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Weißenhorn

15.09.2020

Bauausschuss lehnt modernen Neubau in der Weißenhorner Altstadt ab

So würde es am Weißenhorner Hauptplatz aussehen, wenn das würfelförmige Gebäude hinter dem ehemaligen Gasthof Lamm gebaut werden würde.
Bild: Repro Jens Noll

Plus Ein Antragsteller möchte ein Wohnhaus am Hauptplatz in Weißenhorn errichten. Das Vorhaben passt aus Sicht der Stadträte aber nicht in das Gesamtbild.

Der Beschreibung nach ist es ein Vorhaben mit Vorbildcharakter, das ein Bauherr in der Weißenhorner Innenstadt verwirklichen möchte: ein Haus mit zwei barrierefreien Wohnungen, errichtet in zweiter Reihe. Durch eine Nachverdichtung würde möglichst wenig zusätzliche Fläche versiegelt werden, obendrein soll das Dach begrünt werden.

Das Projekt im denkmalgeschützten Bereich am Hauptplatz hat aus Sicht des Weißenhorner Bauausschusses allerdings einen großen Haken: Das würfelförmige Gebäude fügt sich nicht in die Umgebung ein. Mit der Höhe des viergeschossigen Wohnhauses und der Außengestaltung der Fassade – im Erdgeschoss mit Stahlbeton und in den Obergeschossen mit Holzständerwänden – hätte zumindest die Stadtverwaltung keine Probleme. Sie bemängelt allerdings das Flachdach, das wohl auch im Hinblick auf den Denkmalschutz nur geringe Chancen hätte, realisiert zu werden. In der näheren Umgebung befinden sich nämlich ausschließlich Gebäude mit Sattel- oder Walmdächern, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

Eine große Mehrheit des Bauausschusses hat noch mehr Bedenken bei der Beurteilung der Bauvoranfrage. Die Mitglieder des Gremiums wählten dafür auch deutliche Worte. Von einer „Versudelung des Stadtbilds“ sprach Ulrich Hoffmann (ÖDP). Bernhard Jüstel (WÜW) sagte zwar, dass er den Kubus an sich für einen architektonisch schönen Entwurf halte. „Aber hier in der Altstadt ist das eine Zumutung“, betonte er und empfahl dem Bauherrn, für das Vorhaben einen anderen Bauplatz zu suchen als die Lücke hinter dem ehemaligen Gasthof Lamm am Hauptplatz.

Bauausschuss lehnt modernen Neubau in der Weißenhorner Altstadt ab

Weißenhorner Stadträte sprechen von "Zumutung" und "Geschmacklosigkeit"

Eine Visualisierung der Straßenansicht zeigte in der Sitzung am Montagabend anschaulich, wie der Würfel hinter dem als Haus der Vereine genutzten Altbau aussehen würde. „Wie kann sich ein Architekt eine solche Planung erlauben?“, schimpfte Johannes Amann (WÜW). Da gehöre schon sehr viel Unsensibilität und Geschmacklosigkeit dazu. Andreas Ritter (FDP) formulierte seinen Widerspruch etwas diplomatischer: „Das passt aus meiner Sicht überhaupt nicht da hin.“

Lediglich Herbert Richter (SPD) signalisierte in seiner Wortmeldung Bereitschaft, sich mit dem Projekt anzufreunden zu können. „Ein spannendes Bauvorhaben“, sagte er, räumte allerdings ein, dass der Standort sensibel sei. Wünschenswert wäre aus Sicht von Richter außerdem gewesen, wenn die denkmalschutzrechtliche Beurteilung schon vor der Beratung in der Sitzung vorgelegen hätte.

Jürgen Bischof (WÜW) hätte das Vorhaben gerne mit einer Abstimmung abgelehnt. Doch sein Antrag, auf eine dreiteilige Abstimmung zu verzichten, wurde abgelehnt. Im Endeffekt machte das aber keinen Unterschied: Mit zehn zu vier Stimmen sprach sich das Gremium dagegen aus, das Einvernehmen für die Höhe des Gebäudes zu erteilen. Die Fassadengestaltung wurde klar abgelehnt (3:11), mit 13:1 beschlossen die Stadträte, das Einvernehmen für die Dachform des Gebäudes nicht zu erteilen.

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