Nun wollte sie prüfen, welche Verbesserungsvorschläge umgesetzt wurden.

„Leider hat sich in der Vergangenheit kaum etwas geändert“, bedauerte Seniorenbeauftragter Manfred Lingens, der sich auch als Vorsitzender des Vereins „Bürger unterstützen Senioren“ (BuS) engagiert. Rund ein halbes Jahr nach dem ersten Treffen zog er mit Markträtin Beatrix Käßmeyer, der Leiterin des Bauamts in der Verwaltungsgemeinschaft Babenhausen, Julia Fuchs, sowie einigen interessierten Senioren Bilanz. Diese fiel nicht sehr positiv aus, wie die Versammelten nach mehr als einstündiger Besprechung feststellten. So befindet sich etwa die Straße zwischen der Seniorenwohnanlage und der Jugendbildungsstätte weiterhin in desolatem Zustand. Und die massive Rathaustür lässt sich noch immer sehr schwer öffnen. Bauamtsleiterin Fuchs sagte dazu, dass die Tür leichter zu öffnen sein wird, sobald der bereits bestellte automatische Türöffner und -schließer eingetroffen und montiert sei.

Behindertengerechte Toilette kam zur Sprache

Die Anwesenden betonten abermals, dass die Gehsteige häufig durch Hindernisse wie Reklameschilder und Warenregale vor Geschäften blockiert seien. In manchen Bereichen wachsen Hecken weit in den Gehweg herein, bemängelte eine Seniorin, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist. Auch nicht weggeräumte Mülltonnen und nicht ordnungsgemäß abgestellte Autos versperrten ihr oftmals den Weg. Um solche Probleme künftig in den Griff zu bekommen, so Seniorenbeauftragter Lingens, werde er die örtlichen Polizeibeamten bitten, ab und zu nach dem Rechten zu schauen.

Barrierefreiheit: Noch immer viele Stolperfallen in Babenhausen

Ein weiterer Punkt: Nicht nur auf dem Babenhauser, sondern auch auf dem Klosterbeurer Friedhof kämen Menschen mit Gehhilfe und Rollstuhl kaum voran, bemängelte eine Bewohnerin dieses Ortsteils. Vor Kurzem habe sie erlebt, dass ein Mann mit Rollator im Kies stecken geblieben sei und sich nicht ohne fremde Hilfe aus dieser misslichen Lage befreien konnte.

Auch das Thema behindertengerechte Toilette kam zur Sprache. Eine solche ist im Gasthaus Rössle vorhanden und Eigentum der Gemeinde. Deshalb sollte diese in Absprache mit dem Pächter auch dafür Sorge tragen, dass die sanitäre Anlage in Zeiten, in denen die Gaststätte geschlossen ist, zugänglich bleibt, forderte eine Seniorin.

Seniorenbeauftragter Lingens hatte eine erfreuliche Nachricht parat: Der Flexibus, der künftig im Bereich Babenhausen und Umgebung unterwegs ist, biete genügend Platz für Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen. Auch künftig werde er sich dafür einsetzen, älteren und beeinträchtigen Menschen das Leben in Babenhausen einfacher und angenehmer zu machen, kündigte er an. Allerdings wünsche er sich, dass möglichst viele Betroffene hinter ihm stehen. Dass sich gerade einmal sieben Interessierte zu diesem zweiten Treffen eingefunden hatten, sei enttäuschend.

Spätestens in einem halben Jahr soll eine dritte Zusammenkunft stattfinden. Zu dieser wird neben Vertretern der Polizei auch Bürgermeister Otto Göppel eingeladen.

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