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Ulm

11.08.2017

Baustellen-Slalom in Ulm

In der Olgastraße geht es derzeit ziemlich eng zu. Grund ist die Baustelle für die neue Straßenbahnlinie 2. Die Einschränkungen dauern vermutlich bis zum Ende der Sommerferien an.

Ob in der Olgastraße oder am Hauptbahnhof: Auf Straßen und Gehwegen in der Innenstadt geht es derzeit ziemlich eng zu. Wie lange Verkehrsteilnehmer noch Geduld brauchen.

Kurz nach dem Haus der Wirtschaft wird es eng in der Olgastraße. Autos quetschen sich auf zwei provisorischen Spuren aneinander vorbei. Bagger haben die Straße aufgerissen. Fahrgäste warten an einer Ersatzhaltestelle an einem Bussteig aus Holz. Die Kreuzung an der Neutorstraße ist weiträumig abgesperrt. Fußgänger und Radler müssen sich ihren Weg zwischen den Bauzäunen entlang suchen. Auf der südlichen Seite, also zur Wengengasse hin, ist für sie gar kein Durchkommen möglich. Ob für Autos, Radler oder Fußgänger: Der Weg auf dem Altstadtring gleicht zurzeit einer Slalom-Strecke um Baustellenhindernisse herum. Grund ist der Bau der Straßenbahnlinie 2.

In der Olgastraße laufen die Arbeiten für die neue Haltestelle Theater. Deshalb fahren auf der Linie 1 derzeit nur Busse. Ein Stück weiter, an der Neutorstraße, wo es derzeit die größten Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer gibt, werden Gleisdreiecke für die Straßenbahn eingebaut. Das wird gemacht, damit die Tram künftig notfalls an dieser Stelle wenden kann. Das Gleiche gilt für die Straßenbahn-Baustelle in der Wagnerstraße in der Ulmer Weststadt. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht, als wäre die Baustelle bald abgeschlossen: Zumindest für den Bereich Olgastraße und Neutorstraße kann Carmen Mark vom Team Öffentlichkeitsarbeit für die Linie 2 sagen: „Es läuft ganz gut.“ Voraussichtlich nächste Woche würden die Weichen und Schienen geliefert. Wenn alles glattgeht, sollen die Arbeiten bis zum Ende der Sommerferien fertig sein. Dann kann die Straßenbahn wieder auf der Olgastraße fahren und Autofahrer, Fußgänger und Radler haben wieder mehr Platz.

Anders sieht es vor dem Hauptbahnhof aus, wo es auf der Friedrich-Ebert-Straße schon seit Monaten für Autofahrer nur eine Fahrspur pro Richtung gibt. Der Platz auf der anderen Seite wird für die Baustelle der neuen Tiefgarage benötigt, die unter dem Bahnhofsplatz entsteht, zusammen mit einer neuen unterirdischen Fußgängerpassage. Bis die Passanten bequem vom Bahnhof aus in die Fußgängerzone schlendern können, brauchen sie aber noch viel Geduld: Das neue Parkhaus am Bahnhof samt Passage wird wohl erst in vier Jahren eröffnet. Derzeit müssen Fußgänger – ebenso wie Radfahrer – wegen der Großbaustelle Umwege entlang der Absperrungen in Kauf nehmen, wenn sie rund um den Hauptbahnhof unterwegs sind. Auch die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs müssen längere Zeit mit einer Umstellung leben. Die provisorische Bushaltestelle und die Wendeschleife an der Post bleiben bis Frühjahr 2018. Der Engpass in der Friedrich-Ebert-Straße dauert voraussichtlich bis Ende 2019 an.

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Auf eine ganz andere Folge der Großbaustellen in der Innenstadt macht Stadtrat Siegfried Keppler (CDU) in einem Eilantrag an Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) aufmerksam. Wie er schildert, sei er am Montag mit dem Fahrrad in der Innenstadt unterwegs gewesen. Dabei sei er plötzlich in eine heftige Staubwolke geraten. „Meine Situation beschreibe ich nicht näher, sie ist sicher vorstellbar“, schreibt Keppler. Der Straßenbelag vor der Baustelle der Sedelhöfe und in der Wengengasse sei durch die Abfuhr der Lastwagen stark verunreinigt. Durch Fahrtwind und die momentane Thermik werde der Staub auf der Straße heftig aufgewirbelt und je nach Windrichtung direkt in die Innenstadt geblasen. „Das muss unbedingt sofort durch intensive und ordentliche Reinigung vermieden werden“, fordert der Stadtrat. Außerdem möge die Stadt prüfen, ob die Lastwagen nicht gründlich gereinigt werden können, bevor sie die Baustelle verlassen. Auf jeden Fall sei mit Blick auf die vielen baustellenbedingten Lastwagenfahrten sofortiges Handeln notwendig. „Die Situation ist weder für die Verkehrsteilnehmer noch für die Innenstädter zumutbar“, findet Keppler.

Das erhöhte Brummi-Aufkommen wird in jedem Fall noch mehrere Jahre andauern. Denn neben den Baustellen für die Tiefgarage am Bahnhof, die Sedelhöfe, den Neubau der Bürgerdienste und die neue Straßenbahnlinie 2 gibt es ja auch noch die ICE-Neubaustrecke, an der die Bahn baut und für die große Mengen an Erdreich ausgehoben werden müssen – die mit Lastwagen abtransportiert werden und entsprechend Staub aufwirbeln.

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