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Kellmünz/Königssee

02.09.2014

Barro-Boot bringt Bier bis Bartholomä

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3 Bilder
Traumhafte Kulisse: Mit den Lastenbooten aus Aluminium der Firma Barro wird die Versorgung der Touristen mit Bier auf dem Königssee und seiner Inseln sichergestellt. 
Bild: Armin Schmid

Flüssiges Brot Kellmünzer Firma baut Transportkähne für den Königssee. Wie es dazu kam

Diese Gegebenheit freut vor allem Marjatta Piirainen-Barro, Geschäftsführerin der Firma Hans Barro Leichtmetall-Bootsbau. Dass sich in einer Gemeinde, die bei Föhnwetterlage einen malerischen Blick auf die Allgäuer Alpen hat, eine Bootsbaufirma ansiedelt, erscheint dabei aber zunächst ungewöhnlich. Doch das hat seine Gründe. „Hier in Süddeutschland gibt es viele große Seen“, erklärt der Technische Leiter der Firma, Paul Wiebel. Dadurch behauptet sich Barro seit rund 60 Jahren am Markt und kann daher als Pionier im Aluminium-Bootsbau bezeichnet werden. Mehr als 20000 Boote wurden im Laufe der Jahrzehnte produziert. Pro Jahr verlassen bis zu 100 Schiffe mit einer Länge von drei bis 16 Metern die Hallen der seit 1997 im Kellmünzer Industriegebiet ansässigen Werft.

Beliefert wird der deutsche Markt, europäische Länder und auch Kunden aus Übersee. „Demnächst arbeiten wir an einem Auftrag für ein Aluminium-Boot, das nach Uruguay geliefert wird“, erläutert die Firmenchefin. Angetrieben werden die Gefährte von Motoren, die bis zu 400 PS Leistung besitzen. Die Produktpalette reicht von Rettungs- und Taucherbooten bis zu Fähren und Fischerbooten.

Grundlage für die Gefährte ist ein vier bis fünf Millimeter dickes Aluminiumblech. Mit großen Schablonen werden die Seitenteile und die Bodenpartie der Schiffe darauf aufgezeichnet und ausgeschnitten. Danach werden die Teile unter Schutzgas von Hand zusammengeschweißt, bis daraus nach gut zwei Tagen die Rohschale entsteht. Daran schließen sich dann der Innenausbau und der Einbau des Steuerstandes an. Die Bootsbauer aus Kellmünz nutzen dabei für ihre Boote eine seewasser- und korrosionsbeständige Aluminium-Legierung, die eine extrem lange Lebensdauer und hohe Kentersicherheit garantiert.

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Das weiß man auch am Königssee. Bereits vergangenes Jahr kaufte man ein Boot zur Versorgung der „Salet-Alm“. Das kam so gut an, dass auch der Wirt der Ausflugsgaststätte auf Sankt Bartholomä ein Boot orderte.

„An einem guten Tag hat die Gaststätte Tausende Besucher“, betonte Marjatta Piirainen-Barro. Um die Versorgung mit Bier zu sichern, wurde ein 16 Meter langes Boot mit einem 150 PS Außenbordmotor gefertigt. Bis zu 50 Fässer Bier sowie viele weitere Getränke und Lebensmittel werden nun pro Tag mit dem Leichtmetall-Boot auf die Halbinsel befördert. Und das mit Hightech: Bei starkem Nebel wird das Lastenboot mit Radaranlage und Echolot über den See gesteuert.

Und sollte am Königssee der Durst einmal allzu groß werden, gibt es in der Kellmünzer Werft auch noch eine Alternative – die Hochwasserschutzboote. Diese haben an der Unterseite sogar Räder.

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