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Ulm/Neu-Ulm

11.07.2016

Beim Donaufest lebt die europäische Idee

Mitten im sonntäglichen Donau-Brücken-Frühstück: Die Aktion der Danube-Networkers soll deutlich machen, dass viele Menschen ihre Nachbarn entlang der Donau näher kennen lernen wollen.
Bild: Alexander Kaya

So viele Besucher wie noch nie schlenderten über den Markt und besuchten die über 150 Veranstaltungen. Von rundum zufriedenen Bürgermeistern und einer rekordverdächtigen Zahl an verspeisten Spanferkeln.

Mürrische Gesichter sind Mangelware auf dem Internationalen Donaufest, das gestern nach zehn Tagen und 150 Veranstaltungen zu Ende ging. 350000 meist zufriedene Besucher sollen insgesamt über das Gelände in Ulm und Neu-Ulm geschlendert sein, wie die Stadt Ulm auf Basis von hochgrechneten Zählungen ermittelt haben will. Zufrieden geben sich auch die Händler des Markts der Donauländer. Reihenweise mussten die Betreiber der Buden im Weindorf sich händeringend um Nachschub aus den Heimatländern kümmern. Bei Agnes Rothné Mészaros etwa, die in Boly in Südungarn ein Weingut betreibt, ist der Rosé längst aus. Satte 93 ganze Spanferkel und Lämmer wanderten vom Spieß auf den Tellern des provisorischen kroatischen „Gasthaus zur blauen Traube“ von Djuro Didovic. „Ich bin das erste mal dabei und hätte nicht gedacht, dass es so läuft.“ Auch der Donaufest-Klassiker Hahnhoden verkaufte sich offenbar bestens: „Jeder will das probieren“, sagt Monika Szojko des Restaurants „Katlan Toni“ aus Budapest.

Als das „Glück der Tüchtigen“ bezeichnete Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch die Tatsache, dass das Wetter nahezu perfekt war für ein Fest im Freien. Lediglich der erste Samstag sei regenbedingt nicht ganz so stark frequentiert worden. Auch von der Neu-Ulmer Seite gibt es nur Lob. „Das war ein gelungenes, hervorragend organisiertes Fest“, sagt Albert Obert, der zweite Bürgermeister. Das Kalkül, Neu-Ulm als Familienseite des Fests zu stärken, sei aufgegangen. Nicht zuletzt, weil hier im Gegensatz zu Ulm auch am Wochenende mit dem Kinderwagen ein Durchkommen noch möglich war.

„Die Marke Donaufest hat sich endgültig etabliert“, resümiert Ralph Seiffert, der Geschäftsführer des veranstaltenden Donaubüros. Die Nachfrage an Standplätzen auf dem Markt der Donauländer sei zur 10. Ausgabe doppelt so groß gewesen wie das Angebot. Und dürfte zur nächsten Ausgabe 2018 noch größer werden, wenn sich rumspricht, dass sich hier durchaus 16 Spanferkel an einem Tag an den Mann bringen lassen, wie etwa Gastronom Djuro Didovic berichtet.

Weder wenn es um Künstler noch um Sponsoren gehe, müsste das Organisationsteam hausieren gehen: „Die kommen von selbst“, sagt Sebastian Rihm, der seit 2015 Direktor des Donaubüros ist. Wie kalkuliert hätten insgesamt 150000 Euro an Sponsorengeldern aufgetrieben werden können. Was hingegen Ulms Oberbürgermeister Czisch viel wichtiger ist: Die europäische Idee sei an zehn Festtagen von den Akteuren und Besuchern gelebt worden. Am augenfälligsten vielleicht im Donaujugendcamp mit 83 Jugendlichen aus 13 Donauländern. Mit ihrer Abschlussdarbietung auf der Bühne Neu-Ulm „Gegen den Strom“ vermittelten die jungen Leute eine klare Botschaft, die nicht wenige Besucher und Teinehmer zu echten Tränen rührte: Wir alle sind Europa. „Ihr seid unsere Hoffnung und unser Versprechen“, sagt Swantje Volkmann, die Leiterin des Camps in Richtung der jungen Leute. Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg ist begeistert: „Wenn es das Donaufest nicht schon gäbe, dann müsste es schleunigst erfunden werden.“ Eigens erfunden für das Donaufest wurde dieses Jahr das Stück „Treibgut“ von und mit dem rumänischen Komponisten und Violinisten Alexander Balenescu. Der künstlerische Leiter des Donaufests, Volkmar Clauß, ist zufrieden mit der gemischten Resonanz: Für ein unbekanntes, neues Auftragswerk sei die Premiere erfreulich gut besucht gewesen.  Der Blick des Organisationsteams richtet sich nun auf das 11. Donaufest im Jahr 2018. Doch eine Veranstaltung zum Donaufest steht noch an: Am Dienstag, 12. Juli, werden ab 17 Uhr auf dem Münsterplatz die Fahnen verkauft. Der Preis pro Fahne, die nach einem Konzept des serbischen Künstlers Dragan Matic gestaltet wurden, und das Stadtbild in Ulm und Neu-Ulm über zehn Tage prägten: 45 Euro.

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