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Illertissen

03.10.2016

Bei der Musiknacht ist die ganze Stadt eine Bühne

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Eine Stadt, eine Nacht, 30 Bands – die zweite Illertisser Musiknacht begeisterte die Besucher. Im Café Ciao gaben Andy Mock und Lee Mayall alles für das Publikum.
Bild: Alexander Kaya

Die zweite Musiknacht am Sonntag lockt tausende Besucher nach Illertissen. Der neue Shuttlebus-Service und das erweiterte Musikprogramm runden den Abend ab.

Die ganze Stadt vibrierte. Vor den Lokalen stauten sich Menschentrauben, in der Hauptstraße ging es zeitweise nur langsam vorwärts und über allem lag die Musik. Alle paar Meter mischten sich neue Klänge unter das Stimmengewirr der Besucher, von rockigen E-Gitarrenriffs über wummernde Beats von den Turntables zum unaufdringlichen Blues-Sound des Kontrabasses.

Die zweite Illertisser Musiknacht am Sonntag zog mehrere tausend Menschen an, bis spät in die Nacht wurde getanzt, gesungen und gefeiert. Das Wetter war gut, am frühen Abend trafen sich die Besucher auf Straßen und Plätzen in der Stadt.

Im Café am Markt stand Wirt Philip Nissan an der Eingangstür und warnte jeden, der rein wollte: „Es ist ziemlich voll.“ Er lachte und begrüßte die Gäste mit Handschlag oder Umarmung. Abhalten ließ sich von der Warnung keiner, alle wollten die Dietenheimer Band WOX hören. „Da läuft ja gleich die Brille an!“ rief eine Frau, als sie in den Eingangsbereich trat – ihr schlug schwül-warme Luft und eine Coverversion von Metallicas Rockhymne „Nothing else matters“ entgegen – die Menge war begeistert.

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In Illertissen feierten Jung und Alt miteinander

Das Konzert im Vöhlino dagegen hatte eher den Charakter eines gemütlichen Singer-/Songwriter-Abends. Alleinunterhalter Felix Böhm saß lässig mit seiner Gitarre auf der Bühne in einer Ecke des Cafés und spielte als „d’Sigge mit’m Fotzenhobel“ Klassiker wie „I’m gonna be“ von den Proclaimers. Die Gäste saßen beisammen und unterhielten sich, der Musiker bot das Rahmenprogramm.

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Die zweite Illertisser Musiknacht am Sonntag lockt tausende in die Stadt
Bild: Alexander Kaya

Ob in der Schranne, wo „Die Jungen Illertaler“ den Feiernden kräftig einheizten, im Antiochia am Orontes, wo sich um „The BlueScream“ rockbegeisterte Ewachsene an ihren Bierflaschen festhielten und gedankenverloren mit der Musik gingen oder vor dem Eine Welt Laden, wo Sänger Malfred aus Tansania mit Dancehall-Reagge das Publikum fesselt: Überall zeigte sich das gleiche Bild. In Illertissen feierten in der Nacht Jung und Alt miteinander – Musik verbindet. Auch die Polizisten, die sich immer wieder in den Streifenwagen einen Weg durch die zur Fußgängerzone gemachte Innenstadt bahnten, mussten nicht eingreifen. Hauptkommissar Ralf Kümmerle meldete am Montag eine „aus polizeilicher Sicht sehr ruhige Nacht“.

Besucherin Andrea Grieger aus Illertissen war ursprünglich nur mit einer Freundin unterwegs, nach kurzer Zeit zogen sie schon zu viert durch die Stadt. „Man trifft überall Leute, man könnte sogar alleine gehen“, sagte sie. 2. Illertisser Musiknacht 2016

Es schien, als wäre ganz Illertissen unterwegs gewesen

Wahrscheinlich war es neben der Musik auch das unverbindliche „Leute treffen“, dass so viele Besucher zur zweiten Illertisser Musiknacht gezogen hat: Egal ob auf der Straße oder im überfüllten Café – alle paar Sekunden entdeckten sich alte Bekannte, ehemalige Klassenkameraden, Nachbarn oder Arbeitskollegen, man grüßte sich kurz, blieb stehen und unterhielt sich oder zog zusammen weiter. Es schien, als wäre ganz Illertissen unterwegs gewesen. Den Eindruck konnte auch der Fahrer des extra eingesetzten Shuttlebusses bestätigen, vor allem in den ersten zwei Runden um sieben und acht war der Bus voll. Auch Stadträtin Amalie Speiser und Ehemann Karl aus Jedesheim stiegen zu. „Wenn es schon angeboten wird, sollte man es auch nutzen “, sagte sie. „Für die Besucher ist es toll, dass der Bus bis um halb drei fährt.“

Die zweite Illertisser Musiknacht – um sieben Veranstaltungsorte gewachsen und einen Shuttleservice erweitert – traf den Nerv der Stadt. Die Bürger bewiesen einmal mehr: „Illertissen kann feiern.“

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