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Barrierefreiheit geht alle etwas an

Barrierefreiheit geht alle etwas an
Kommentar Von Sabrina Schatz
22.03.2019

Gemeinden sollten auch Gehbehinderte als Experten zurate ziehen, wenn es um Entscheidungen geht – etwa um den Umbau öffentlicher Gebäude oder Straßensanierungen.

Schnell noch die Mülltonne an den Straßenrand geschoben und dann auf zur Arbeit. Das ist eine ganz alltägliche Handlung. Wen soll die Tonne schon groß stören? Dass sie für manchen eine Hürde darstellt, daran denken die meisten nicht. Bei einem Treffen in Babenhausen berichteten Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, welche Probleme sie mit versperrten Gehwegen haben. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, beim Thema Barrierefreiheit mit Betroffenen selbst statt über sie zu sprechen.

Wer gesundheitlich keine Schwierigkeiten hat, nimmt auch die kleinen und großen Probleme nicht wahr, die Betroffene an Straßen, Plätzen und in Gebäuden zu lösen haben. Sei es, dass der Randstein ein paar Zentimeter zu hoch ist. Oder dass im Café eine Treppe zur Toilette führt. Deshalb sollten Gemeinden auch die Gehbehinderten als Experten zurate ziehen, wenn es um Entscheidungen geht – etwa um den Umbau öffentlicher Gebäude oder Straßensanierungen.

Die Kommunen werden sich in Zukunft zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Denn die Gesellschaft altert – die Menschen sind aber heute anders alt als früher. Viele sind weiterhin aktiv und wollen unter Leute kommen, sei es im Theater oder bei einer Literaturstunde. Der Wunsch nach Mobilität und Selbstständigkeit – im Grunde nach der Freiheit, den Alltag selbstbestimmt zu gestalten – ist heute größer denn je. Und dazu kommt: Jeder, der heute jung und gesund ist, kann zumindest Letzteres morgen schon nicht mehr sein. So sollte sich auch jeder einmal überlegen, was er persönlich zu mehr Barrierefreiheit im eigenen Ort beitragen kann.

Barrierefreiheit geht alle etwas an

In Babenhausen hat sich ein Verwaltungsmitarbeiter und eine Markträtin mit beeinträchtigten Menschen zusammengesetzt. Auch in Altenstadt gab es ein solches Treffen schon. Die Erkenntnisse daraus sind ein erster Schritt, um den Alltag der Menschen zu erleichtern. Und manch einer achtet danach darauf, künftig nicht mit der Mülltonne den Gehweg zu versperren.

Lesen Sie dazu auch: Schluss mit Slalomfahren: Wie Babenhausen barrierefreier werden soll

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